„Stört mich schon“: DFB-Star Woltemade rechnet mit Kritikern ab
Nick Woltemade trifft bei Newcastle United seltener als nach seiner Ankunft. Der DFB-Star sieht dafür aber logische Gründe und wehrt sich gegen seine Kritiker.
Im Sommer 2025 wechselte Nick Woltemade für 75 Millionen Euro vom VfB Stuttgart zu Newcastle United. Der Transfer wurde von vielen Experten kritisch beäugt, nachdem der FC Bayern monatelang um die Dienste des Mittelstürmers geworben hatte. Doch Woltemade strafte in den ersten Wochen nach seiner Ankunft alle Kritiker Lügen und traf auf Anhieb wie am Fließband.

In den vergangenen Monaten änderte sich die Rolle von Woltemade jedoch und die Tore ließen nach. Es dauerte nicht lange, da war in den Medien von einer Torflaute, später dann von einer Formkrise die Rede. Während Ersteres nicht von der Hand zu weisen ist – Woltemade wartet in der Premier League seit Dezember auf ein Tor –, wehrte der Stürmer sich in einem SZ-Interview jetzt vehement gegen die Vorwürfe einer Formkrise.
Woltemade wehrt sich gegen Torflauten-Kritik
„Natürlich könnte man von außen draufschauen und sagen: Der hat im neuen Jahr erst ein Tor geschossen (im FA Cup, Anm. d. Red.), was ist denn mit dem los?“, sagte Woltemade. „Aber wer sich wirklich mit meinen Spielen befasst, der weiß auch, warum das so ist.“ Und der Grund ist simpel: „Ich spiele auf einer ganz anderen Position als noch zu Saisonbeginn.“
Unter Eddie Howe rückte Woltemade jüngst in tiefere Positionen und spielte zuletzt sogar Manndeckung gegen Chelsea-Zehner Cole Palmer. „Ich weiß, dass man mich mit Toren verbindet, aber man kann die Torquote eines Stürmers ja nicht mit der eines Mittelfeldspielers vergleichen, der 50, 60, 70 Meter vom gegnerischen Tor entfernt spielt“, erklärte Woltemade. „Im Moment müsste man mich eher danach bewerten, wie ich meine Zweikämpfe führe oder die Räume sichere.“
Dass er in seiner neuen Rolle deutlich weniger Tore schieße, sehe er „völlig entspannt“, so Woltemade weiter. „Ich finde es gar nicht schlecht, mein Repertoire zu erweitern. Das ist die Aufgabe, die ich gerade habe, und die versuche ich zu meistern.“ Daher empfinde er seine Ausbeute „nicht so negativ, wie das von außen gesehen wird“.
Trotzdem ging dem Nationalspieler die Kritik an seinem Spiel nah. „Ärgern ist vielleicht zu viel gesagt, aber es stört mich schon. Ich spiele im Moment halb links oder halb rechts in einem Fünfermittelfeld und würde gerne nach diesem Profil beurteilt werden. Wenn mir jemand eine Formkrise unterstellt, würde ich einfach mal behaupten, dass derjenige nicht viele Spiele von Newcastle United sieht.“
Nagelsmann setzte für Woltemade Undav auf die Bank
Bei der deutschen Nationalmannschaft geriet Woltemade jüngst ins Kreuzfeuer einer anderen Debatte. Tausende Fans forderten Julian Nagelsmann beim Heimspiel gegen Ghana (2:1) dazu auf, VfB-Stuttgart-Torjäger Deniz Undav aufzustellen. Der Bundestrainer setzte stattdessen auf den vermeintlich kriselnden Woltemade.
„Er sieht mich als Teil einer flexiblen Offensive“, erklärte der Angreifer seine Rolle im DFB-Team. „Wir spielen bei der Nationalmannschaft gar nicht mit einer klassischen Neun, wir spielen mit vielen Positionswechseln, gehen in die Zwischenräume oder auch mal in die Tiefe. Ich glaube, das macht uns schwer ausrechenbar, und das ist auch eine Spielweise, die mir guttut.“ (mbo)