1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Zoo Krefeld: Tiere, Öffnungszeiten, Attraktionen und Corona-Regeln

Erstellt: Aktualisiert:

Logo des Zoo Krefeld
Zoo Krefeld: das Logo im Eingangsbereich. © Martin Wagner via www.imago-images.de

Der Zoo Krefeld lebt, auch in Corona-Zeiten

Krefeld – Der Zoo Krefeld im Stadtteil Bockhum ist seit seiner Gründung stetig gewachsen. Heute leben in großzügigen und modernen Gehegen in Krefeld etwa 1.000 Tiere aus 170 verschiedenen Tierarten. Der Krefelder Zoo lockt jährlich etwa 350.000 Besucher an mit einem außerordentlich guten Bestand an Affen und Menschenaffen, Großkatzen, tropischen Vögeln und afrikanischen Savannentieren. Der Zoo ist bequem mit dem Auto über die A57/Ausfahrt 13 zu erreichen oder vom Hauptbahnhof mit der Straßenbahnlinie 042 bis zur Haltestelle Grotenburg/Zoo.

Der Zoo Krefeld begann vor über 80 Jahren als Tierpark und Lehranstalt

Begonnen hat alles 1938, als die Stadt Krefeld auf dem Areal des Grotenburgparks einen Tierpark eröffnete. Dieser wurde zur Ausbildung naturkundlicher Kompetenzen als „Lehranstalt für die Jugend“ errichtet und umfasste zunächst 40 Gehege mit etwa 100 einheimischen Tierarten. Erster Direktor war der damalige Erziehungsdirektor und Leiter des naturkundlichen Museums Heinrich Janßen. In den Kriegsjahren wurde Krefeld wie viele andere deutsche Städte bombardiert. Auch Teile des Zoos waren hiervon betroffen, so dass die meisten Tiere flüchteten. Freilaufende Wölfe mussten danach getötet werden, eine Hirschkuh und zwei Dachse kamen ums Leben.

Der Zoo Krefeld beginnt nach dem Krieg ein zweites Leben

Nach dem Krieg und den ersten Wiederaufbaujahren der Fünfziger Jahre wandelte sich der Tierpark allmählich zu einem echten zoologischen Garten. Seit 1959 verfolgte der zweite Zoodirektor Walter Encke (19. Januar 1931) die kontinuierliche Erweiterung und den Ausbau des Areals. Er organisierte den Bau von Gehegen für seltene vom Aussterben bedrohte und exotische Tierarten aus der ganzen Welt. Nach und nach fanden die ersten Paviane, Pinguine und Löwen in Krefeld eine zweite Heimat. 1971 wurde der Name „Tierpark“ offiziell durch „Zoo“ ersetzt. In dieser Zeit wurden auch die ersten Orang-Utans, Elefanten und Nashörner eingebürgert. Seitdem hat sich die tierische und landschaftliche Vielfalt des Zoos beständig erweitert. Neben dem Pinguinpool, dem Affenpark, der Afrikasavanne und einem Gorillagarten beherbergt der Zoo außerdem:

Viele der Gehege, Tierhäuser und Wasseranlagen des Krefelder Zoos sind auch auf Google Maps zu sehen.

Der Zoo Krefeld als Ort der Wissenschaft und des Artenschutzes

Viele zoologische Gärten sind heute nicht nur eine rein touristische Attraktion. Sie dienen der Forschung und des Artenschutzes. Auch der Zoo Krefeld ist im internationalen Verbund der Welt-Zoo-Organisation (WAZA) aktiv. Seit 2001 gehört er auch der Stiftung Artenschutz an. Gerade besonders gefährdete Tierarten werden im Austausch mit anderen Zoos als ideale Zuchtpaare zusammengebracht und auf diese Weise zur Erhaltung des Bestands fortgepflanzt.

So gelang es dem Krefelder Zoo 1998 zum weltweit ersten Mal, ein Paar der seltenen afrikanischen Krokodilwächter-Vögel in einer erfolgreichen Brut fortzupflanzen. Dieser Erfolg wurde nach Freilandstudien durch den Einsatz von Fußbodenheizern und speziellen Wärme- und Lichtstrahlern erzielt. Die Zucht- und Artenschutzarbeit wird hauptsächlich durch Spenden ermöglicht. Ein Teil der Einnahme der Preise für den Eintritt wird ebenfalls verwendet, um die Aufzucht zu unterstützen.

Der Zoo Krefeld und der Weltruhm des seiltanzenden Gorillas Kidogo

Nicht nur in der Fortpflanzung bedrohter Arten kann der Zoo Krefeld für sich Weltgeltung beanspruchen. Auch in der Haltung und beim Wohlfühlfaktor für die Tiere spielt er in der ersten Liga. Zur weltberühmten Attraktion machte den Krefelder Zoo der Gorilla Kidogo. Dieser Silberrücken aus dem Gorillagarten überraschte die Besucher 2012 mit einem Balanceakt auf einem Seil, das zwischen zwei Bäumen gespannt war. Ein Kunststück, das Kidogo seitdem schon mehrmals wiederholt hat und die Besucher ebenso wie Pfleger und Mitarbeiter erfreut. Für die Haltung von Affen hat der Zoo Krefeld offenbar ein besonders glückliches Händchen.

