Fußball-WM: Für die DFB-Elf gibt Fan bis zu 7000 Euro aus

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Von: Magdalena Schwaiger

Am 11. Juni ist Anpfiff bei der Fußball-WM 2026: DFB-Fan Markus Kreppold fliegt zu allen Gruppenspielen der deutschen Nationalmannschaft. Ein Fan, ein Land, vier Spiele.

Es ist mitten in der Nacht, die Auslosung zur WM-Gruppenphase ist vorbei. Markus Kreppold zögert nicht und bucht den ersten Flug. Es geht nach Houston, zum ersten Spiel der deutschen Nationalmannschaft bei der diesjährigen Fußball-WM. Der Münchner ist Mitglied des Fanclubs „Monaco Gang“ – seit 2023 erlaubt der DFB eine eigenständige Organisation.

Das MetLifeStadium in New York.
Markus Kreppold war noch nie in New York. Hier findet eines der Gruppenspiele der DFB-Elf statt. © IMAGO / Anadolu Agency

Kreppold hat nicht gezögert und seinen eigenen gegründet. „Das Interessante ist, dass sich Blaue und Rote zusammengeschlossen haben. Das zeigt, man kann auch gemeinsam für eine Sache stehen“, sagt Kreppold mit Blick auf das „geteilte München“ mit Fans von 1860 und den Bayern. „Es macht sehr viel Spaß.“ Kreppold selbst war bereits auf mehr als 30 Länderspielen. Er war seit 2000 bei jeder Europameisterschaft, 2006 bei der Heim-WM, in Brasilien 2014 und in Russland 2018.

„Im Endeffekt plane ich schon, seit die Gastgeberländer feststehen.“ Mit der Auslosung im Dezember war klar: Houston, Toronto, New York. Dazu kommt das Sechzehntelfinale in Boston oder Dallas, je nach Abschneiden der DFB-Elf. Eine Stunde nach Bekanntgabe war der Flug gebucht. Sein Reiseplan ist straff – er war noch nie in den Vereinigten Staaten und will neben Fußballspielen auch etwas vom Land sehen. Geplant ist unter anderem auch ein Besuch bei der NASA in Houston: „Ich war schon als Kind sehr raumfahrtinteressiert.“

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Von der „Monaco Gang“ sind insgesamt acht von 14 Mitgliedern dabei. Zwei davon reisen mit der Harley zu den Spielen. „Das sind intensive oder eingefleischte Harley-Fahrer und Harley‑Fans, und die nehmen dann eine ganz spezielle Route“, sagt Kreppold. Seine Reise hat er komplett selbst auf die Beine gestellt – der Aufwand war hoch, finanziell und zeitlich.

„Ich glaube, ich werde zwischen 5.000 und 7.000 Euro landen“

Bei der Unterkunft hat Kreppold versucht, nicht mehr als 100 Euro pro Nacht auszugeben. Die Verpflegung „wird wohl am meisten verschlingen“. Für die ganze Reise rechnet er mit einer Summe zwischen 5000 und 7000 Euro. Mit Komplikationen vor dem Trip kann Kreppold umgehen. Zwei Tage vor unserem Gespräch wurde seine Airbnb-Unterkunft in New York storniert. Für 50 Dollar mehr fand er sogar eine besser gelegene Unterkunft.

Überrascht hat ihn etwas anderes: die Transportkosten vor Ort. Ein Zug vom Stadtzentrum zum Stadion in New York kostet rund 150 Dollar. Über WhatsApp-Gruppen, Fannetzwerke und den DFB wurde schnell eine Lösung gefunden: Man bucht sich einen eigenen Bus zum Stadion, das Ganze kostet nur 19 Dollar. Man weiß sich zu helfen, und außerdem „sind wir alle schon reiseerprobt“.

Als Mitglied des Fanclubs Deutsche Nationalmannschaft und der „Monaco Gang“ war es ihm möglich, Tickets der Kategorie 3 und 4 zu erhalten. Im Schnitt bezahlt er 130 Dollar – im Vergleich zu anderen „Mondpreisen“ eine relativ geringe Summe.

Das hilft auch in Hinblick auf die politische Situation in den USA. „Natürlich sollte man sich Gedanken machen und sich informieren, wie die Weltlage aktuell ist.“ Dann erzählt er von 2010. Von Südafrika. Von den Warnungen. „Ich ärgere mich immer noch, dass ich 2010 sehr viel auf die Medienberichte gehört habe, die sehr extrem vor Südafrika gewarnt haben – und aus Angst nicht gefahren bin.“ Freunde von ihm waren vor Ort und schwärmten vom Turnier.

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Seinen Entschluss für die USA hat er mit dem DFB abgesichert: Fanclubs bekamen Kontakt zum Auswärtigen Amt und wurden bei einem Event gebrieft. „Ich lasse mich vom Medien-Hype nicht so mitnehmen. Ich informiere mich im Vorfeld. Wir haben für uns beschlossen, dass es kein großes Risiko ist, von Deutschland in die USA zu reisen.“

Sommermärchen und 7:1 – Kreppold war dabei

Seine Leidenschaft für Weltmeisterschaften besteht schon lange. Bei der Heim-WM 2006 war er beim Eröffnungsspiel in München und betreute 400 Volunteers. Er erinnert sich an Top-Wetter, an tausende Menschen auf der Leopoldstraße danach. „Ich habe jetzt noch Gänsehaut.“ Auch in Brasilien war Kreppold vor Ort. Das legendäre 7:1 wird ihm wohl für immer in Erinnerung bleiben.

„In der Halbzeitpause wurden Lieder wie beim Eishockey angestimmt. Ich war in der Kurve, wir haben Applaus bekommen von den Brasilianern rundherum. Das ist unvergesslich.“ Auf die Begegnungen mit anderen Fans freut sich Kreppold auch in den USA: „ Einfach ein tolles Feeling, wenn Menschen aus verschiedenen Nationen gemeinsam feiern.“ (mag)

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