Sturm-Juwel Robert Ramsak im tz-Interview: „Mein großer Traum ist die Champions League“

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Von: Philipp Kessler

Robert Ramsak wechselt vom FC Bayern zu RB Leipzig. Im tz-Interview spricht der U17-Welt- und Europameister über die Gründe seines Transfers und seine Ziele.

München - Stark auf dem Rasen, stark auf der Schulbank. Mitte Juni hat Robert Ramsak sein Abitur im Städtischen Theodolinden Gymnasium in Harlaching erfolgreich abgeschlossen. Nun steht der nächste Härtetest für den Münchner Stürmer an – bei RB Leipzig. Im tz-Interview spricht der deutsche U17-Welt- und Europameister über seinen Wechsel vom FC Bayern zum Sachsen-Club, seine Ziele und seine schönsten Erinnerungen im Trikot des deutschen Rekordmeisters.

Robert, erst einmal: Glückwunsch zum Abitur.

Vielen Dank. Die Prüfungen sind wirklich sehr gut gelaufen. Mathe und Deutsch sind schriftlich Pflicht, als drittes Fach habe ich Französisch genommen. Bei den zwei mündlichen Fächern habe ich mich für Sport-Theorie und Wirtschaft entschieden. Ich habe mit einem Notenschnitt von 2,0 abgeschlossen.

Wie hast du es geschafft, Schule und Fußball unter einen Hut zu bekommen?

Mit viel Fleiß. Bislang war mein Alltag nur davon geprägt.

Hast du keinen Ausgleich?

Zuletzt kaum. Wenn ich mal Zeit hatte, bin ich zum Boxen gegangen. Es ist aber nicht so, dass ich mir dabei die Nase kaputtschlagen lasse. Als Ausgleich ist der Sport gut. Man baut sich auch Selbstvertrauen auf.

Robert Ramsak bereitet sich im Urlaub auf RB Leipzig vor.
Robert Ramsak bereitet sich im Urlaub auf RB Leipzig vor. © Privat

Im Urlaub schuftest du ebenfalls…

Ich trainiere in Kroatien mit meinem Individualtrainer meiner Agentur DB & Equipe. Wir legen dabei viel Wert auf Details. Egal, ob es um Freilauf-Bewegungen oder Technik geht – alles muss perfekt sein. Denn nur mit Perfektion kann man später erfolgreich werden.

Ende des Monats beginnst du mit deinem Wechsel vom FC Bayern zu Leipzig ein neues Kapitel. Warum hast du dich für RB entschieden?

Weil mir die handelnden Personen eine Perspektive aufgezeigt haben, einen gesunden Weg, wie sie mich an die Profis heranführen wollen. Sie bieten mir die Kapazitäten, mich sportlich weiterzuentwickeln. Ich habe hier die Möglichkeit, jeden Tag Vollgas zu geben und besser zu werden. Das war ausschlaggebend. Die Vorfreude ist sehr groß. Ich kann es kaum erwarten, das neue Kapitel anzufangen.

Hast du schon eine neue Wohnung gefunden?

Im ersten Jahr bin ich im Internat untergebracht. Das finde ich auch besser, weil ich mich dort nicht um ganz so viele Sachen kümmern muss. So kann ich mich besser und schneller integrieren, habe auch meine neuen Kollegen um mich rum und bin direkt am Gelände. Das sind kurze Wege.

Für welche Mannschaft bist du in Leipzig eingeplant?

Ich spiele erst mal für die U19. Dort möchte ich mich schnellstmöglich integrieren, Führungsspieler werden, vorangehen und viele Tore schießen. Zudem werde ich versuchen, so viele Trainingseinheiten wie möglich mit den Profis zu absolvieren. Eines ist auch klar: Nur wenn ich Leistung in der U19 bringe, empfehle ich mich für die erste Mannschaft.

Eine Möglichkeit, beim Team von Trainer Marco Rose Eindruck zu hinterlassen, hast du in der Saison-Vorbereitung.

Stimmt. Da geht es für mich mit in die USA. Zuerst nach New York, da haben wir ein Testspiel gegen Aston Villa. Der zweite Stopp ist Miami, dort treffen wir auf Wolverhampton.

Im Red-Bull-Kosmos haben sich viele Stürmer zu Weltstars entwickelt. Welcher davon ist dein Vorbild?

Erling Haaland. Er ist zwar in Salzburg gewachsen, aber wenn man sieht, wie er spielt, ist das schon einmalig. Es gibt nicht so viele Stürmer wie ihn auf dem Planeten. Es ist beeindruckend zu sehen, dass er aus dem Red-Bull-Kosmos kommt und dort als junger Spieler geschliffen wurde.

