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Mit Atom-Antrieb: Russland will zum Jupiter fliegen

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Von: Ines Alberti

Russland plant, 2030 zum Jupiter zu fliegen.
Russland plant, 2030 zum Jupiter zu fliegen. © D. Peach/Chilescope team/dpa

Ein Weltraumschlepper soll zuerst den Mond, dann die Venus und schließlich den Jupiter besuchen. Ein mobiles Atomkraftwerk soll ihn antreiben.

Moskau - Russland plant, mit einem atomgetriebenen Raumfahrzeug zum Jupiter zu fliegen. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur Tass mit. Demnach ist eine solche Mission für 2030 geplant. Die russische Weltraumorganisation Roskosmos plant, zwei Zwischenstops einzulegen: auf dem Mond und der Venus.

Roskosmos setzt dabei auf ein atomgetriebenes Transport- und Energiemodul namens Zeus, das laut dem staatlichen Nachrichtenportal Sputnik seit 2010 entwickelt wird und rund 22 Tonnen wiegt. Es soll bei der Mission erstmals auf einem Langstreckenflug durchs All getestet werden. Zeus beinhaltet als Antrieb einen 500-Kilowatt-Atomreaktor, der wiederum in das Raumfahrzeug Nuklon integriert werden soll, wie das Magazin t3n berichtet. Nuklon befindet sich noch in der Entwicklung und soll Ende Juli 2024 fertiggestellt werden. Die Kosten für den Bau werden auf umgerechnet etwa 46 Millionen Euro beziffert.

Angetrieben von Mini-Atomreaktor: Russland will zum Jupiter

Nuklon soll laut derzeitigem Stand 2030 zunächst den Mond anfliegen. Dort soll es ein Raumschiff absetzen. Anschließend geht es weiter zur Venus, wo ein weiteres Gefährt abgesetzt werden soll. Dann soll Nuklon in Richtung Jupiter und einem seiner Satelliten aufbrechen. Alles in allem soll die Mission fast vier Jahre dauern. „Zusammen der Russischen Akademie der Wissenschaften machen wir jetzt Berechnungen zur Ballistik und Nutzlast dieses Fluges“, sagte Alexander Bloshenko, der bei Roskosmos für Langzeitprojekte und Wissenschaft zuständig ist.

Doch Russland plant nicht nur einen Atom-Antrieb für Flüge ins All, sondern will die Zeus-Technologie laut Sputnik auch für Raumstationen nutzen. Ein bemanntes Raumschiff sowie wiederverwendbare Raketen sollen demnach an der Station andocken können. Grund für die eigene Raumstation könnte sein, dass Russland sich möglicherweise schon 2025 von der Internationalen Raumstation ISS zurückziehen will. Ohnehin geht die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa davon aus, die ISS aus Altersgründen nicht über das Jahr 2028 hinaus zu betreiben. Sie wurde 1998 im All aufgebaut. (ial)

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