1. 24RHEIN
  2. Service
  3. Verbraucher

49-Euro-Ticket-Einführung könnte 20 Milliarden Euro mehr kosten

Erstellt:

Von: Oliver Schmitz

Das 49-Euro-Ticket soll am 1. Mai 2023 kommen. Die Bundesregierung hat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, doch es wird deutlich mehr Geld gefordert.

Update vom 3. Februar, 11:50 Uhr: Angesichts der Einführung des 49-Euro-Tickets hat der Fahrgastverband Pro Bahn einen massiven Ausbau des Nahverkehrs gefordert. Dies sei nötig, „damit die wegen des 49-Euro-Tickets steigende Nachfrage befriedigt werden kann“, sagte Karl-Peter Naumann, Ehrenvorsitzender von Pro Bahn, dem RND am Donnerstag (2. Februar). „Es braucht einen zweistelligen Milliardenbetrag für Investitionen und eine Verdopplung der Regionalisierungsmittel zur Sicherung des aktuellen Angebots auf etwa 20 Milliarden Euro.“

Am Mittwoch (1. Februar) hatte das Bundeskabinett den Gesetzentwurf für das Deutschlandticket auf den Weg gebracht. Dabei habe das Kabinett laut Neumann jedoch versäumt, zugleich mehr Gelder für den Ausbau des Nahverkehrs zu beschließen. Solange die Mittel nicht erhöht würden, sei das 49-Euro-Ticket „nur eine halbe Lösung“, mahnte der Pro Bahn-Chef. „Es müssen möglichst viele Regionen mit guten öffentlichen Verbindungen, Bus oder Bahn, so schnell wie möglich ausgestattet werden.“ In den ländlichen Regionen gebe es großen Nachholbedarf.

Symbolfoto das neue „Deutschlandticket“ auf einem Smartphone.
Das Deutschlandticket (kurz D-Ticket) soll vor allem digital angeboten werden. © Political-Moments /Imago

49-Euro-Ticket: Jetzt ist klar, ab wann man das Deutschlandticket kaufen kann

Update vom 1. Februar, 12:19 Uhr: Nun ist bekannt, wann das 49-Euro-Ticket, auch Deutschlandticket genannt, gekauft werden kann. Wie die Bundesregierung am Mittwoch, 1. Februar 2023 mitteilte, wird das vergünstigte Monatsticket ab dem 3. April 2023 erhältlich sein. Damit hält sich das Ministerium an die bereits getroffene Ausgabe, das Ticket solle „rund vier Wochen vor Start des ÖPNV-Abos“ erhältlich sein. Der Startzeitpunkt, ab wann man das 49-Euro-Ticket nutzen darf, ist der 1. Mai 2023.

49-Euro-Ticket: Die wichtigsten Infos zum Deutschlandticket im Überblick

49-Euro-Ticket: Bund will Verfahren für Tarifgenehmigung vereinfachen

Update vom 1. Februar, 9 Uhr: Für einen Start des 49-Euro-Tickets am 1. Mai will der Bund das Verfahren zur Tarifgenehmigung vereinfachen. Das soll zentral erfolgen, wie aus einem Gesetzentwurf des Verkehrsministeriums hervorgeht. Dieser lag am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur vor. Das Ministerium will damit auf eine Forderung der Länder eingehen.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer hatte als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz der Länder gesagt, das Deutschlandticket müsste eigentlich in den Verkehrsverbünden von den Aufsichtsbehörden jeweils als neuer Tarif genehmigt werden. „Das wären Hunderte von Genehmigungen, so ist das geltende Recht“, so Krischer. „Ich erwarte da vom Bund Flexibilität, dass man die gesetzliche Möglichkeit schafft, dass das Deutschlandticket einmal oder mindestens auf Länderebene genehmigt wird und dann überall gilt.“

Laut Entwurf des Bundesverkehrsministeriums für eine Änderung des Regionalisierungsgesetzes soll eine bis zum 31. Dezember 2023 befristete „Genehmigungsfiktion“ ausgesprochen werden, um die kurzfristige und bundeseinheitliche Umsetzung des Deutschlandtickets zu gewährleisten. Für den Zeitraum ab dem 1. Januar 2024 hätten die Länder dies sicherzustellen.

