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Zoo Dortmund: So sehr trauert Nashorndame Shakina um ihr totes Baby – „sie sucht nach ihm“

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Von: Lydia Mayer

Nashornkuh Shakina liegt im Nashorn-Gehege im Zoo Dortmund
Nashornkuh Shakina vom Zoo Dortmund ruht sich viel aus und sucht immer wieder nach ihrem verstorbenen Nashorn-Jungen „Willi“. © Zoo Dortmund

Das kleine Nashornbaby Willi vom Zoo Dortmund ist am 23. März gestorben. Seither trauert seine Mama, Nashorndame Shakina, um ihren Kleinen.

Dortmund – „In den letzten Tagen suchte und rief Shakina dennoch immer wieder nach Willi“, beschreibt der Zoo Dortmund auf seiner Facebook-Seite, wie sehr Nashorndame Shakina trauert, nachdem ihr Junges am 23. März gestorben ist.

Sie ruhe sich viel aus, wirke niedergeschlagen und suche oft die Nähe zu den Tierpflegern, von denen sie sich sehr lange streicheln lasse. „Sie drehte sich um oder lief wieder hinaus, als würde sie auf Willi warten. Im Stall roch Shakina immer wieder an den Stellen, an denen Willi besonders gerne lag“, schildert der Zoo Shakinas Verhalten auf dem Weg in den Stall.

Zoo Dortmund: Nashorn-Junges „Willi“ bekommt plötzlich Darmverschluss

Nachdem Nashorn-Junges Willi am 22. März plötzlich kolikartige Bauchschmerzen bekommen hatte und sich abzeichnete, dass eine Behandlung erfolglos sein wird, entschied sich der Zoo einen Tag später Breitmaulnashorn Willi einzuschläfern. Eine Obduktion des kleinen Nashorns ergab, dass sich dessen Dünndarm an zwei Stellen verschlossen und sich der Darm deshalb entzündet hatte. Nashorn-Jungtier Willi war am 8. Januar 2020 im Dortmunder Zoo zur Welt gekommen.

Die Nashörner im Zoo Dortmund sind südliche Breitmaulnashörner, die ursprünglich aus Mittel- und Südafrika kommen. Sie sind eine potenziell gefährdete Art. Der größte Feind dieser Tiere ist der Mensch, der sie wegen ihres Horns tötet. Im Zoo Köln ist nun eine Große Ameisenbärin eingezogen, die mit ihrem Artgenossen „Yavi“ für Nachwuchs sorgen soll. In Uruguay und Nordargentinien gelten die Tiere bereits als ausgestorben.

Wie der Dortmunder Zoo erklärt, bestehe zwischen einer Nashorn-Mutter und ihrem Kalb eine enge Mutter-Kind-Bindung – und das auch noch, wenn der Nachwuchs, so wie Will, bereits knapp 14 Monate alt ist. Denn ein heranwachsendes Breitmaulnashorn werde bis zu zwei Jahre gesäugt und bleibe auch danach noch einige Jahre bei seiner Mutter. Wann sich die Nashorn-Kinder endgültig von der Mutter abnabeln, sei ganz unterschiedlich. Auch Willi habe bis zu seinem Tod noch ordentlich Milch bei seiner Mutter getrunken.

Nashorn Baby Willi spielt mit seiner Mama im Zoo Dortmund
Da lebte Willi noch. Ein Foto vom Mai 2020 zeigt das Nashorn-Junge mit seiner Mama. © BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl/Imago Images

„Steh doch auf“: Nashorndame Shakina vom Zoo Dortmund stupst ihr totes Junges mehrfach an

Nachdem Willi gestorben war, bekamen Mutter Shakina und die anderen Nashörner, Nashornkuh Jasira und Nashorn-Oma Natala, die Möglichkeit, sich von Willi zu verabschieden. „Shakina hatte hier auch mehrfach versucht, Willi durch Anstupsen dazu zu bewegen, aufzustehen, ehe wir das verstorbene Nashorn schließlich für die anstehende Untersuchung abtransportierten“, heißt es auf der Facebookseite des Zoos.

Nach dem Tod des kleinen Nashorns hatte der Zoo seine Aktivitäten auf Social Media erst einmal eingestellt, um die Geschehnisse zu verarbeiten und zeigte sich gerührt über die vielen Beileidsbekundungen. Ab dieser Woche, so die Ankündigung, soll es wieder täglich Neuigkeiten aus dem Zoo auf dessen Social-Media-Kanälen geben.

Wie dramatisch der Verlust von Zoo-Tieren ist, musst an Silvester 2019 der Krefelder Zoo erfahren. Bei einem Brand im Affenhaus starben damals rund 50 Tiere. Ausgelöst wurde das Feuer durch eine unerlaubt gestartete Himmelslaterne.

Zoo Dortmund kann weiter besucht werden: mit negativem Corona-Schnelltest

Wer Nashorndame Shakina im Zoo Dortmund besuchen möchte, kann das auch weiterhin tun, allerdings ist dafür ein tagesaktueller negativer Corona-Schnelltest nötig. Die Stadt Dortmund setzt genauso wie mehr als 20 andere Kommunen in NRW angesichts einer Corona-Inzidenz über 100 auf eine Teststrategie statt auf die Rücknahme von Lockerungen.

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