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Kölner Haie: Geschichte, Erfolge und die aktuelle Mannschaft des KEC

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Fans und Spieler der Kölner Haie jubeln nach einem Tor
Die Kölner Haie sind mit einem Zuschauerschnitt von über 13.000 das beliebteste Eishockeyteam Deutschlands © Marcel Kusch/dpa

Die Kölner Haie gehören zu den erfolgreichsten Sportmannschaften in Köln. Ihre Geschichte, Erfolge, legendäre Spieler und das aktuelle Team im Überblick

Köln – Der Hai bildet am Rhein ein Erfolgsgespann mit dem Geißbock: Die Kölner Haie sind neben dem 1. FC Köln die bekannteste und populärste Sportmannschaft der Domstadt Köln. Seit 1973 ist der Verein permanent in der obersten deutschen Liga dabei: erst in der Bundesliga und seit 1994 in der DEL.

Die Gründung des KEC

Im Jahr 1936 eröffnete in Köln das Eis- und Schwimmstadion an der Lentstraße, eine Mischung aus winterlichem Eisstadion und sommerlichem Freibad. Im selben Jahr gründete sich der Kölner Eisklub mit den Abteilungen Eiskunstlauf, Eisschnelllauf, Eistanzen und Eishockey. Die Eishockey-Mannschaft des Kölner EK konnte zwar einige Erfolge verbuchen, aber nie wirklich oben mitspielen. Nur zweimal gelang dem Team die Teilnahme an der höchsten Spielklasse, die bis 1958 Oberliga hieß und anschließend in Bundesliga umbenannt wurde.

1972 kam es schließlich zur Trennung der Eishockey-Abteilung vom Kölner EK. Die Eigenständigkeit als Kölner Eishockey Club (KEC) versprach mehr Entscheidungsfreiheit und damit mehr Erfolg. Allerdings ließ das Vereinsregister den alleinigen Namen Kölner EC aufgrund der Ähnlichkeit zum Kölner EK nicht zu. Nach dem Vorbild der amerikanischen Sportteams wurde der Name mit dem Zusatz „Die Haie“ ergänzt. Der Hai erhielt gegenüber dem Eisbären und dem Tiger den Vorzug, weil der Verein ihn für das aggressivste dieser drei Tiere hielt. Das erste Logo der Kölner Haie entwarf Torhüter Dieter Horký, der beruflich als freier Künstler tätig war.

Die Kölner Haie in der Bundesliga

Bereits in der ersten Saison 1972/1973 stiegen die Kölner Haie in die Eishockey-Bundesliga auf und konnten sich trotz mancher Krise permanent etablieren. Ende der 70er-Jahre machte der Verein mit einigen der größten Transfers im deutschen Eishockey von sich reden. So verpflichtete der KEC den jungen Udo Kießling (sowie seinen Vater Gerhard Kießling als Trainer) und den damaligen Superstar Erich Kühnhackl. Die daraus entstandenen Schulden hätten fast zur Insolvenz geführt.

Die größten Erfolge in der Geschichte der Haie fielen in die 80er-Jahre. Innerhalb von fünf Jahren konnte der KEC viermal die deutsche Meisterschaft feiern. 1986/1987 gelang ihm als erstem Team im deutschen Eishockey die Titelverteidigung in den Playoffs.

Der Wechsel zur Deutschen Eishockey Liga DEL

Anfang der 90er-Jahre reiften die Pläne für eine neue Profiliga im Eishockey nach dem Vorbild der nordamerikanischen NHL. Die Vereine sollten als GmbH agieren, über einen abgesicherten Etat verfügen und mindestens 15 vertraglich gebundene Profispieler verpflichten. Damit sollte die Sportart Eishockey auf solidere finanzielle Füße gestellt werden. Bis dato dominierten einige wirtschaftlich starke Vereine wie die Kölner Haie und die benachbarte Düsseldorfer EG die Eishockey-Bundesliga, während kleinere Vereine kaum mithalten konnten. Der Auf- und Abstieg wurde abgeschafft. Zugleich versprachen sich die Verantwortlichen eine bessere Vermarktung der Sportart Eishockey mit einer an die NHL angelehnten Eventisierung.

In der Saison 1994/1995 wurde aus den Vereinen der bisherigen 1. und 2. Eishockey-Bundesliga die Deutsche Eishockey LigaDEL gegründet. Viele bisherige Bundesligateams führten nach amerikanischem Vorbild einen neuen Namen ein. So wurden aus dem erfolgreichen EC Hedos München die Maddogs München und aus dem Frankfurter ESC die Frankfurt Lions. Der Kölner EC hatte es einfacher: Da der Verein ohnehin schon den Zusatz „Die Haie“ trug, wurde er nun offiziell in „Kölner Haie“ umgetauft. Aus dem im Logo verwendeten Hai wurde das Maskottchen Sharky. Es ist als zweibeiniger Plüschhai bei jedem Heimspiel dabei und in Form zahlreicher Fanartikel erhältlich.

Die Kölner Haie heute

An die großen Erfolge der 80er-Jahre konnten die Kölner Haie in der neuen DEL nicht mehr anknüpfen. Lediglich 1995 und 2002 holte das Team den Meistertitel wieder an den Rhein. Sportliche Misserfolge gingen Hand in Hand mit Finanzproblemen. Zwar erreichten die Haie weiterhin fast regelmäßig die Playoffs, doch in den letzten Jahren war meist im Viertelfinale oder im Halbfinale Schluss.

