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Affenpocken-Infektionen: Großbritannien verhängt Quarantäne für Kontaktpersonen

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Von: Sandra Kathe, Isabel Wetzel, Nadja Austel, Sophia Lother, Tanja Koch, Sarah Neumeyer, Alina Schröder

Das Affenpocken-Virus breitet sich weiter aus. In Deutschland wird der vierte Fall bekannt und Großbritannien ordnet eine Quarantäne für Kontaktpersonen an.

+++ 16.08 Uhr: Das Affenpockenvirus ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. Karl Lauterbach äußerte sich nun zu einer möglichen Impfung und Quarantäne, um die Affenpocken einzudämmen. Alle Informationen dazu finden Sie in unserem aktuellen News-Ticker.

Affenpocken-Infektionen: Großbritannien verhängt Quarantäne für Kontaktpersonen

+++ 13.00 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA empfiehlt für enge Kontaktpersonen von Affenpocken-Infizierten eine dreiwöchige Quarantäne. Als höchstwahrscheinlich infiziert gelte, wer entweder im selben Haushalt mit einer erkrankten Person lebe, mit einer solchen Geschlechtsverkehr gehabt oder deren Bettwäsche ohne Schutzkleidung gewechselt habe, hieß es in einer Mitteilung am Montag (23. Mai). Diese Gruppe soll demnach neben der Empfehlung zur Quarantäne auch eine schützende Pockenimpfung erhalten. Vermieden werden solle insbesondere der Kontakt mit Schwangeren, Kindern unter zwölf Jahren sowie Menschen mit unterdrücktem Immunsystem, so die UKHSA.

Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Affenpockenvirus. (Archivfoto)
Diese elektronenmikroskopische Aufnahme zeigt das Affenpocken-Virus. (Archivfoto) © Essbauer/Sanitätsdienst der Bundeswehr/dpa

In Deutschland gibt es noch keine allgemeinen Empfehlungen für Kontaktpersonen von Affenpocken-Patientinnen und Patienten. Man arbeitete derzeit aber daran, teile das Robert Koch-Institut auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Gesundheitsämter könnten aber bereits jetzt jederzeit Isolierung und Quarantäne anordnen, so eine Sprecherin. Zuvor hatte Belgien als erstes Land in Europa eine Quarantäne angeordnet. Allerdings vorerst nur für Menschen, bei denen eine Affenpocken-Infektion bereits nachgewiesen wurde.

Affenpocken: Infektionen auf belgischem Festival? Organisatoren warnen

+++ 10.30 Uhr: Organisatoren des Fetisch-Festivals „Darklands“ in Belgien warnen Besuchende vor einer möglichen Affenpocken-Infektion, nachdem die Gesundheitsbehörden drei Fälle mit der kürzlich in Antwerpen zu Ende gegangenen Veranstaltung in Verbindung gebracht haben. Das Festival veröffentlichte den Hinweis auf seiner Website. Es handelt sich dabei um eine viertägige Veranstaltung, die sich laut eigenen Angaben primär an homosexuelle Männer richtet.

„Es gibt Grund zu der Annahme, dass das Virus von Besuchern aus dem Ausland auf das Festival eingeschleppt wurde, nachdem in anderen Ländern kürzlich Fälle aufgetreten sind“, so die Festivalorganisatoren in ihrem Beitrag. Ferner hätten die Gesundheitsbehörden die Festivalveranstalter gebeten, den Besuchern zu raten, drei Wochen lang nach dem letzten engen Kontakt zu Menschen auf Symptome und ungewöhnliche Veränderungen auf ihrer Haut zu achten.

Typische Symptome einer Infektion mit Affenpocken
Fieber
Kopf-, Muskel- und Rückenschmerzen
Geschwollene Lymphknoten
Schüttelfrost
Ausschlag
Quelle: RKI

Mit dem Stand von Samstag (21. Mai) geht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) insgesamt von rund 90 bestätigten Affenpocken-Fällen sowie 30 Verdachtsfällen aus. Die meisten Fälle gibt es derzeit in Europa, insbesondere in Spanien und Portugal. Die WHO geht allerdings davon aus, dass weitere Fälle gemeldet werden, sobald mehr Daten über die Ausbrüche vorliegen. Hans Kluge, der WHO-Regionaldirektor für Europa, sagte am Freitag (20. Mai), das Virus könne sich besonders bei Sommerfesten und Partys weiter ausbreiten. 

