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Kölner Haie: Absturz auf den vorletzten Rang – die Gründe für die Dauerkrise

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Von: Peter Stroß

Tumult vor dem Tor der Kölner Haie
Etwas ungeordnet präsentierten sich die Kölner Haie zuletzt in der Defensive. © IMAGO / Herbert Bucco

Nach drei Heimniederlagen in Folge hat der KEC im Kampf um die Playoffs Boden verloren. Warum kommt das Team von Uwe Krupp nicht in die Gänge?

Köln – Eigentlich sollte in der zweiten Hälfte der DEL-Saison für die Kölner Haie alles besser werden. Nach enttäuschenden Leistungen zu Beginn der Spielzeit ruhten die Hoffnungen auf einer Leistungssteigerung in der Süd-Runde, doch nach der 2:4-Niederlage gegen die Schwenninger Wild Wings herrscht einmal mehr Ernüchterung. Dabei führten die Kölner Kufencracks in der Lanxess Arena bereits mit 2:0 gegen die Gäste aus der Division Süd, nach 60 Minuten allerdings lautete der Endstand 2:4.

Es stellt sich die Frage, warum es die Kölner Haie momentan einfach nicht schaffen, dauerhaft gute Leistungen zu bringen und im Kampf um die Playoffplätze endlich Schritte nach vorne zu machen. „Wir schnuppern am 4. Platz, aber es gibt sicherlich Gründe warum wir es bisher nicht geschafft haben diese Position zu erkämpfen“, sagte Uwe Krupp vor Beginn des Süd-Runden-Starts. Wo aber genau liegen diese?

Kölner Haie und das Problem mit der Konstanz

Die Zusammenhänge für die schwachen Resultate sind vielschichtig. Dass sie es eigentlich besser können, haben die Haie in dieser Saison bereits bewiesen. Der 6:3-Erfolg über die Düsseldorfer EG, Erfolge gegen Top-Teams wie Bremerhaven oder Wolfsburg - immer wieder blitzte in der laufenden Spielzeit auf, wozu das Team von Uwe Krupp imstande ist.

Doch dann ist da noch das andere Gesicht der Kölner Haie, das unerklärlicherweise immer dann zum Vorschein kommt, wenn man gerade der Meinung war, dass der Knoten geplatzt sei. Konstant inkonstant präsentiert sich der Tabellenvorletzte der Division Nord in dieser Saion. Dass im Team von Uwe Krupp einige junge Spieler viel Eiszeit erhalten, darf hierfür nur bedingt als Argument zählen.

Kölner Haie können in der Lanxess Arena nicht mehr gewinnen

Ein weiteres schwer erklärbares Phänomen ist die chronische Heimschwäche des KEC. Lediglich vier Heimsiege (einer davon nach Verlängerung, einer nach Penaltyschießen) bis dato sind viel zu wenig. Mit zwölf Punkten rangieren die Haie im Ligavergleich auf dem 12. Rang der Heimtabelle.

Kein Wunder, dass Uwe Krupp die Kölner Fans vermisst: „Sie fehlen an allen Ecken und Enden. Die Geisterspiel-Atmosphäre ist nicht mit einem normalen Spiel zu vergleichen. Das Ganze hat einen lieblosen Beigeschmack, der überhaupt nicht zum Eishockey passt.“ Damit spricht er sicherlich vielen Eishockey-Liebhabern aus der Seele. Die Leidenschaft, auch ohne die Unterstützung der KEC-Anhänger zuhause Gas zu geben und Punkte zu sammeln, sollte sein Team aber trotz allem aufbringen.

Defensive Stabilität geht den Kölner Haien viel zu oft ab

Ein weiteres Manko sind die vielen Gegentore, durch die die Domstädter derzeit im Kampf um die Playoffplätze nur bedingt konkurrenzfähig sind. „Seit Saisonbeginn ist unser Gegentorschnitt zu hoch, um konstant zu punkten. Wir werden weiterhin an unserem Zweikampfverhalten, den defensiven Konzepten und Zuordnungen arbeiten. In dem Bereich müssen wir unser Potenzial erreichen, um unsere Mannschaftsziele zu erfüllen“, weiß Krupp.

Gegen Schwenningen gelang das nicht. Vier Gegentore nach einer 2:0-Führung sind inakzeptabel. Divisionsübergreifend schlug es bei nur drei Teams öfter ein als beim achtfachen Deutschen Meister (86 Gegentore). Coach Uwe Krupp muss dieses Problem schnellstens in den Griff bekommen, sonst gibt es auch im anstehenden Duell gegen eigentlich zahnlose Nürnberg Ice Tigers (zweitschlechteste Offensive der DEL) ein böses Erwachen.

Kölner Haie: „Ende des Welpenschutzes“

Trotz aller Probleme ist die Saison für die Kölner Haie bei weitem noch nicht gelaufen. Nur vier Punkte trennen den Verein vom Viertplatzierten Iserlohn Roosters und damit von einem Playoffplatz. Die Belastung steigert sich nun, bei drei bis vier Spielen pro Woche könnte bereits eine kleine Siegesserie Eigendynamik annehmen und Kräfte freisetzen.

„Unsere jungen Spieler werden uns bei möglichen Verletzungen die nötige Tiefe geben müssen. Für sie endet dann der Welpenschutz“, so Krupp. Angesichts der vielen positiven Überraschungen aus dem Nachwuchs wie beispielsweise Jan Luca Sennhenn oder Marcel Barinka wäre es trotz hoher Erwartungshaltung wohl am Ende auch kein Drama, wenn es die Haie in dieser Saison nicht in die Endrunde schaffen. Für die Zukunft scheinen die Domstädter dank ihnen unabhängig vom Ausgang dieser Saison gut aufgestellt. (ps)

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