Im Herbst 2020 gerieten die Kölner Haie aufgrund der Corona-Pandemie und des damit verbundenen Ausfalls an Ticketverkäufen erneut in finanzielle Not. Unter dem Motto #immerwigger setzte sich der Verein das Ziel, 100.000 sogenannte Unterstützertickets für je 10 Euro an die Kölner Eishockey-Fans zu verkaufen. Auf diese Weise sollte die Teilnahme an der mehrfach verschobenen Saison gesichert und eine große Lücke im Finanzetat gestopft werden.

Das Zuhause der Haie: Von der Lentstraße in die Lanxess-Arena

Als erstes Stadion für Eishockey, Eiskunstlauf und Eisschnelllauf diente das Eis- und Schwimmstadion an der Lentstraße. Es war 1936 von der Firma Linde AG als Demonstrationsanlage für moderne Wärme- und Kältetechnik eröffnet worden. Die Kölner Haie nutzten das 7.200 Zuschauer fassende Stadion nach ihrer Gründung als KEC als Austragungsort ihrer Heimspiele. 2008 wurde die alte Eishalle komplett abgerissen und durch einen „Lentpark“ genannten Neubau ersetzt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Kölner Haie längst in die Lanxess-Arena umgezogen.

Diese war 1998 unter dem Namen „KölnArena“ im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz als Ersatz für die baufällig gewordene Sporthalle eröffnet worden. Sie sollte als Mehrzweckhalle für große Sportveranstaltungen und Konzerte dienen. Beim Eishockey beträgt ihre Kapazität 18.700 Plätze. Bei den Heimspielen der Haie liegt der Zuschauerschnitt bei etwa 12.000 bis 13.000 Besuchern.

Neben den Heimspielen der Kölner Haie diente die Halle bereits dreimal aus Austragungsort für eine Eishockey-Weltmeisterschaft. In direkter Nachbarschaft entstand 2000 die KölnArena 2 mit der Trainingshalle der Profis, der Geschäftsstelle und dem Fanshop.

Berühmte Spieler der Haie

Die lange Geschichte des Vereins hat einige Legenden hervorgebracht. Die größten Namen der Kölner Haie im Überblick:

NameBeim KEC von … bisWas macht ihn legendär?
Erich Kühnhackl1976 bis 1979Deutscher Spieler des Jahrhunderts
Uwe Krupp1982 bis 1986 2011 bis 2014 / seit 2020 (als Trainer)Erster Deutscher, der in der NHL den Stanley-Cup gewann, und von 2005 bis 2011 Bundestrainer
Joseph „Peppi“ Heiss1988 bis 2001Kölner Torwartlegende*
Jörg Mayr1989 bis 2002Spielte ausschließlich für die Haie und absolvierte 641 Partien*
Udo Kießling1976 bis 1979 und 1982 bis 1992Erster Deutscher in der NHL und Rekordnationalspieler*
Mirko Lüdemann1993 bis 2016Mit 1.240 Einsätzen Rekordspieler der Haie*
Miroslav Sikora1978 bis 1994Rekordtorschütze und -scorer der Haie*

*Die Rückennummern dieser Spieler werden aus Respekt vor ihrer großen Leistung nicht mehr an andere Spieler vergeben. Auch die Nummer des Gründungsmitglieds und langjährigen Kapitäns Detlef Langemann (#14) ist gesperrt.

Aus traurigem Anlass werden zwei Rückennummern nicht mehr vergeben: Nachwuchstalent Ralf Philipp (#8), Neffe des KEC-Stürmers Rainer Philipp, kam 1985 bei einem Autounfall ums Leben, Torhüter Robert Müller (#80) starb 2009 an Krebs.

Kölner Haie: Trainer und DEL-Kader heute

In den letzten Jahren wechselten die Kölner Haie angesichts fehlender Erfolge mehrfach den Trainer. Als Cheftrainer kehrte Uwe Krupp im Februar 2020 zurück. Der frühere Nationalspieler und Bundestrainer hatte die Haie bereits von 2011 bis 2014 trainiert.

Der Kader der Saison 2020/21:

Position und RückennummerName
TORHÜTER
33Philipp Maurer
49Justin Pogge
67Hannibal Weitzmann
VERTEIDIGUNG
3Simon Gnyp
7Dominik Tiffels
17Jan Luca Sennhenn
22Maximilian Glötzl
23Maurice Edwards
27Pascal Zerressen
79Colin Ugbekile
91Moritz Müller
92Kevin Gagné
STURM
5Robin van Calster
9Marcel Müller
10Jon Matsumoto
13Lucas Dumont
15James Sheppard
18Marvin Ratmann
19Jason Akeson
21Frederik Tiffels
24Zach Sill
40Julian Chrobot
42Luis Üffing
50Alexander Oblinger
77Mick Köhler
93Sebastian Uvira

Kölner Haie: Weitere Mannschaften

Neben der Profimannschaft sind dem Verein mehrere weitere Teams angeschlossen, darunter die als Junghaie bekannten Junioren. 2015 feierte die Schülermannschaft den Gewinn der deutschen Meisterschaft in dieser Altersgruppe. Der Frauenmannschaft des KEC gelang 2020 der Aufstieg in die Frauen-Bundesliga. Viele ehemalige Spieler sind heute noch in der Traditionsmannschaft der Kölner Haie aktiv oder dem Verein als Ehrenmitglieder verbunden.

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