Gesundheitsministerium erwartet weitere Affenpocken-Fälle

Update vom Montag, 23. Mai, 08.00 Uhr: Das Bundesgesundheitsministerium erwartet noch zunehmende Affenpocken-Fälle. „Aufgrund der vielfältigen Kontakte der derzeit Infizierten ist in Europa und auch in Deutschland mit weiteren Erkrankungen zu rechnen“, heißt es in einem Bericht für den Gesundheitsausschuss des Bundestages. Mit Stand von Sonntagnachmittag (22. Mai) gebe es inzwischen vier bestätigte Infektions- und Erkrankungsfälle in Deutschland - einen in München und drei in Berlin. Proben weiterer Personen seien in Abklärung. Kontaktpersonen würden derzeit ermittelt.

„Es handelt sich inzwischen um ein Geschehen mit internationaler Verbreitung“, heißt es in dem Ministeriumsbericht weiter, der der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vorliegt. In zahlreichen Ländern seien inzwischen mehr als 130 bestätigte Fälle und Verdachtsfälle nachgewiesen, „Tendenz täglich steigend“. Bisher sei bei den in Europa festgestellten Infektionen die westafrikanische Affenpocken-Variante nachgewiesen worden, weitere Genomanalysen liefen jedoch noch.

Affenpocken: Pockenimpfung schützt laut Gesundheitsministerium vor Infektion

Um mögliche Erkrankungen zu registrieren und die Weiterverbreitung zu verhindern, sollten diagnostizierte Infektionsfälle systematisch erfasst und isoliert werden. Diese sollten von Ärztinnen, Ärzten und Laboren gemäß dem Infektionsschutzgesetz gemeldet werden. „Eine Pockenimpfung schützt vermutlich auch vor Affenpocken“, so das Ministerium weiter. In der Bundesrepublik sei sie bis 1975 für Einjährige Pflicht gewesen, in der DDR sei eine Impfpflicht 1982 aufgehoben worden.

Die Bundesregierung hat laut dem Bericht etwa 100 Millionen Dosen Pockenimpfstoff eingelagert. Davon seien zwei Millionen Dosen an die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gespendet und für sie eingelagert worden. Inwieweit eine Pockenimpfung für Kontaktpersonen und Risikogruppen empfohlen werde, sei noch Gegenstand der fachlichen Abklärung. Das Ministerium verweist auf die bereits veröffentlichte Risikoeinschätzung des Robert Koch-Instituts (RKI), wonach eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland nach derzeitigen Erkenntnissen als gering eingeschätzt wird.

Affenpocken-Virus: Belgien ordnet Quarantäne-Pflicht an

+++ 21.20 Uhr: Als erstes Land weltweit hat Belgien eine Quarantäne-Pflicht für Menschen eingeführt, bei denen in dem Land eine Affenpocken-Infektion nachgewiesen wurde. Das berichtet das Nachrichtenmagazin Focus Online am Sonntag (22. Mai). Demnach werde für Betroffene eine 21-tägige Isolierung angeordnet. Kontaktpersonen müssen sich nicht in Quarantäne begeben. Bis Sonntagabend waren in Belgien drei Fälle der Infektionskrankheit bestätigt.

Update vom Sonntag, 22. Mai, 16.55 Uhr: Die britische Gesundheitsbehörde UKHSA beobachtet eine weitere Verbreitung der Infektionskrankheit Affenpocken in Großbritannien. Das bestätigte UKHSA-Chefin Susan Hopkins am Sonntag – gegenüber der BBC sprach sie von „täglich mehr Fällen“. Nachdem bisher 20 Fälle der Infektionskrankheit in Großbritannien bekannt sind, wolle die Behörde am Montag neue Zahlen veröffentlichen.

„Wir entdecken täglich mehr Fälle, und ich möchte all den Menschen danken, die sich zum Testen bei Kliniken für sexuelle Gesundheit, Hausärzten und Notaufnahmen melden“, sagte Hopkins. Das Virus werde vor allem in städtischen Gegenden übertragen, ohne dass die Fälle eine Verbindung zu West- oder Zentralafrika aufwiesen, wo die Infektion sonst beobachtet werde. Die Bevölkerung ruft sie auf sich beim Auftreten eines Ausschlags untersuchen zu lassen. Das gelte vor allem für alle, „die regelmäßig wechselnde Sexualpartner haben oder engen Kontakt zu Personen haben, die sie nicht kennen“, sagte Hopkins.

