1. 24RHEIN
  2. Service
  3. Reise

Langjähriger Hotelmitarbeiter verrät, welches Verhalten von Gästen ihn am meisten nervt

Erstellt:

Von: Franziska Kaindl

Justin Aldrich hat viele Jahre bei der Hotel-Kette Marriott gearbeitet. Dabei sind ihm einige nervige Verhaltensweisen an Gästen aufgefallen.

Bei einem Urlaub im Hotel wünschen sich Gäste einen tollen Service, gutes Essen und komfortable Zimmer – wenn die Dienstleistung aber nicht dem entspricht, was das Angebot versprochen hat, kommt es schnell zu Beschwerden. Aber auch andersherum machen es sich Reisende leichter, wenn sie höflich mit dem Hotelpersonal umgehen und sich vor der Anreise über die Regeln der Herberge informieren: So ersparen sich beide Seiten unnötige Diskussionen oder gar Enttäuschungen. Das findet zumindest Justin Aldrich, der sieben Jahre lang für die US-Hotelkette Marriott gearbeitet hat. In einem Gastbeitrag beim Online-Portal Insider hat er verraten, welche Verhaltensweisen von Gästen ihn am meisten stören – das sind fünf davon:

Nicht einfach früher kommen – sondern anmelden

Immer wieder kann es vorkommen, dass Gäste schon früher als geplant einchecken wollen – in diesem Fall sollten Sie das Hotel aber rechtzeitig informieren, wie Aldrich schreibt. Es könnte nämlich sein, dass dieses am Vorabend komplett ausgebucht war: „Was bedeutet, dass es im wahrsten Sinne des Wortes keinen Platz mehr für Sie gibt, wenn Sie zu früh ankommen.“

Ein Mann klingelt an der Rezeption.
Sie wollen früher im Hotel einchecken? Dann sollten Sie das das Personal rechtzeitig wissen lassen. © YAY Images/Imago

In einem Hotel, in dem er gearbeitet habe, seien die Suiten und die Spa-Zimmer immer nur langsam geputzt worden, weil diese beim Reinigungspersonal besonders unbeliebt waren. Aber wenn ein Gast schon vor der üblichen Zeit – in diesem Fall 15 Uhr – einchecken wollte, sei dies auch bis 10 Uhr erledigt worden. Ohne eine Vorwarnung geht das aber nicht: Deshalb rät er Gästen dazu, am Tag vor oder spätestens am Morgen der Ankunft anzurufen und nachzufragen, ob ein früherer Check-in möglich ist.

Fehlt die Ausstattung wirklich – oder wurde einfach nur nicht richtig nachgelesen?

Regelmäßig ärgert sich Aldrich darüber, dass Hotels schlechte Bewertungen erhalten, einfach nur, weil Gäste die Informationen online nicht richtig gelesen haben: „Wenn Sie eine Mikrowelle oder eine Kommode mit Schubladen in Ihrem Zimmer benötigen, werfen Sie bitte einen Blick auf das Inserat, bevor Sie buchen. Wenn Sie gebucht haben, ankommen und auspacken, können wir nichts mehr tun, um es besser zu machen.“ Zudem sei es lächerlich, wenn Gäste sich ein Zimmer in minimalistischen Hotels buchen und dann anschließend an der Rezeption darüber beschweren, dass dort keine Sofas gibt. „Wenn Sie sich vor der Buchung 10 Minuten mehr Zeit nehmen, um die Fotos der Zimmer und der Lobby durchzusehen, wird Ihr nächster Aufenthalt wirklich angenehmer“, so der Hotelmitarbeiter.

Sie möchten keine News und Tipps rund um Urlaub & Reisen mehr verpassen?

Dann melden Sie sich für den regelmäßigen Reise-Newsletter unseres Partners Merkur.de an.

Wer zu spät auscheckt, muss mit Konsequenzen rechnen

Jedes Hotel hat seine festen Check-in und Check-out-Zeiten. Diese werden benötigt, um sicherzustellen, dass die Zimmer für die nächsten Gäste gereinigt werden können. Wer aber ohne Vorwarnung später auschecken will – zum Beispiel, weil die Heimfahrt erst abends ist –, beschert dem Personal große Unannehmlichkeiten, so Aldrich. Obendrein kann es dazu führen, dass die unachtsamen Gäste aus dem Zimmer ausgesperrt werden oder zusätzliche Kosten auf sie zukommen.

Besser ist es also auch hier, das Personal rechtzeitig auf den Wunsch nach einem späten Check-out aufmerksam zu machen. Viele Hotels hätten ihre Standardabreisezeiten sowieso nach hinten verlegt, um den Gästen entgegenzukommen. Wer nett darum bittet, hat obendrein vielleicht die Chance, auch erst um 13 Uhr oder 14 Uhr, abreisen zu müssen. Das gilt aber nur, wenn die Gäste das Zimmer nicht in voller Verwüstung zurücklassen.

Zigarettengeruch im Zimmer macht sich immer bemerkbar

Rauchen ist in den meisten Hotels nicht gern gesehen – oder gar verboten. Wer es trotzdem tut, muss mit Konsequenzen rechnen, wie Aldrich erklärt. In dem Hotel, in dem er gearbeitet hat, mussten rauchende Gäste zur Strafe 200 bis 500 Dollar (ca. 190 bis 465 Euro) bezahlen.

„Ich habe schon alle möglichen Tricks gesehen, mit denen die Leute meinen, sie könnten den Zigarettenrauch verbergen“, so der Hotelmitarbeiter. „Das Handtuch unter der Tür, die Kerze und der Lüftungsschacht im Bad tun nicht das, was Sie denken.“ Jedes Zimmer würde vor der Ankunft eines neuen Gastes genau unter die Lupe genommen werden – ein seltsamer Geruch oder Asche auf dem Teppich würden das sofort auffallen. Urlauber sollten also lieber draußen rauchen.

Snacks im Hotel teurer als an der Tankstelle? Damit sollten Gäste klarkommen

Wer in einem gehobenen Hotel unterkommt, muss zwangsläufig damit rechnen, dass sich das auf die Preise niederschlägt. Da kann ein und derselbe Snack schon mal mehr kosten, als man an der Tankstelle dafür zahlen würde. „Wir wissen, dass die Preise hoch sind“, schreibt Aldrich. Und er stimme auch zu, dass diese manchmal lächerlich seien – aber sei dem Personal auch bewusst. Es müsse ihnen von den Gästen also nicht noch einmal vorgehalten werden. Stattdessen rät er den Reisenden dazu, positiv zu denken: „Sehen Sie es doch mal so: Das Benzingeld, das wir Ihnen für den Einkauf erspart haben, ist in unseren Preisen enthalten.“

Auch interessant