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Zoo Krefeld ist sauer nach Corona-Beschlüssen: „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“

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Von: Stefanie Knupp

Der Eingang des Krefelder Zoos

Hier steht momentan niemand Schlange: Der Zoo Krefeld ist noch immer coronabedingt geschlossen (Archivbild). © MaBoSport/IMAGO

Der Zoo Krefeld hat in einem emotionalen Facebook-Post Stellung zu den jüngsten Corona-Beschlüssen bezogen. Zuerst einmal hieß es: Warten.

Krefeld – Da hat sich wohl einiges an Wut entladen: Der Zoo Krefeld hat am Tag nach den neuen Bund-Länder-Beschlüssen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie einen langen Facebook-Post abgesetzt. Und der hat es in sich. „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht“, fragt der Zoo.

Am Freitag hat das das Land NRW die Corona-Beschlüsse in eine eigene Coronaschutz-Verordnung gegossen. Demnach dürfen Zoos in NRW ab Montag (8. März) unter bestimmten Voraussetzungen öffnen. Der Krefelder Zoo hatte schon zuvor offenbar so viele Anfragen zu einer möglichen Öffnung bekommen, dass er seine User im Internet über die aktuelle Situation aufklären muss. „Bevor wir etwas in die Wege leiten können, warten wir auf die Aktualisierung der NRW-Corona-VO“, hieß es noch am Donnerstag.

Zoo Krefeld wäre für eine Wiedereröffnung „perfekt vorbereitet“ gewesen

„Wir dachten, wir sind perfekt vorbereitet. Alle Schilder für die coronakonforme Besucherführung hängen und der Besucherzähler funktioniert“, schreibt der Zoo. „Wenn die Rahmenbedingungen alle so geblieben wären, wie sie vor der Schließung im November waren, könnten wir problemlos am kommenden Montag, den 8. März wieder für Euch da sein.“ Aber: „Warum einfach, wenn es auch kompliziert geht.“

Jetzt steht der Zoo Krefeld vor allem vor einem technischen Problem. Die Aufgabe sei jetzt, ein Online-System zu finden, mit dem man pro Tag 2000 Menschen mit bezahlter Buchung einlassen könne. Gleichzeitig müssten aber auch die Jahreskarteninhaber berücksichtigt werden. „Auch wenn wir in einer digitalisierten Welt leben, ist es fraglich, ob dies so schnell umzusetzen ist und welche Kosten damit verbunden sind.“ Man sei mit Anbietern in Gesprächen, um schnellstmöglich eine Lösung zu finden. Auch der Tierpark Hamm darf bald wieder eröffnen*, doch dort müssen noch Vorbereitungen getroffen werden, wie wa.de* berichtet. Ähnlich geht es dem Tierpark Hagenbeck in Hamburg, wo eine kurzfristige Öffnung* noch nicht möglich sei, berichtet 24hamburg*.

Zoo Krefeld bittet seine Besucher um Geduld

Die Bundesregelung sieht derzeit vor, dass bei einer 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 Zoos mit Terminbuchung besucht werden dürfen. Im Fall Krefeld wären das 2000 Besucher. Die Stadt liegt aktuell mit einer Inzidenz von 73,9 (Stand: 5. März) genau in diesem Bereich. Die Terminvereinbarung dienen aber nicht der reinen Besucherzählung, sondern der Kontaktnachverfolgung. „Ob es überhaupt sinnvoll ist, im Falle eines Falles bis zu 2000 Kontakte nachzuverfolgen, kann jeder für sich selber entscheiden“, schreibt der Zoo Krefeld.

Der Zoo wartet jetzt, wie alle anderen NRW-Zoos auch, auf die Landesverordnung und bittet seine Fans um Geduld. „Seht bitte davon ab, per E-mail oder Telefon einen Termin zu vereinbaren. Das ist logistisch einfach nicht zu stemmen.“ Im Normalfall zählt der Zoo Krefeld durchschnittlich circa 318.430 Tagesbesucher. (sk) *wa.de und 24hamburg sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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