Kurz vor 70. Geburtstag – Inter-Ikone „Becca“ ist tot

Seit einem Jahr war der Gesundheitszustand von Evaristo Beccalossi kritisch. Jetzt ist die Inter-Legende im Alter von 69 Jahren gestorben.
Evaristo Beccalossi ist in Brescia gestorben, eine der Vereinsikonen von Inter, historischer Mittelfeldspieler des Mailänder Klubs, mit dem er 1980 den Scudetto gewann und zwei Spielzeiten später einen italienischen Pokal. Unmittelbar nach der Nachricht kam die Anteilnahme des frisch gekrönten italienischen Meisters: „Wir können es nicht fassen. In unseren Erinnerungen und im Alltag war Evaristo immer einer von uns. Unbeschreiblich, wie seine Dribblings, einzigartig, wie sein Umgang mit dem Ball.“
Der ehemalige Fußballer und Sportfunktionär, der vor seiner Zeit in Schwarz-Blau auch in seiner Heimatstadt Brescia spielte (sowie bei Sampdoria, mit einem weiteren Pokalsieg, und bei Monza und Barletta), wäre in wenigen Tagen 70 geworden, am 12. Mai. Seit einem Jahr war sein Gesundheitszustand kritisch, nach einer Hirnblutung im Januar 2025 und einer langen Zeit im Koma. Er starb in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch in der Klinik Poliambulanza in Brescia, wo er behandelt wurde.
Evaristo Beccalossi ist tot: Der Zehner, der San Siro verzauberte
„Becca“ war in der Curva Nord besonders beliebt wegen seines Esprits und seiner Fantasie, aber auch und vor allem wegen eines außergewöhnlichen Doppelpacks in einem Derby im Herbst 1979 – dem Jahr des Scudetto –, unter einem Wolkenbruch, der San Siro durchnässte. Zwei Tore gegen den AC Milan, der gerade erst den Stern für den zehnten Meistertitel auf dem Trikot getragen hatte.
In einer Epoche, in der Trikotnummern die Rolle anzeigten und noch keine Marke waren, trug er die 10. Zusammen mit der Nummer 9, Sandro „Spillo“ Altobelli, bildete er ein Duo, das den Spitznamen „gemelli del gol“ (dt.: „Tor-Zwillinge“) bekam.

Über ihn sagte vor zwei Monaten der FIFA-Präsident Gianni Infantino, bekennender Inter-Fan: „Er war eine Zehn, die uns träumen ließ.“ Nach dem Karriereende hatte Beccalossi Mailand nie verlassen, nicht einmal das Viertel rund um das San-Siro-Stadion, das man vom Fenster seiner Wohnung aus sehen konnte. Dann kamen die Hirnblutung, der lange Krankenhausaufenthalt – und sein Zustand verschlechterte sich zusehends.
Arbeit mit dem Nachwuchs bis zuletzt
Nach einer kurzen politischen Laufbahn mit der UDC hatte er lange im Nachwuchsbereich gearbeitet und wurde 2018 Delegationsleiter der Nachwuchsteams des italienischen Fußballverbands. Vor drei Jahren trug er dazu bei, die U19 zurück zum Gewinn der Europameisterschaft zu führen: „Den Jungs [...] sage ich immer, dass neben Systemen und Training den Unterschied der Kopf ausmacht, die Art, wie man sich auf dem Platz und außerhalb des Platzes verhält.“
Artikel wird aktualisiert (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit Corriere della Sera)