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Süle nennt Beweggründe für Bayern-Abschied: „Spürte nicht das Vertrauen“

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Von: Marius Epp

Niklas Süle entschied sich gegen den FC Bayern und für Borussia Dortmund. Nun spricht er offen über die Gründe - die Münchner Vereinsführung kommt dabei nicht gut weg.

München - Er will das schaffen, was Mats Hummels bis heute nicht gelang: Vom FC Bayern zum BVB wechseln und dem ehemaligen Verein die Meisterschale entreißen. Niklas Süle verabschiedet sich nach fünf Jahren aus München und läuft ab der kommenden Saison in Schwarz-Gelb auf.

Relativ früh entschied sich der Innenverteidiger gegen einen Verbleib bei den Bayern. Warum? Darüber gibt der 26-Jährige nun zum ersten Mal ausführlich Auskunft. Die Kurzfassung: Er fühlte sich von der Klubführung zu wenig wertgeschätzt.

Niklas Süle
Geboren: 3. September 1995 (Alter 26 Jahre), Frankfurt am Main
Größe: 1,95 m
Neuer Verein: Borussia Dortmund
Marktwert: 35 Millionen Euro

Niklas Süle erklärt, warum er den FC Bayern verlassen hat

„Ich habe fast 170 Pflichtspiele für den FC Bayern gemacht, trotz eines Kreuzbandrisses. Ich finde schon, dass ich mich durchgesetzt habe bei Bayern“, sagt er im Interview mit der Sport Bild. Ex-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge hatte Süle als „brauchbaren Spieler“ bezeichnet, der sich allerdings „nie richtig durchgesetzt“ habe. Süles Antwort darauf ist deutlich.

Ex-Trainer Hansi Flick habe ihm Vertrauen geschenkt, als dieser ihn nach der schweren Knieverletzung in der 25. Minute des Champions-League-Finals gegen Paris einwechselte. „Dieses Vertrauen spürte ich nicht auf allen Ebenen im Klub. Ich habe gemerkt: Okay, du hast ein gewisses Standing in der Mannschaft, bei den Angestellten und den Fans - aus der Klubführung habe ich das nicht verspürt“, erklärt er.

Niklas Süle wird nicht mehr im Trikot des FC Bayern auflaufen.
Niklas Süle wird nicht mehr im Trikot des FC Bayern auflaufen. © INA FASSBENDER/AFP

FC Bayern: Süle sofort begeistert von BVB-Vision

Beim Treffen mit den BVB-Verantwortlichen spürte er dieses Vertrauen sofort. Von der Vision war er begeistert - und überraschte mit einer Liebeserklärung. „Was der BVB in den nächsten vier Jahren vorhat, hat mich sofort beeindruckt. In diesem Gespräch ging es nicht eine Sekunde um Geld“, verrät Süle. „Ich bin mir sehr bewusst, dass ich als Fußballer mehr als genug verdiene und mir um meinen Lebensunterhalt keine Sorgen machen muss.“

Das heißt in anderen Worten: Mit Geld hat (oder hätte) der FC Bayern Süle nicht überzeugen können. Der Nationalspieler antwortete auch auf die scharfe Kritik von Uli Hoeneß, der ihm seinerseits vorwarf, mit dem Verzicht auf das letzte Saisonspiel keine Wertschätzung gezeigt zu haben - und von einer „katastrophalen Aktion“ sprach.

FC Bayern: Süle reagiert auf Hoeneß-Attacke

Julian Nagelsmann hat mich gefragt, ob es für mich in Ordnung sei, wenn ich gegen Wolfsburg nicht im Kader wäre. Das habe ich akzeptiert. Als sich Marcel Sabitzer verletzt hatte, hieß es kurz vor Abfahrt, dass ich doch mitkönne, aber es sei auch okay, wenn nicht. Das war die Geschichte“, berichtet er.

Mit Nico Schlotterbeck und Karim Adeyemi nahmen die Dortmunder noch zwei weitere junge, deutsche Nationalspieler unter Vertrag. Einst war es der Anspruch des FC Bayern, den Kern der Nationalelf zu bilden. Mindestens die Abwehr befindet sich wohl künftig fest in Dortmunder Hand.

Eine Kampfansage hatte Süle auch noch übrig: „Wir werden richtig attackieren. Ich gehe zu einem Klub, der alles daran setzen wird, dass Bayern nicht ein elftes Mal hintereinander Meister wird.“ (epp)

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