„Beschämende Entscheidung“: Ukraine-Outfit bei Paralympics wegen alter Landkarte verboten
Das ukrainische Paralympics-Team muss kurz vor Beginn der Spiele seine Kleidung überarbeiten. Grund dafür ist eine Karte auf den Outfits.
Am Freitag (6. März) beginnen die Paralympics in Mailand und Cortina. In den Tagen vor der Eröffnungsfeier erregt ein Zwischenfall internationale Aufmerksamkeit – und erinnert an einen ähnlichen Fall bei den Winterspielen im Februar. Das Internationale Paralympische Komitee hat dem ukrainischen Team für deren geplante Teamanzüge ein Verbot erteilt.

Das Problem: Auf den Team-Outfits war eine Landkarte der Ukraine zu sehen, die das Land in seinen Grenzen von 1991 zeigt. Heißt: Auch heute von Russland besetzte Gebiete wie die Krim waren darauf als Teil der Ukraine zu sehen. Das IPC untersagte die Nutzung einer solchen Karte und zitierte das Verbot politischer Botschaften als Grundlage.
Paralympisches Komitee verbietet Ukrainern geplante Teamkleidung wegen Landkarte
„Gemäß den IPC-Regeln für Paralympics-Uniformen sind ‚Texte von Nationalhymnen, motivierende Worte, öffentliche/politische Botschaften oder Slogans, die sich auf die nationale Identität beziehen‘ verboten“, ließ ein Sprecher des Komitees verlauten. „Im Dialog mit dem Ukrainischen Paralympischen Komitee wurde innerhalb von 24 Stunden eine Alternative vorgelegt, die vom IPC genehmigt wurde.“
Die Entscheidung stieß im Lager der Ukraine auf Widerstand. Der Chef des Ukrainischen Paralympischen Komitees, Valerii Sushkevych, beschwerte sich gegen das Verbot und sprach von einer „sehr schönen, sehr symbolischen“ Uniform. „Wir haben es gerade noch geschafft, eine neue Uniform fertigzustellen.“
Der Vorfall erinnerte an den Fall von Vladyslav Heraskevych, der bei Olympia im Februar nicht mit seinem Helm antreten durfte, auf dem die Bilder von im Krieg von Russland getöteten Ukrainern zu sehen gewesen waren. Der Skeletoni nahm auf Instagram auch zum Paralympics-Verbot Stellung und sprach von einer „beschämenden Entscheidung“.
Heraskevych hatte bei den Spielen zwar mit seinem Helm trainieren dürfen, doch das IOC hatte ihm die Teilnahme an den Skeleton-Wettbewerben mit dem Kopfschutz untersagt und ebenfalls das Verbot politischer Botschaften als Grund zitiert. Heraskevych wollte trotzdem mit seinem Helm antreten und wurde daraufhin von den Organisatoren disqualifiziert. (mbo)