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Schildkröte Helmuth mit individueller Gehilfe wieder mobil: Bochumer Orthopädietechniker half

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Das Spezial-Rollbrett für die Spornschildkröte Helmuth auf seinem Spezial-Rollbrett. Die Schildkröte wird vom Orthopädietechniker Dennis Tiedtke (l) und Tierpfleger Pascal Fehlandt im Freigehege der Zoom-Erlebniswelt gehalten.
Helmuth ist wieder mobil © Roland Weihrauch/dpa

Mit einem Rollbrett ist Spornschildkröte Helmuth trotz verletzter Schulter wieder mobil. Ein Bochumer Orthopädietechniker hat eine individuelle Gehhilfe angefertigt.

Update vom 27. Juni, 17:32 Uhr: Bei Helmuth läuft es wieder – oder rollt es viel mehr. Die schulterkranke 100-Kilo-Schildkröte im Gelsenkirchener Zoo ist dank der extra hergestellten Gehilfe wieder mobil. Das orange Kunststoffbrett mit vier flexiblen Rollen unterstützt das an Schulterarthritis erkrankte Tier beim Gang durch das Zoogehege. Als sie Helmuth das erste Mal auf das neue Brett mit beweglichen Rollen gesetzt hätten, sei er sofort losgelaufen.

Gebaut wurde das Schildkröten-Skateboard vom Orthopädietechniker Ulrich Schade aus Bochum und seinem Mitarbeiter Dennis Tiedtke. Dafür wurde Schildkröte Helmuth zunächst auf eine Motorradhebebühne gelegt, um einen Gipsabdruck vom Bauch des Tieres anzufertigen. Nach diesem Abdruck und den Anweisungen der Tierärztin baute Tiedtke das passgenaue Kunststoffboard mit zwei Befestigungsgurten - verstärkt mit Kevlargewebe, das auch für schusssichere Westen benutzt wird. Schließlich ist Helmuth kein Leichtgewicht.

Schildkröte Helmuth mit Rollbrett wieder mobil: Orthopädie-Techniker wollen helfen

Update vom 19. Mai, 12:20 Uhr: Seit Wochen trainiert die schulterkranke 100-Kilo-Schildkröte Helmuth im Gelsenkirchener Zoo die Beinmuskeln mit einem Rollbrett, um das Laufen nicht zu verlernen. Jetzt gibt es für das Tier vielleicht eine noch bessere Lösung: „Bei uns haben sich unabhängig voneinander mehrere Orthopädie-Techniker gemeldet, die eine Gehhilfe für Helmuth bauen wollen“, berichtet die Tierärztin der „Zoom-Erlebniswelt“, Judith Wabnitz, der Deutschen Presse-Agentur.

Wie diese Gehhilfe genau aussehen werde, sei noch unklar. Jedenfalls solle Helmuth damit wieder mit eigener Kraft auch ins Schildkröten-Außengehege des Zoos laufen können. „Das wird eine Outdoor-Lösung“, sagt Wabnitz. Demnächst sollten bei dem Tier Abdrücke genommen werden, berichtete die Revierleiterin und Schildkröten-Tierpflegerin Martina Ernst. Ziel sei es, dass Helmuth langfristig irgendwann auf sein „Skateboard“ ganz verzichten könne.

Mit einem Rollbrett soll es Schildkröte Helmuth bald wieder besser gehen

Erstmeldung vom 7. April: Gelsenkirchen – Mit der Hilfe einer täglichen Physiotherapie auf einem Rollbrett soll es einer schulterkranken Schildkröte aus dem Zoo in Gelsenkirchen bald besser gehen. Für das Training wird die mehr als 100 Kilo schwere Spornschildkröte Helmuth von zwei Mitarbeitern auf ein Brett mit vier Rollen gesetzt, wie eine Sprecherin der Zoom Erlebniswelt am Dienstag schilderte. Auf glattem Untergrund könne Helmuth sich dann durch Bewegungen seiner vier Beine vorwärts bewegen und verharre nicht länger in der Schonhaltung, die er aufgrund von Gelenkproblemen eingenommen hatte.

Zoom Erlebniswelt: Spornschildkröte Helmuth trainiert mit dem Rollbrett seine Bein-Muskulatur

Die Spornschildkröte Helmuth liegt auf einem Rollbrett im Zoo in Gelsenkirchen
Mit einem Rollbrett wird Helmuth wieder mobil. © Zoom Erlebniswelt/dpa

„Man merkt richtig, dass ihm das Training richtig Spaß macht. Wenn er erstmal losgelegt, ist er ganz schön flott und dreht er gerne auch mal eine Extrarunde“, sagte die Sprecherin weiter. Das ist schon einmal eine Sorge weniger. Immerhin kämpfen die Zoos aufgrund des Coronavirus mit Millionen-Verluste.

Schmerzen in der Schulter hatten dazu geführt, dass das Tier seinen Panzer nicht mehr richtig hochstemmen konnte. Mit dem Rollbrett habe Helmuth nun nicht mehr die Last seines Körpers zu schleppen und könne trotzdem die Bein-Muskulatur weiter trainieren.

Rollbrett-Therapie bei Schildkröte Helmuth: Zoom Erlebniswelt erhofft sich schnelle Genesung

Die Schildkröte war in der vergangenen Woche in einer Tierklinik in Telgte im Münsterland im Computertomographen untersucht worden. Röntgenstrahlen hatten nicht ausgereicht, den dicken Panzer zu durchleuchten. In der Röhre, in der normalerweise Pferde untersucht werden, stellten die Tiermediziner Veränderungen an den Schultergelenken fest.

Helmuths Therapie- und Medikamentenplan - der unter anderem tägliche Rollbrett-Einheiten vorsieht - sei in Absprache mit Reptilienexperten entwickelt worden, teilte der Zoo bei Facebook mit. „Wir erhoffen uns in nächster Zeit Besserung für ihn.“ Seit Mitte März sind die Zoos wieder geöffnet. Benötigt werden jedoch ein Termin und eine medizinische Maske. (dpa/jw)

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