Sehr bekannt geworden sind auch Bilder, die mit Fingerfarben von den Orang-Utan-Weibchen Sita und Sandra gemalt wurden. Die Bilder wurden als „Affenkunst versteigert. Der Erlös floss in den weiteren Ausbau der Anlagen.

Der Zoo Krefeld nach dem Brand in der Silvesternacht 2019/2020

Vor der Lebensfreude des Gorillas Kidogo und der beiden Orang-Utan-Künstlerinnen erscheint der große Brand in der Silvesternacht 2019/2020 umso tragischer. An diesem Datum kam es im Affentropenhaus zu einem verheerenden Feuer, bei dem das Gebäude vollständig zerstört wurde. Mehr als 50 Affen verloren dabei ihr Leben, darunter auch Flachlandgorillas, Orang-Utans und ein Schimpanse. Es entstand ein Sachschaden in Millionenhöhe. Als Ursache wurden Himmelslaternen ermittelt, die eine Mutter und ihre zwei erwachsenen Töchter in der Silvesternacht hatten aufsteigen lassen.

Himmelslaternen sind seit 2009 in Nordrheinwestfalen verboten. Das Urteil des Gerichts gegen die Verursacher, die sich nach dem Vorfall bei der Polizei meldeten, belief sich auf je 180 Tagessätze Geldstrafe. Tröstlich in der Tragödie: Kidogo und seine Familie überlebten den Brand im Freigehege. Ebenso überlebt haben die Affenkünstlerinnen Sita und Sandra

Der Zoo Krefeld bekommt ein neues Paradis für Affen und Menschenaffen

Nach dem Brand des Affenhauses fanden sich viele engagierte Helfer und freiwillige Unterstützer, die dem Krefelder Zoo im Schock und in der Trauer neuen Mut, neuen Elan und finanzielle Mittel spendeten. Die Stadt Krefeld schenkte dem Zoo ein erweitertes Gelände, auf dem in Zukunft ein modernisierter und erweiterter Affenpark den Gorillas, Schimpansen und Orang-Utans eine neue Heimat bieten kann. Außerdem sehen die Planungen neue Gehege vor für Aldabra-Riesenschildkröten, sowie ein neues Informationszentrum und einen Imbissbereich mit Kinderspielplatz vor. So erwächst aus der Tragödie für viele Tiere eine noch weiter optimierte und artgerechte Anlage zur Haltung mit großem Wohlfühlfaktor.

Der Zoo Krefeld und seine Öffnungszeiten

Normalerweise ist der Zoo Krefeld im Zeitraum März bis Oktober von 9-19 Uhr geöffnet und im Zeitraum November bis Februar von 9-17 Uhr. Darüber hinaus gelten gesonderte Öffnungszeiten für einzelne Tierhäuser und für die Gastronomie. Am ersten Weihnachtsfeiertag bleibt der Zoo geschlossen. Detaillierte Angaben zu Öffnungszeiten stehen auf der Website des Zoos.

Der Zoo Krefeld und die Corona-Regeln

Wie viele andere öffentliche Einrichtungen, die auf Besucher und Preise für Eintritt angewiesen sind, treffen die Corona-Einschränkungen auch den Zoo Krefeld besonders hart. Wegen der Corona-Auflagen (NRW-Verordnung §3 (2) pro 7m² ein Besucher) waren ab dem Frühjahr 2019 nur max. 1.500 Besucher gleichzeitig erlaubt. Der Zoo Krefeld informiert auf seiner Website daher in Echtzeit, wie viele Besucher gerade im Tierpark unterwegs sind.

Nach der verschärften Verordnung ab 16. Dezember wird der Zoo bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Sobald der Lockdown wieder aufgehoben wird, kann mit einer sofortigen Öffnung des Zoos gerechnet werden. Zu aktuellen Öffnungszeiten und Einlassregelungen informiert die Webseite.

Der Zoo Krefeld lebt auch von vielen Spenden und Tierpatenschaften

Ein zoologischer Garten ist heute immer zugleich eine touristische Attraktion, eine wissenschaftliche Forschungsstätte und ein Angebot zur Ausbildung von Veterinären, Naturforschern, Tierpflegern und Verhaltensforschern. Erst die genaue Kenntnis der Lebensumstände und Verhaltensgewohnheiten helfen dabei, Tieren einen angemessenen Lebensraum zu gestalten. Die Erkenntnisse, die in einem Zoo gewonnen werden, helfen auch dem Naturschutz. Die Einnahmen aus den Eintrittsgeldern genügen nicht allein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Finanzielle Spenden werden daher immer dringend gebraucht.

Wer den Zoo Krefeld unterstützen möchte, kann das mit einer Tierpatenschaft, einer Baumpatenschaft oder als Mitgliedschaft im Verein des Zoo Krefeld tun. Außerdem können sogenannte Fördersteine gekauft und mit einem Text der Wahl beschriftet werden. Auch hier fließt der Erlös direkt oder indirekt in den Natur- und Artenschutz sowie in die Gestaltung und Pflege der Anlagen und Gehege.

Auch interessant