Branchenverband Bitkom für „Abschied vom Papierticket“

Update vom 31. Januar, 11 Uhr: Der Digitalverband Bitkom hat sich in die Diskussion um das 49-Euro-Ticket eingebracht. Zuletzt hatte es Debatten um die Frage gegeben, ob es das Deutschlandticket auch in Papierform geben soll oder nicht. Der Bitkom hat dazu eine klare Meinung: Das 49-Euro-Ticket sei ein „Startschuss für digitale Transformation“, so Bitkom-Präsident Achim Berg. Man müsse weg von der Papierform kommen und ein digitales Ticket einführen: „Was wir jetzt brauchen, ist: „digital only“. Dabei ist ein digitales Ticket nicht nur bequemer und kostengünstiger, es entspreche auch dem Alltag der allermeisten Menschen in Deutschland, für die Smartphones und zunehmend auch Smartwatches tägliche Begleiter sind“, so Berg.

Doch wie sieht es mit den Bahnreisenden aus, die kein modernes Smartphone haben? „Für die wenigen Reisenden ohne Smartphone bietet eine digital auslesbare Chipkarte eine Möglichkeit, das Deutschland-Ticket ohne Systembruch zu nutzen. Niemand darf gezwungen sein, ein Smartphone einzusetzen, nur um in den Genuss des Deutschland-Tickets zu kommen“, erklärt der Branchenchef.

CDU-Politiker kritisiert 49-Euro-Ticket in jetziger Form sowie geplanten Starttermin

Update vom 30. Januar, 12:18 Uhr: Neben viel Zuspruch erntet das 49-Euro-Ticket auch Kritik. Der Präsident des Deutschen Landkreistags, Reinhard Sager, hält das Ticket in seiner jetzigen Form sowie den geplanten Start am 1. Mai für eine schlechte Idee. Man solle erst einmal in ein besseres Nahverkehrsangebot investieren, bevor sich die Politiker den Kopf zerbrechen, „wie das Ticketangebot zu finanzieren sei“, so Sager gegenüber der Frankfurter Allgemeine Zeitung. „Das ist eine absurde Situation, in die uns die Politik gebracht hat“, sagt Sager weiter.

Schon beim 9-Euro-Ticket sah der CDU-Politiker keine Lösung für die Probleme des ÖPNV, besonders die Unpünktlichkeit und das Ausfallen von Bahnen und Bussen. „Was nutzt mir ein 9-Euro-Ticket für einen Bus, der nicht fährt?“, sagte Sager. „Jetzt versuchen wir es mit einem 49-Euro-Ticket. Aber der Bus fährt in vielen Gegenden noch immer nicht.“

Grünen fordern neben 49-Euro-Ticket einen zusätzlichen Sozialtarif

Update vom 29. Januar, 16:59 Uhr: Nachdem sich Bund und Länder auf ein Startdatum des 49-Euro-Tickets geeinigt haben (1. Mai), fordern die Grünen in NRW nun einen zusätzlichen Sozialtarif. Die Grünen befürworten zwar das Deutschlandticket, vor allem im Hinblick auf klimafreundlicher Mobilität, jedoch seien für viele Menschen 49-Euro im Monat immer noch zu viel, so die Grünen-Landtagsfraktionschefin Verena Schäffer gegenüber der „WAZ“. Es brauche noch ein zusätzliches Angebot, „damit gerade Menschen, die Sozialleistungen beziehen, nicht auf der Strecke bleiben“, so Schäffer.

Als Koalitionspartner in der Landesregierung von Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) beziehen die NRW-Grünen sich damit auch auf eine Forderung verschiedener Sozialverbände. So hatte der Sozialverband VdK etwa einen bundesweit gültigen Sozialtarif für maximal 29 Euro gefordert.

Einigung bei 49-Euro-Ticket: Deutschlandticket soll im Mai kommen

Update vom 27. Januar 2023, 16:15 Uhr: Jetzt ist es offiziell: Das 49-Euro-Ticket wird am 1. Mai 2023 kommen. Darauf haben sich Bund und Länder auf einer Sitzung am Freitag geeinigt, sagte NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer als Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz am Freitag der dpa. Jedoch steht jetzt noch die Zustimmung der EU-Kommission aus.

Studenten könnten vom 49-Euro-Ticket besonders profitieren

Kinder und Jugendliche stehen an einem Ticketautomaten in Düsseldorf.
Für viele jungen Menschen wie Studierende wäre das 49-Euro-Ticket immer noch zu teuer. Deshalb sind auch einige Sonderkonditionen im Gespräch. © Michael Gstettenbauer/dpa

Update vom 27. Januar 2023, 16:01 Uhr: Auf seiner Jahrespressekonferenz hat der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) am Montag auch zum aktuellen Stand des 49-Euro-Tickets Stellung genommen. Dabei wurde unter anderem darauf eingegangen, welche Dinge zum Deutschlandticket bereits abgestimmt sind und was sich derzeit „andeute“.