Bei Leipzig sorgt derzeit Benjamin Sesko für Furore.

Er ist ein Topstürmer und hat in der abgelaufenen Saison sehr gut gespielt. Ich hoffe, dass ich in Zukunft einiges von ihm lernen kann.

Was zeichnet dich aus?

Ich bin sehr abschlussstark – mit beiden Füßen. Sowohl mit rechts als auch mit links kann ich aus mehreren Lagen Tore erzielen. Ich habe auch eine mannschaftsdienliche Art zu spielen. Das sind zwei Eigenschaften, die mich sehr gut beschreiben.

Wie schaffst du es, vor dem Tor cool zu bleiben?

Das ist die Kunst. Das kann man schwer beschreiben. Ich würde sagen, das ist mein Instinkt. Zweitens kommt das auch vom Training. Ich mache viel dafür, dass ich die Chancen, die ich bekomme, auch nutze. Ich arbeite außerdem mit meinem Individualtrainer an meinem Abschluss. Ich habe aber auch schon als kleiner Junge angefangen, mit meinem Vater auf den Platz zu gehen und Abschlüsse zu trainieren. Das zahlt sich jetzt auch aus.

Seit der U9 hast du für den FC Bayern gespielt. Ist es dir schwergefallen, den Verein zu verlassen?

Natürlich. Der FC Bayern ist mir schon als ganz kleiner Junge – noch bevor ich für den Club gespielt habe – ans Herz gewachsen. . Ich muss aber auch sagen, dass jetzt für mich Zeit für einen Tapetenwechsel wurde. Ich kann mich damit neu beweisen und neue Reize setzen. Dafür ist Leipzig der richtige Schritt. Trotzdem werde ich dem FC Bayern immer dankbar sein.

Was ist deine schönste Erinnerung an den FCB?

Zuletzt war das die Youth-League-Reise. Wir haben es bis ins Viertelfinale geschafft, das hat bisher noch keine U19 des FC Bayern geschafft. Natürlich wären wir gerne noch weiter gekommen, aber leider hat es nicht zu mehr gereicht.

Was bleibt dir noch im Kopf?

In der U9 hatten wir ein Turnier in Marseille. Wir sind dort als Mannschaft hingeflogen. Unsere Eltern sind in einem Kombi-Bus hingefahren und hatten auch ihren Spaß. Das war schon ein Event, das noch immer sehr präsent ist.

War dein Papa dein erster großer Förderer?

Auf jeden Fall. Ich habe mit ihm als ganz kleiner Junge angefangen. Er hat den ganzen Weg mitgemacht. Ich bin ihm auch sehr dankbar dafür. Auf meinem Weg hat er mir sehr viel geholfen, er war immer dabei. Genau wie meine Mutter. Ich bin ihnen sehr dankbar.

Hier trifft er noch im Bayern-Trikot: In Zukunft geht Robert Ramsak für RB Leipzig auf Torejagd.
Hier trifft er noch im Bayern-Trikot: In Zukunft geht Robert Ramsak für RB Leipzig auf Torejagd. © IMAGO

Ramsaks großer Traum ist die Champions League

Deine Mama ist Kroatin, dein Papa Slowene. Was ist typisch Kroatisch an dir und was Slowenisch?

Ich bin ziemlich ruhig. In manchen Situationen kann ich aber auch aus mir rauskommen. Slowenen sind eher die Ruhigen. Die sind nicht so heißblütig wie die Kroaten. In ein paar Momenten komme ich auch aus mir raus, dann, wenn etwas überkocht. Das habe ich wahrscheinlich von meiner Mutter. (lacht)

Und was ist Deutsch?

Fleiß, Pünktlichkeit, Zuverlässigkeit.

Mit der deutschen U17 hast du im vergangenen Jahr große Erfolge gefeiert.

Wenn mir vorher jemand gesagt hätte, dass wir Welt- und Europameister werden, hätte ich nicht damit gerechnet. Das hat sich alles so aufgebaut. Wir sind bei der EM mit einem 4:0 gegen Portugal ins Turnier gestartet. Das war schon ein Ausrufezeichen an die anderen Nationen. Dann waren wir in unserem Flow. Wenn unser Zug einmal anrollt, dann ist er nicht mehr zu stoppen. Und genau so hat sich das auch bis zur WM fortgesetzt.

Welche Träume willst du dir im Profifußball verwirklichen?

In absehbarer Zukunft ist mein ganz großer Traum, in der Champions League zu spielen. Ich habe schon in der Youth League gemerkt, dass das noch mal mehr Attraktivität hat, sich gegen Vereine aus ganz Europa zu messen. Interview: Philipp Kessler

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