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49-Euro-Ticket könnte bald teurer werden – das ist der Grund

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Von: Oliver Schmitz

Das Deutschlandticket soll ab 2023 für 49 Euro im Monat angeboten werden. Doch der Preis ist auf keinen bestimmten Zeitraum festgelegt. Es könnte schnell teurer werden.

Köln – Einer der Hauptgründe, warum der Nachfolger für das 9-Euro-Tickets so lange hat auf sich warten lassen, war der Preis. Wochen oder gar monatelang wurde sich in der Politik darüber gestritten, ob es ein 69-, 29- oder eben 49-Euro-Ticket werden soll. Bekanntlich einigten sich zuerst die Bundesregierung und dann Bund und Länder auf letzteres. Sofort wurde mitgeteilt, dass eine Preisanpassung in Zukunft möglich sei. Diese könnte aber nun deutlich früher kommen, als erwartet.

Wüst kündigt Preiserhöhung für 49-Euro-Ticket an – Dynamisierung soll schon früher greifen

Fahrticket mit Aufschrift 69-Euro-Ticket und Euromünzen.
Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ vermutet, dass aus dem 49-Euro-Ticket schnell eine 69-Euro-Ticket werden könnte. © Christian Ohde/Imago

Seit seiner Ankündigung sorgt das 49-Euro-Ticket für eine Diskussion nach der anderen. Nach der Finanzierungsfrage stand anschließend lange das Einführungsdatum zur Debatte. Mit dem 1. April 2023 haben sich Bund und Länder auf ein neues Startdatum für das Deutschlandticket geeinigt. Und obwohl das noch nicht mal in Stein gemeißelt ist, bahnt sich der nächste Streit um die Preispolitik an. Denn es mehren sich die Anzeichen dafür, dass Bund und Länder ganz wie beim Einführungsdatum von ihrem vorherigen Plan abweichen könnten.

Ein erstes subtiles Indiz ist der Fakt, dass Bundes- sowie Landespolitiker seit Anfang Dezember einheitlich noch nur noch vom „Deutschlandticket“ sprechen. Das war im November auch nach der Ankündigung des Namens für das ÖPNV-Abo noch anders. Damals wurde wie überall sonst der Terminus 49-Euro-Ticket verwendet. Deutlich konkreter sind aber bereits erste Meldungen einer Preiserhöhung. So erklärte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst Anfang Dezember zum Deutschlandticket: „Der Preis wird steigen.“ Wann und wie viel sagte er zwar nicht, aber bei der ersten Vorstellung des 49-Euro-Tickets klang das noch anders.

Aktuelle News zum 49-Euro-Ticket

Immer noch sind einige Fragen zum Deutschlandticket offen. 24RHEIN berichtet über alle aktuellen Ereignisse zum 49-Euro-Ticket im News-Ticker.

Bei der Ankündigung des Deutschlandtickets wurde erklärt, dass der Preis von 49 Euro im Monat erstmal für eine „Einführungsphase“ von zwei Jahren gelten soll. Danach sei eine Preis-„Dynamisierung“ in Form eines automatischen Inflationsausgleichs geplant, womit das ÖPNV-Abo nach 24 Monaten teurer würde. Damals hatte Bundesverkehrsminister Volker Wissing sogar noch erklärt: Je mehr Menschen das Ticket kauften, umso größer sei die Chance, dass es nicht teuer werde. Das scheint aber immer unwahrscheinlicher. Denn mittlerweile ist die Preisanpassung offiziell ab dem zweiten Jahr, also nach 12 Monaten geplant.

69 statt 49 Euro: Pro Bahn glaubt an zeitnahe Preiserhöhung für Deutschlandticket

Zwar haben Bund und Länder die Lebenszeit des 49-Euro-Ticket bereits auf zwölf Monate verkürzt, doch womöglich geht es noch schneller. „Wir haben die Vermutung, dass eine Preiserhöhung sehr schnell kommen wird. Dafür mehren sich die Indizien“, sagt Andreas Schröder vom Fahrgastverband Pro Bahn gegenüber 24RHEIN.

Einerseits liege das daran, dass der konkrete Preis über die Laufzeit der ersten beiden Jahre noch nicht genannt worden sei. Andererseits mache ihn skeptisch, dass jetzt immer „betont von Deutschlandticket die Rede ist“. Deshalb glaub Pro Bahn, dass das neue ÖPNV-Abo „anfangs tatsächlich 49 Euro kostet, der Preis dann aber schon bald auf 69 Euro oder mehr ansteigt“.

Da das Deutschlandticket somit für viele Menschen zumindest perspektivisch doch zu teuer sein könnte, planen immer mehr Bundesländer eigene Ticket-Alternativen. Vor allem sogenannte „Sozialtickets“ für Bürgerinnen und Bürger mit geringem Einkommen sind immer mehr ein Thema. So wollen unter anderem Berlin und Niedersachsen diese in Zukunft anbieten. Die Verbraucherzentrale fordert am 23. Dezember, dass es ein solches Sozialticket genau wie das Deutschlandticket bundesweit geben soll. Und zwar für 19 Euro im Monat. (os mit dpa)

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