Letzteres dürfte einige Studierende aufhorchen lassen. Denn laut dem VDV könnten Semestertickets „gegebenenfalls“ um die Leistung des 49-Euro-Tickets erweitert werden. Wie beim 9-Euro-Ticket könnten Studis somit ebenfalls Busse und Bahnen in ganz Deutschland nutzen, ohne jedoch einen Aufpreis zahlen zu müssen. Da der Mobilitätsanteil im Semesterbeitrag meist unter 50 Euro im Monat kostet, würden somit Studierende besonders von der Einführung des neuen ÖPNV-Abos profitieren.

1. Mai wackelt: 49-Euro-Ticket kommt wohl noch später – wegen Wissing?

Erstmeldung vom 23. Januar 2023: Köln – Zuerst Januar, dann April und jetzt Mai 2023: Das Startdatum für das 49-Euro-Ticket hat sich seit der Ankündigung bereits mehrmals verschoben. Wegen eines erneuten Streits zwischen Bund und Ländern droht jetzt eine weitere Verzögerung. Vor allem die Form des ÖPNV-Abos ist wieder ein Thema. Baden-Württemberg und Bayern sehen die Schuld bei Bundesverkehrsminister Volker Wissing.

49-Euro-Ticket nur digital oder doch im Papierform? Bund und Länder uneinig

Links das 49-Euro-Ticket auf einem Smartphone und rechts eine Uhr an einem DB-Bahnhof. (IDZRW-Montage)
Das 49-Euro-Ticket sollte ursprünglich am 1. Januar 2023 eingeführt werden. (IDZRW-Montage) © aal.photo/Imago & Emmanuele Contini/Imago

Seit der Ankündigung des 49-Euro-Tickets ist klar, dass es vor allem digital angeboten werden soll. Unter anderem sollen so besser Daten für die Verbesserung des Angebots gesammelt werden können. Volker Wissing hatte immer wieder betont, dass an dieser „papierlosen“ Form nicht gerüttelt werden solle.

Sehr zum Ärger der Bundesländer. „An uns Ländern liegt es nicht, dass sich das 49-Euro-Ticket verzögert. Wir sind verwundert, dass der Bundesverkehrsminister mit den Vorbereitungen nicht vorankommt“, sagte der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann der Süddeutschen Zeitung am Montag (23. Januar). Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur ergänzt er: „Die Länder und die Verkehrsverbünde sind zu einer raschen Einführung bereit“. Das Bundesverkehrsministerium müsse jetzt „den Weg für pragmatische Lösungen freimachen“. Darunter versteht der Grünen-Politiker, das Deutschlandticket eben auch in Papierform anzubieten. Unter anderem, da nicht alle Verkehrsunternehmen aus dem Stand die digitalen Abos verkaufen könnten.

Auch Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter lehnt Wissings Plan ab, das Ticket nur digital anzubieten. Wissing hatte das Papierticket auch mit der Begründung abgelehnt, dass das 49-Euro-Ticket neben Smartphone-App auch als analoge Plastikkarte im „Scheckkartenformat“ geben könne. Diese seien ebenfalls digital lesbar, aber könnte auch am Schalter gekauft werden. 

Streit um 49-Euro-Ticket führt wohl zur weiteren Verspätung

Sowohl Baden-Württemberg als auch Bayern rechnen im Zuge dieser Debatte mit einer weiteren Verzögerung des 49-Euro-Tickets. Deutlich konkrete hatte sich am Samstag (21. Januar) Bremens Mobilitätssenatorin Maike Schaefer geäußert. Sie erklärt, dass der Start zum 1. Mai akut in Gefahr sei. Wenn die Gespräche und Verhandlungen weiter so schleppend verliefen, sehe sie schwarz für einen zeitnahen Start, teilte die Grünen-Politiker mit. Sie erwarte von Volker Wissing, dass er nicht ständig den Prozess ausbremse und dann die Bundesländer kritisiere. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hatte zuletzt erklärt, dass er einen Start des 49-Euro-Ticket für Mai realistisch halte.

Das Bundesverkehrsministerium hingegen hatte zuletzt erklärt, für die Umsetzung des Tickets seien in erster Linie die für den ÖPNV zuständigen Länder und Verkehrsunternehmen zuständig. (os mit dpa und AFP) Dieser Text wird laufend aktualisiert.

Auch interessant