Affenpocken-Virus: Erste Fälle in Israel und der Schweiz gemeldet

+++ 22.05 Uhr: Am Samstag (21. Mai) haben auch Israel und die Schweiz erste Fälle von Affenpocken gemeldet. In Deutschlands südlichem Nachbarland sei ein erster Fall im Kanton Bern aufgetreten, heißt es vonseiten der regionalen Gesundheitsbehörden. Ersten Informationen zufolge habe sich die betroffene Person offenbar im Ausland mit dem Virus angesteckt.

Den ersten bestätigten Fall der Infektionskrankheit in Israel hatte am Freitag (20. Mai) ein Krankenhaus in Tel Aviv erkannt und gemeldet. Der Patient sei ein 30-Jähriger, der kürzlich mit Symptomen der Infektionskrankheit aus Westeuropa zurückgekehrt sei. Das israelische Gesundheitsministerium hatte am Freitag erklärt, dass der Mann im Ausland mit einem an Affenpocken erkrankten Menschen in Kontakt gekommen sei.

Mehrere Fälle von Affenpocken in Europa nachgewiesen: Drei Personen in Deutschland erkrankt

+++ 17.22 Uhr: In Deutschland sind zwei weitere Fälle von Affenpocken bestätigt worden. Wie die Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit am Samstag (21. Mai) mitteilte, sei der Zustand der beiden Patienten stabil. Derzeit liefen die Ermittlungen zu Kontaktpersonen. Ob es sich um den west- oder zentralafrikanischen Virusstamm handelt, soll eine Sequenzierung ergeben. „Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen eventuell noch weitere Infektionen registriert werden“, teilte die Senatsverwaltung mit. Ein erster Infektionsfall war am Freitag (20. Mai) in München bestätigt worden.

Die Berliner Gesundheitssenatorin Ulrike Gote (Grüne) teilte mit, es bestehe kein Grund zur Panik, aber Grund zur Vorsicht, da viele wissenschaftliche Erkenntnisse über die Krankheit noch vorläufig seien. „Expertinnen und Experten gehen jedoch davon aus, dass wir keine neue Pandemie fürchten müssen. Wir müssen jetzt aber schnell und konsequent handeln, um Infektionsfälle zu erkennen und einzudämmen“, so Gote.

Erster Affenpocken-Fall in Deutschland – Bayerisches Gesundheitsministerium nennt Details 

+++ 15.23 Uhr: Bei dem ersten in Deutschland nachgewiesenen Fall von Affenpocken leidet der Patient an der milderen westafrikanischen der zwei bekannten Virusvarianten. Das hat die Genom-Analyse des Erregers am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr ergeben, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Samstag (21. Mai) mitteilte. Das Infektionsrisiko für die Bevölkerung in Deutschland wird vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) derzeit als gering erachtet.

Laut dem Robert Koch-Institut ist der Patient in Bayern der erste Affenpocken-Fall in Deutschland. Die häufiger zu schweren Erkrankungen führende zentralafrikanische Virusvariante ist bei den derzeit in Europa bekannt gewordenen Fällen bislang nicht beobachtet worden. Der aus Brasilien stammende 26 Jahre alte Mann hatte sich selbstständig zur medizinischen Untersuchung begeben. Er wird im Schwabinger Klinikum in einem isolierten Zimmer behandelt.

Prof. Gerd Sutter, Virologe an der Ludwig-Maximilians-Universität in München, spricht unterdessen eine Warnung aus. Obwohl laut Sutter bei der Verbreitung des Affenpockenvirus mit keiner neuen Pandemie zu rechnen ist, sei die Virusinfektion das nächste Beispiel dafür, wie rasch sich Erreger in einer globalisierten Welt ausbreiten können. Deshalb müsse man sich „in Zukunft noch besser darauf vorbereiten, dass immer wieder neue Viren als Krankheitserreger auftauchen.“

Erster Affenpocken-Fall in Deutschland: Schweden stuft Viruserkrankung als gefährlich ein

Update vom Samstag, 21. Mai, 6.23 Uhr: Die Affenpocken breiten sich in immer mehr Ländern aus. Jetzt hat Schweden reagiert: Das Land stuft die Affenpocken als für die Allgemeinheit gefährlich ein. „Die Einstufung ermöglicht es, Maßnahmen zum Infektionsschutz zu ergreifen, um die weitere Ausbreitung zu verhindern“, erklärte Sozialministerin Lena Hallengren. „Wichtig ist auch, dass die Informationen Risikogruppen erreichen und dass die Gesundheitsdienste darauf vorbereitet sind, Verdachtsfälle zu behandeln und zu verfolgen.“ In Schweden war am Donnerstag der erste Fall von Affenpocken im Großraum Stockholm registriert worden.

