5 Nachnamen, die bald nicht mehr im Personalausweis stehen müssen

Aktualisiert:

Von: Felicitas Breschendorf

Du hast keinen Bock auf deinen Nachnamen? Die Bundesregierung reformiert das Namensrecht. Bei manchen Exemplaren bietet sich das besonders an.

Nach der Veröffentlichung der beliebtesten Vornamen 2022 gibt es Neuigkeiten bei den Nachnamen: Das starre deutsche Namensrecht soll nach dem Willen der Bundesregierung flexibler werden. So sollen Paare und deren Kinder mehr Freiheit bei der Wahl des Nachnamens erhalten, wie das Kabinett am Mittwoch (23. August) in Berlin beschloss. Künftig sollen etwa beide Ehepartner:innen einen Doppelnamen führen können.

Erwachsene können bald leichter ihren Namen ändern – vorausgesetzt, es ist der Name der Eltern

Dabei geht die Meldung, die nicht nur Ehepartner:innen, sondern alle Erwachsenen betrifft, völlig unter: Wer keinen Bock auf seinen Namen hat, soll ihn in Zukunft einmalig leichter ändern können. Bisher braucht man dafür einen wichtigen Grund.

Du kannst dann aber nicht plötzlich jeden beliebigen Nachnamen wählen. Aber du könntest vom Namen des einen Elternteils zu dem des anderen wechseln. Oder, einen Doppelnamen aus den Namen beider annehmen. Genauso sollen Menschen, die als Kind einen Doppelnamen erhalten haben, diesen auf nur einen seiner Bestandteile verkürzen. Nach der Trennung ihrer Eltern können auch Kinder den Namen des jeweils anderen Elternteil annehmen.

Die Neuerungen sollen nach dem Willen der Bundesregierung zum 1. Mai 2025 in Kraft treten, damit die Standesämter genug Zeit zur Umstellung haben. Übrigens nicht geplant ist das sogenannte Mashing nach einer Heirat: Eine Verschmelzung von Namen, bei der etwa „Müller“ und „Özcan“ zu „Mülcan“ oder „Özler“ würden.

5 Arten von Nachnamen, die Leute jetzt loswerden können

Über den Beschluss, seinen Nachnamen ändern zu können, werden sich so manche freuen. Denn es gibt in Deutschland Nachnamen, bei denen du deinen Ohren kaum traust. Andere sind wiederum völlig unpraktisch. Wir haben fünf Beispiele für euch.

Achtung: Die folgende Aufzählung soll keine Namen diskriminieren. Ein Name kann ernsthafte negative Konsequenzen haben, die nicht zu unterschätzen sind. Migrantinnen und Migranten haben oft wegen ihres Namens Probleme auf dem Arbeits- oder Wohnungsmarkt. Und es gibt Kinder, die in der Schule wegen ihrem Namen gemobbt werden. Ein Nachname sollte nie dazu führen müssen, dass eine Person sich schlecht fühlt, oder keine andere Option sieht, außer ihn zu ändern.

1. Müller, Schmidt oder Schneider

Gefühlt jeder zweite Mensch heißt Müller. Ganz so ist es nicht, aber Müller ist trotzdem mit Abstand der häufigste Nachname in Deutschland. Danach folgen Schmidt und Schneider. Bei Instagram braucht der Accountname in so einem Fall immer noch ein paar Zahlen, weil der eigene schon vergeben ist. Wenn es im Klassenzimmer oder der Arbeit mehr als einen Müller gibt, kann es zu Verwechslungen kommen.

2. Nachnamen, die eigentlich Vornamen sind

Wenn man zum Beispiel Martin oder Fritz mit Nachnamen heißt, kann das zu Verwirrung führen. Wenn die Personen sich vorstellen, erwartet das Gegenüber, dass der Name noch weitergehen muss. So kann es zu awkwarden Momenten kommen. „Kommt da noch was?“

3. Schwierig zu buchstabierende Nachnamen

„Wie bitte, wie schreibt man das?“ – „,Berta, Richard, Emil, Siegfried, ....“ Seinen Namen am Telefon buchstabieren zu müssen, kann ganz schön nervig sein. Immer und immer wieder dasselbe, ob man mit einer Servicestelle oder über die Arbeit mit einer fremden Person telefoniert. Trotzdem versucht man, geduldig zu sein, denn die andere Person am Hörer hat es nicht weniger schwer. Sie versucht, die Buchstaben wie Puzzleteile zusammenzufügen.

4. Ewig lange Namen

Noch schlimmer ist es, wenn der Name nicht nur schwer zu buchstabieren, sondern auch noch ewig lang ist. Da kann der Geduldsfaden des Gegenübers in der Vorstellungsrunde wortwörtlich reißen. Oft passt der Name auch nicht in die Lücke bei Formularen. Ich spreche mit Breschendorf aus eigener Erfahrung. Die Länge ist auch ein typisches Problem von Doppelnamen, die man künftig ja in der Mitte durchschneiden kann.

5. Namen, die es so ähnlich auch schon gibt

Meier, Mayer oder Maier? Wenn es einen Namen in unterschiedlichen Varianten gibt, kommt der Besitzer oder die Besitzerin in Erklärungsnot. Warum wurden Namen überhaupt in ähnlichen Versionen zugelassen? Liebes Standesamt, es hätte Sinn ergeben, den einen Maier festzulegen und alle anderen Meiers und Mayers zu verbieten.

Und was bedeutet eigentlich dein Name? Finde es heraus.

Kommentare

$Teilen