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Kritik an EM-Kommentatorin Neumann erreicht trauriges Level - Jetzt geht das ZDF in die Offensive

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Von: Christoph Klaucke

ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird während der EM im Netz angefeindet.
ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird während der EM im Netz angefeindet. © Markus Endberg/imago-images

ZDF-Kommentatorin Claudia Neumann wird bei der Europameisterschaft im Netz angefeindet. Das ZDF Sportstudio macht den Kritikern nun eine deutliche Ansage.

Mainz - Die Europameisterschaft* soll die Zuschauer begeistern und Freude bereiten. Doch leider verbreiten viele Menschen während der EM* Hassbotschaften und Beleidigungen im Internet. Die Kommentatorin Claudia Neumann ist von der Hetze im Netz besonders stark betroffen. Das ZDF* geht nun in die Offensive und verteidigt die Sportreporterin.

EM: Claudia Neumann wird im Netz verunglimpft - ZDF zeigt klare Kante

„Der Austausch mit euch ist uns wichtig! Vor allem während eines Großereignisses wie der Fußball-Europameisterschaft. Leider nutzen einige die Anonymität hier für Hassbotschaften, Beleidigungen und Sexismus. Das ist für uns ein No-Go“, schreibt das ZDF Sportstudio auf Twitter. Versehen ist die Botschaft mit den passenden Hashtags „nohate“ (kein Hass), „equality“ (Gleichberechtigung) und „euro2020“. Dazu postet das ZDF ein Bild mit einer Auswahl an veröffentlichten Kommentaren, wenn Claudia Neumann bei einem EM-Spiel im Einsatz ist.

„Wer hat die denn rausgelassen“, „Lasst bitte wieder nur Männer ran“ oder „Frauenstimmen passen nicht zum Fußball“ waren noch die harmlosesten Bemerkungen. Solche Aussagen will das ZDF nicht tolerieren. „Es geht uns nicht darum, Kritik zu unterbinden. Über konstruktives und sachliches Feedback freuen wir uns sehr! Die Beispiele haben jedoch mit Meinung oder Kritik nichts zu tun, sondern greifen unsere Kollegin persönlich an und verstoßen gegen jede Regel der Kommunikation“, stellte der TV-Sender unmissverständlich klar.

EM 2021: ARD und ZDF sagen Hetze im Netz den Kampf an - Neumann bleibt cool

Um dem Hass im Internet entgegenzuwirken, haben ARD und ZDF während der EM personell aufgestockt. „Es gibt eine kleine Minderheit, die pöbelt und hetzt“, sagte ZDF-Sportchef Thomas Fuhrmann der Deutschen Presse-Agentur. „Dann zeigen wir klare Kante. In wenigen Fällen müssen wir User verwarnen oder gar sperren und Kommentare löschen, wenn rote Linien überschritten werden.“

Der ZDF-Sport hat eine Online- und Social-Media-Redaktion, „die sich auch um das Community Management auf den verschiedenen Plattformen kümmert“, erklärte der Sportchef. „Normalerweise reichen dafür ein bis zwei Personen pro Tag, bei Großereignissen wie der EM verstärken wir das Team, da die Anzahl der Kommentare rasant steigt. Wenn Claudia Neumann am Mikrofon sitzt, sind bis zu sechs Personen mit dem Community Management beschäftigt.“

Neumann selbst gibt sich gelassen. „Ich lese nach wie vor nichts, nur wenn mich jemand darauf anspricht, bekomme ich Kenntnis. Der Reflex, nach Spielen ins Netz zu schauen, ist mir wirklich fremd. War es immer schon, heute sogar in 100-prozentiger Konsequenz“, sagte sie zuletzt. Auch ein männlicher ARD-Kollege musste sich bei der EM einen Vorwurf gefallen lassen. (ck) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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