+++ 16.00 Uhr: Die Fälle von Affenpocken-Infektionen häufen sich, besonders in Großbritannien. Einem Bericht der BBC zufolge hat die britische Regierung nun Pocken-Impfstoff eingekauft. Er soll einen gewissen Schutz vor einer Erkrankung bieten. Unklar war zunächst, wie viel Impfstoff eingekauft wurde und wer damit geimpft werden soll. Eine Sprecherin der britischen Gesundheitsbehörde sagte, das Vakzin solle Menschen mit höherem Risiko einer Infektion angeboten werden. Das Risiko für die allgemeine Bevölkerung sei weiterhin sehr niedrig, hieß es.

Erster Affenpocken-Fall in Deutschland – Patient war in Frankfurt, München und Düsseldorf

+++ 14.15 Uhr: Bei dem ersten gemeldeten Affenpocken-Patienten in Deutschland handelt es sich um einen aus Brasilien stammenden 26-Jährigen. Das gab das bayerische Gesundheitsministerium bekannt. Er sei aus Portugal über Spanien nach Deutschland gereist und befinde sich seit rund einer Woche in München. Zuvor sei er auch schon in Düsseldorf und Frankfurt am Main gewesen.

Der Patient werde nun auf einer Station der Münchner Klinik Schwabing isoliert, hieß es vom Ministerium. Das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München hatte zuvor informiert, dass bei dem Patienten der erste Affenpocken-Fall in Deutschland nachgewiesen wurde. „Derzeit werden durch das Gesundheitsreferat der Stadt München weitere enge Kontaktpersonen ermittelt“, sagte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek. „Diese werden ausführlich aufgeklärt und über mögliche Symptome, Hygienemaßnahmen und Übertragungswege informiert.“

Dem ersten in Deutschland gemeldeten Affenpocken-Patienten geht es nach Angaben des behandelnden Krankenhauses relativ gut. Er habe mit leichten Schluckstörungen und erhöhter Temperatur nur geringfügige Symptome des Affenpockenvirus und brauche noch keine speziellen Medikamente.

Affenpocken in Deutschland: Karl Lauterbach äußert sich

+++ 13.30 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) geht davon aus, dass der Ausbruch der Affenpocken in Deutschland eingegrenzt werden kann. „Es war nur eine Frage der Zeit, bis Affenpocken auch in Deutschland nachgewiesen werden“, erklärte Lauterbach am Freitagmittag in Berlin.

Lauterbach betonte, dass die Ärztinnen und Ärzte in Deutschland durch die Warnungen von WHO und RKI bereits sensibilisiert seien, nun jedoch dennoch schnell gehandelt werden müsse. Dann sei es kein Problem, den Affenpocken-Ausbruch in Deutschland einzugrenzen. „Aufgrund der bisher vorliegenden Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass das Virus nicht so leicht übertragbar ist“, sagte der Minister. Das Virus werde jetzt genauer analysiert, und es werde geprüft, ob es sich um eine ansteckendere Variante handeln könnte.

Affenpocken auch in Deutschland und Frankreich entdeckt

+++ 13.05 Uhr: Im Zuge der gestiegenen Aufmerksamkeit für die Erkrankung werden in immer mehr Ländern Fälle der eigentlich selten auftretenden Affenpocken nachgewiesen. Am Freitag (20. Mai) meldete auch Frankreich einen ersten Fall. In welchem Umfang sich der aus Afrika stammende Erreger bereits international verbreitet hat, ist noch offen. In Frankreich ist Behördenangaben zufolge ein 29-Jähriger im Großraum Paris betroffen, der zuvor nicht in ein Land gereist war, in dem das Virus zirkuliert. Kontaktpersonen würden ermittelt und bekämen Verhaltensregeln genannt, um eine Weiterverbreitung des Virus zu verhindern, hieß es.

