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Smart Home einrichten und Heizkosten sparen: System ist nicht für jeden etwas

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Von: Lena Zschirpe

Wie kann man am besten Heizkosten sparen? Ein Smart Home könnte eine bequeme Lösung sein, doch die Versprechen sind nicht immer realistisch.

Dortmund – Die Wohnung stabil auf einer Temperatur halten und dabei auch noch Energie und bares Geld sparen: Das Versprechen die meisten smarten Thermostate. Teilweise werben Hersteller mit einer Ersparnis von bis zu 30 Prozent – doch diese Zahlen sind mit Vorsicht zu genießen, wie RUHR24 berichtet.

Mit Smart Home Heizkosten sparen: So funktioniert das System

Aber was versteht mein unter einem Smart Home? Der englische Begriff, der übersetzt soviel wie „intelligentes Zuhause“ heißt, ist nach Angaben der Verbraucherzentrale nicht eindeutig definiert.

Teilweise wird er für die Heizsteuerung benutzt, häufiger aber für Systeme aus mehreren elektronischen vernetzten Bereichen, wie etwa Lichtquellen oder Küchengeräte. Auch ein komplett „intelligent“ vernetztes Haus wird als Smart Home bezeichnet.

Hersteller versprechen Verbrauchern hohe Energie-Ersparnis dank Smart Home

Grundsätzlich verbraucht eine Smart-Home-Lösung aber zusätzliche Energie, also Strom, um überhaupt funktionieren zu können. Trotz dieser potenziell höheren Kosten versprechen Hersteller oft eine hohe Ersparnis.

Wie etwa der Spiegel berichtet, lassen sich laut Günther Ohland, dem Chef des Branchenverbands Smarthome Initiative Deutschland, 20 bis 30 Prozent der Heizenergie einsparen. Die Anschaffungskosten würden sich nach zwei Jahren rechnen, bei derzeit steigenden Energiepreisen vielleicht schon eher.

Smart Home einrichten: Spart man damit zu Hause wirklich Heizkosten?

Das Vergleichsportal Verivox macht zwar keine genauen Angaben in Zahlen, empfiehlt ein Smart Home aber ebenfalls, um Strom zu sparen. So könnten die Systeme etwa die Temperatur regulieren und beispielsweise über Nacht herunterschrauben oder Licht ausschalten, wenn die letzte Person morgens die Wohnung verlässt.

Auch die Verbraucherzentrale bestätigt den Vorteil eines Smart Homes. Laut einer Studie des Öko-Instituts, die die Verbraucherzentrale allerdings selbst in Auftrag gegeben hat, überwiegen die Einsparungen durch so ein System, auch wenn im ersten Moment mehr Strom verbraucht wird. Aber: Die Studie konnte eben nur bis zu 9 Prozent Ersparnis in einer Wohnung und bis zu 14 Prozent in einem Haus ermitteln.

Forscherin kritisch gegenüber Smart Home: System spart weniger als versprochen

Auch Umweltforscherin Johanna Pohl von der Technischen Universität Berlin hinterfragt die Rechnung, laut der ein Smart Home bis zu 30 Prozent Ersparnis erzielen soll. „Mit Smarthome kann viel Energie eingespart werden, aber nur unter bestimmten Bedingungen“, so Pohl gegenüber dem Spiegel.

Ihren Erkenntnissen nach können vor allem Verbraucher von einem Smart Home profitieren, die ihre Zimmertemperatur bisher nicht auf das Grad genau steuern können. Denn ob ein Raum auf 19 oder 21 Grad aufgeheizt ist, würde schon einen Unterschied von sechs Prozent beim Energieverbrauch machen. Wer Haustiere hat, sollte eine Raumtemperatur von 21 Grad allerdings nicht zu lange unterschreiten.

Smart Home Heizen
Um Geld zu sparen, ist ein Smart Home nicht immer die perfekte Lösung. © Jochen Tack/Imago

„Wer seine Zimmertemperatur jetzt schon auf 19 Grad regeln kann, die Heizung beim Lüften ausschaltet und runterdreht, wenn niemand da ist, der erzielt keine großen Ersparnisse mit Smarthome“, meint Pohl. „Intelligente“ Motoren würden immerhin auch nur die Aufgaben übernehmen, die Verbraucher auch ohne Technik erledigen können.

Smart Home einrichten und Heizkosten sparen: System ist nicht für jeden etwas

Grundsätzlich gelte: Wer mit einem Smart Home Energie und damit Geld sparen möchte, müsse die Systeme auch gezielt dafür einsetzen. „Alle Geräte ohne Sparfunktion verbrauchen zusätzliche Energie“, mahnt Pohl. Dazu können etwa Rasensprenger, Luftsensoren oder Sicherheitssysteme wie Überwachungskameras zählen.

Und auch ohne Smart Home gibt es einige Möglichkeiten im Haushalt, Energie einzusparen. So sollten zuerst Stromfresser-Quellen ausfindig gemacht werden, wie etwa der Fernseher. Auch beim Kühlschrank lässt sich viel einsparen, in einigen Fällen lohnt sich sogar ein neues Gerät.

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