Vier Jahre Haft nicht genug? Staatsanwaltschaft will längere Gefängnisstrafe für Marius Borg Høiby
Nachdem Marius Borg Høiby bereits Berufung eingelegt hat, zieht nun auch die Staatsanwaltschaft nach – mit einem klaren Ziel.
Im Fall Marius Borg Høiby (29) geht der Rechtsstreit in die nächste Runde. Die Osloer Staatsanwaltschaft hat eine Gegenberufung gegen das Strafmaß eingelegt – und will damit eine härtere Gefängnisstrafe für den Sohn von Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit (52) erwirken. Das berichtet die norwegische Zeitung Dagbladet unter Berufung auf NTB.

Ein Osloer Gericht hatte Høiby am 15. Juni zu vier Jahren Haft verurteilt – wegen 34 Straftaten, darunter zwei Vergewaltigungen und Misshandlung in einer Beziehung. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich sieben Jahre und sieben Monate gefordert. Zwei weitere Vergewaltigungsvorwürfe endeten mit Freispruch – diesen Freispruch will Staatsanwalt Henriksbø allerdings ausdrücklich nicht anfechten. Diese Entscheidung traf er in Abstimmung mit den Rechtsbeiständen der betroffenen Frauen.
Gegenberufung eingelegt: Staatsanwaltschaft schließt sich Høibys Berufungsverfahren an
Dabei ist die Staatsanwaltschaft auf eine Besonderheit angewiesen: Sie hat keine eigenständige Berufung eingelegt, sondern eine sogenannte Gegenberufung – die nur dann greift, wenn das Berufungsgericht Høibys Antrag überhaupt zulässt. Wird Høibys Berufung abgelehnt, gibt es kein neues Verfahren – und damit auch keine Möglichkeit für die Staatsanwaltschaft, eine härtere Strafe durchzusetzen. Ironischerweise ist sie also darauf angewiesen, dass Høibys Antrag Erfolg hat.
Høiby selbst hatte bereits zu Beginn der Woche offiziell Berufung gegen seine Verurteilung eingelegt – insbesondere gegen die beiden Vergewaltigungsurteile sowie die Verurteilung wegen häuslicher Gewalt gegenüber einer Ex-Freundin. Høiby bestreitet die Vorwürfe bis heute. Sein Anwalt Petar Sekulic erklärte laut dpa unter Berufung auf NTB: „Deshalb ist für ihn klar, dass wir in Berufung gehen.“
Der 29-Jährige sitzt seit Februar in Untersuchungshaft. Mehrere Anträge auf Entlassung waren gescheitert – zuletzt hatte er vergeblich auf die schwere Erkrankung seiner Mutter verwiesen. Wie das norwegische Magazin Se og Hør berichtet, hat Høiby seinen Kampf gegen die Inhaftierung nun vorerst aufgegeben und akzeptiert den aktuellen Haftbeschluss. Mindestens bis zum 13. Juli bleibt er damit hinter Gittern. Verwendete Quellen: NTB, dpa, Dagbladet, Se og Hør