Manuel Neuer sorgt für bitteren Champions-League-Rekord
Der FC Bayern verliert das Halbfinal-Hinspiel in der Champions League bei PSG mit 4:5. Manuel Neuer kassiert fünf Gegentore – und pariert dabei keinen einzigen Schuss.
Das Halbfinal-Hinspiel der Champions League zwischen Paris Saint-Germain und dem FC Bayern München war ein Spektakel für die Geschichtsbücher. Neun Tore, Weltklasse-Fußball auf höchstem Niveau – und mittendrin ein Torwart, der trotz makelloser Leistung in die Annalen eingeht. Nicht als Held, sondern als unfreiwilliger Rekordhalter.

Manuel Neuer kassierte beim 4:5 im Prinzenpark gleich fünf Gegentore. Das allein wäre schon bitter genug für den 40-Jährigen. Doch was die Statistik zusätzlich festhält, macht den Abend für den Weltmeister von 2014 noch schwerer verdaulich: Kein einziger Schuss der Pariser landete in seinen Händen. Alle fünf Bälle zappelten im Netz – ohne dass Neuer auch nur eine Parade verbuchen konnte.
Champions-League-Rekord: Bayern-Torwart Neuer ohne eine einzige Parade
Seit Beginn der detaillierten Datenerfassung im Jahr 2010 ist das einmalig in einem K.o.-Spiel der Königsklasse: kein Keeper kassierte in dieser Phase des Wettbewerbs mindestens fünf Gegentore, ohne dabei einen einzigen Schuss abzuwehren. Neuer selbst nahm seinen Rekordabend mit bemerkenswerter Sachlichkeit: „Man hat die Tore gesehen. Da ist es schwer, einen zu halten. Zweimal war es sehr knapp. Das sind Weltklasse-Spieler, das muss man klar sagen“, sagte er nach dem Spiel, in dem Mitspieler Joshua Kimmich eine erschreckende Zweikampfquote hatte.
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Und tatsächlich: Einen Vorwurf kann man dem Routinier kaum machen. Für seine Leistung bekam Neuer die Note 4, an den Elfmeter von Ousmane Dembélé war er sogar fast noch herangekommen. Die PSG-Offensive mit Dembélé, Khvicha Kvaratskhelia und Désiré Doué agierte an diesem Abend auf einem anderen Stern.
Für Neuer war es erst das siebte Pflichtspiel in seiner gesamten Karriere – verteilt auf Schalke und Bayern, insgesamt 799 Einsätze –, in dem er fünf Gegentore hinnehmen musste. Noch mehr kassierte er nur einmal: beim 0:6 der deutschen Nationalmannschaft in der Nations League 2020 gegen Spanien. Auch das ein Abend, den er lieber vergessen würde.
Dass es beim 4:5 nicht noch schlimmer kam, hatte Bayern auch einem Aluminium-Treffer zu verdanken: PSG-Jungstar Senny Mayulu traf in der 87. Minute nur die Latte. Neuer, der beim Tor-Festival von einem Balljungen provoziert wurde, sah dem Rückspiel dennoch kämpferisch entgegen. „Wir wissen, dass wir zu Hause spielen und da alles in der Hand haben“, sagte er. Ob die Münchner das Halbfinale tatsächlich noch drehen können, entscheidet sich in der Allianz Arena – wo Neuer schon so manche Nacht zum Torwart-Denkmal gemacht hat. (ck)