1. 24RHEIN
  2. Rheinland & NRW

Eingeschläferter Elefant Tsavo aus Wuppertaler Zoo hatte Tetanus

Erstellt:

Elefantenjunge „Tsavo“ steht im Gehege im Zoo.
Der Elefantenbulle „Tsavo“ wurde erst im Frühjahr 2020 im Grünen Zoo Wuppertal geboren. (Archivbild vom 07.03.2020) © Fabian Strauch/dpa

Elefantenbulle „Tsavo“ aus dem Wuppertaler Zoo musste im November überraschend eingeschläfert werden. Jetzt ist klar: Tsavo war an Tetanus erkrankt.

Update vom 15. Dezember, 14:49 Uhr: Der junge Elefant „Tsavo“, der am 20. November überraschend im Wuppertaler Zoo eingeschläfert werden musste, hatte Tetanus. Das teilte der Grüne Zoo in Wuppertal mit. Die Infektion wurde durch Tests am Robert Koch-Institut (RKI) bestätigt. Tierärzte hatten schon kurz nach Tsavos Tod vermutet, dass Tetanus der Grund für die plötzliche Verschlechterung seiner Gesundheit gewesen sein könnte. Ungewöhnlich ist das trotzdem. Denn nach Angaben des Wuppertaler Zoos sei das der erste beschriebene und bestätigte Fall von Tetanus bei einem Afrikanischen Elefanten und bei einem Elefanten in Europa.

Eine Behandlung mit Medikamenten wäre schwierig gewesen, erklärt der Zoo. Zudem gebe es keinen für Zootiere zugelassenen Impfstoff gegen Tetanus. „Es ist nicht üblich zu impfen, weil es europaweit noch keinen Tetanus-Fall bei Elefanten gab“, sagte Verwaltungsdirektor Jochen Witjes nach dem Tod des Jungtiers. Tsavo wurde nur zwei Jahre und acht Monate alt. Er hatte zunächst Probleme mit der Körperhaltung bekommen, wenig später kamen Krämpfe hinzu, am Ende konnte er nicht mehr aufstehen. Nach Angaben des Zoos hat möglicherweise eine Stoßzahnfraktur im September oder eine nässende Hautstelle zur Infektion geführt.

Erstmeldung vom 21. November:

„Schweren Herzens“: Elefant aus Wuppertaler Zoo überraschend eingeschläfert

Wuppertal – Der Grüne Zoo in Wuppertal trauert um den jungen Elefanten „Tsavo“. Der erst zwei Jahre und acht Monate alt Bulle musste am Sonntag (20. November) eingeschläfert werden, teilte der Zoo am Montag mit. Da sich Tsavo zunächst prächtig entwickelt habe, kam es recht überraschend zu der Verschlechterung seiner Gesundheit. Tatsächlich ereignete sich dies über wenige Tage.

Zoo Wuppertal: Elefantenkalb „Tsavo“ litt unter Krämpfen – rätselhafte Ursache

Mit emotionalen Worten berichtet der Wuppertaler Zoo in den sozialen Medien vom Tod des Elefantenkalbs. „Am Sonntag, den 20.11.2022, mussten wir schweren Herzens unseren 2 Jahre und 8 Monate alten Elefantenbullen Tsavo erlösen“. Am vergangenen Freitag (18. November) habe Tsavo plötzlich Probleme mit der Körperhaltung bekommen. Am Wochenende habe sich sein Zustand dramatisch verschlechtert.

Er sei von Krämpfen geplagt geworden. Unklar sei, ob er an Wundstarrkrampf (Tetanus) gelitten habe, oder etwa dem für Elefanten spezifischen Herpesvirus. Tsavo sei betäubt worden, eine Intensivtherapie wurde eingeleitet. Sein Zustand habe sich aber weiter verschlechtert. Aufgrund der sehr schlechten Prognose habe man sich dazu entschieden, ihn einzuschläfern. Tsavo war im September wegen eines Bruchs des linken Stoßzahns versorgt worden. Ob es einen Zusammenhang gibt, ist aktuell unklar. Der Tierkörper werde nun in der Pathologie der Justus-Liebig-Universität in Gießen untersucht. Erst im Frühjahr 2022, musste auch im Kölner Zoo ein Elefant eingeschläfert werden. Ursache war dabei aber ein Kampf im Gehege.

Wegen Tsavos Krankheit: Unruhe bei Elefantenherde im Wuppertaler Zoo

Wegen Tsavos Erkrankung war es in der Elefantenherde sei es zu Unruhe gekommen, erklärte der Wuppertaler Zoo. Mutterkuh Sweni und Tsavo wurden von der Herde getrennt. Inzwischen habe sich die Herde von Tsavo verabschiedet und Sweni sei wieder zur Gruppe gelassen worden. (os mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in Deutschland und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant