Flohmarkt-Fund aus der Rhön löst Bieterwettstreit bei „Bares für Rares“ aus
Ein alter Post-Omnibus der Firma Tippco sorgt für glänzende Augen bei „Bares für Rares“. Das alte Spielzeug ist ein Flohmarkt-Fund aus der Rhön. Um das Stück entbrennt ein intensives Bietergefecht.
„Das gefällt mir aber wieder außerordentlich gut“, lautet der erste Kommentar von „Bares für Rares“-Moderator Horst Lichter – seit Kurzem offizielles Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr seiner Heimatstadt –, als er den leuchtend gelben Spielzeug-Bus mit Fernbedienung sieht. „Da wäre ich als Kind sehr stolz drauf gewesen.“ Auch Experte Sven Deutschmanek zeigt sich beeindruckt. Immerhin funktioniert das rund 60 Jahre alte Spielzeug noch einwandfrei. Keine Selbstverständlichkeit.

Das bestätigt auch der Besitzer des Post-Omnibusses, Roland Fröhling aus der Nähe von Schweinfurt in Unterfranken. Denn das Spielzeug, das er auf einem Dorf-Flohmarkt in der Rhön erstanden hat, sei ein „Risikokauf“ gewesen. Die Fernbedienung hatte nicht funktioniert, seinem Schwager gelang es allerdings, diese zu reparieren.
„Bares für Rares“-Händler kämpfen um Flohmarkt-Fund aus der Rhön
Sven Deutschmanek kann nur mutmaßen, wo der Defekt gelegen haben könnte, denn Spuren einer Reparatur entdeckt der „Bares für Rares“-Experte nicht: „Das kann eigentlich nur ein Defekt am Kabel gewesen sein, der verlötet wurde.“ Denn insgesamt befinden sich Bus und Fernbedienung in einem „außerordentlich guten“ und originalen Zustand. Gebrauchs- und Reparaturspuren weist lediglich der Karton auf, auch der sei aber noch original.
Hergestellt wurde der Postbus in der Spielzeugstadt Nürnberg von der Firma Tippco, die bekannt war für ihr Blechspielzeug. Laut Experte Deutschmanek spielt Tippco in einer Liga mit der Firma Schuco, einer der bekanntesten Spielzeug-Hersteller. In Sachen Blechspielzeug habe Tippco sogar ein wenig die Nase vorn gehabt, weil sie stabileres Material nutzten. Bis 1971 habe Tippco produziert, der Postbus stammt aus den Jahren 1964 bis 1969.
Deutschmaneks abschließendes Urteil über das rund 60 Jahre alte Spielzeug: „Absolut sammelwürdig.“ 300 Euro hätte Roland Fröhling gerne für seinen Bus, die absolute Schmerzgrenze „mit einer Träne im Auge“ legt der Unterfranke auf 220 Euro fest. Der Experte legt sich genau dazwischen fest, nennt einen für ihn realistischen Preis zwischen 240 und 280 Euro.
Auf geht es also für Roland und seine Begleiterin Petra Gram in den Händlerraum. Der ist diesmal mit einigen Spielzeug-Liebhabern besetzt, darunter „Bares für Rares“-Urgestein Waldi Lehnertz, der Niederländer Jos van Katwijk sowie Julian Schmitz-Avila. Ergänzt wird die Runde durch Schmuck-Händlerin Elisabeth „Lisa“ Nüdling aus Fulda sowie den Wiesbadener David Suppes, der ebenfalls mit Edelmetallen wie Gold und Silber handelt.
Waldi Lehnertz muss Stichelei von „Bares für Rares“-Kollege aushalten
Waldi Lehnertz prescht gleich nach vorn: „Mein Freund Marco hat ein Busunternehmen, dem hau’ ich das aufs Auge.“ Den Gebotsreigen eröffnet der Eifel-Händler mit eigener TV-Show mit seinen obligatorischen 80 Euro. Julian Schmitz-Avila geht da mit, schnell steigt der Preis auf 200 Euro. Da schaltet sich Jos van Katwijk ein und das Bietergefecht geht weiter. Bei 340 Euro kommt Schmitz-Avila ins Zweifeln, Waldi ist längst raus – und muss eine Stichelei von Kollege David Suppes aushalten: „Was ist los, Waldi, ich dachte, du musst den Bus unbedingt haben.“
Schließlich macht Jos van Katwijk das Rennen. Für 350 Euro wechselt der Post-Omnibus den Besitzer, und zieht von der Rhön in die Niederlande. Schon einmal übrigens hat van Katwijk ein altes Spielzeug bei „Bares für Rares“ gekauft, damals allerdings nicht ganz freiwillig – wegen der Bezeichnung für das Spielzeug wurde er damals von seinen Kollegen mehr oder weniger zum Kauf genötigt.