+++ 12.08 Uhr: Nun wurde der erste Fall von Affenpocken in Deutschland gemeldet. Wie das Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München mitteilte, wurde das Virus am Donnerstag (19. Mai) bei einem Patienten zweifelsfrei nachgewiesen. Der Patient habe Hautveränderungen gezeigt, ein charakteristisches Symptom einer Affenpocken-Infektion.

Neue Affenpocken-Infektionen entdeckt: Fälle häufen sich weltweit

Update von Freitag, 20. Mai, 10.15 Uhr: Inzwischen melden auch Australien und Kanada Fälle von Affenpocken-Infektionen. Die Ansteckung in Australien wurde bei einem etwa 30 Jahre alten Mann bestätigt, der kürzlich aus Großbritannien zurückgekehrt war. Außerdem gebe es einen Verdachtsfall. In Kanada sei das Affenpockenvirus in zwei Laborproben in der Provinz Québec nachgewiesen worden, erklärte die kanadische Gesundheitsbehörde laut der Nachrichtenagentur AFP. In Montréal, der größten Stadt in der Region, werden weitere Verdachtsfälle untersucht. Am Donnerstagmorgen (19. Mai) hatten die örtlichen Behörden von 17 möglichen Infektionen gesprochen.

Affenpocken-Infektionen nehmen weltweit zu: Bestätigte Fälle in Portugal, Italien und Schweden

+++ 19.25 Uhr: Reiserückkehrer aus Westafrika – besonders Männer, die Sex mit Männern haben – sollten bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“, erklärt das RKI. Nach ersten Fällen in Großbritannien melden auch Spanien, Portugal, Italien und Schweden sowie die USA und Kanada bestätigte Fälle und Verdachtsfälle.

„Diese neuen Fälle und die Berichte über Fälle in Ländern in ganz Europa bestätigen unsere anfänglichen Befürchtungen, dass es eine Übertragung der Affenpocken in der Bevölkerung geben könnte“, sagte Susan Hopkins von der britischen Behörde für Gesundheitssicherheit. Die EU-Gesundheitsbehörde (ECDC) kündigte für „Anfang nächster Woche“ einen ersten Bericht zur Risikobewertung an. Sie verfolge die Situation genauestens und empfehle, „Verdachtsfälle zu isolieren, zu testen und umgehend zu melden.“

In Portugal wurden laut RKI bei fünf Männern Affenpockeninfektionen bestätigt, die spanischen Gesundheitsbehörden stellten nach eigenen Angaben „„3 mögliche Fälle von Affenpocken“ fest. Es habe sich zumeist um homosexuelle Männer gehandelt. Italien meldete am Donnerstag einen ersten Fall, ein junger Mann, der kürzlich von den Kanarischen Inseln zurückgekehrt sei, teilte das Institut für Infektionskrankheiten in Rom mit. Zwei weitere Verdachtsfälle würden untersucht. Die schwedische Gesundheitsbehörde bestätigte einen Fall im Raum Stockholm. Wo sich die Person infiziert hat, wird noch untersucht.

In der kanadischen Provinz Québec untersuchen die Behörden Medienberichten zufolge mindestens 13 Verdachtsfälle von Affenpocken. Die Behörden im US-Bundesstaat Massachusetts bestätigten bei einem kürzlich aus Kanada zurückgekehrten Mann die Infektion mit Affenpocken fest. Laut RKI sind Verbindungen zwischen den Fällen in den verschiedenen Ländern bislang nicht bekannt.

Affenpocken-Infektionen nehmen zu: G7 und WHO bereiten sich auf Pandemie vor

+++ 16.30 Uhr: Damit künftig Pandemien besser bekämpft werden können, werden die G7-Staaten und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in einer Übung eine Pocken-Pandemie simulieren. Es gehe darum, „zu erfahren, ob aus Fehlern der Vergangenheit effektive Lehren gezogen wurden“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach am Donnerstag (19. Mai) in Berlin zu Beginn der Beratungen der Gesundheitsminister der sieben führenden Industriestaaten.

Diese beraten in Berlin über einen globalen Pandemiepakt, mit dem Ausbrüche künftig schneller erkannt werden können und mit dem effektiver darauf reagiert werden kann. Es handele sich dabei um eine sehr realistische Übung, bei der davon ausgegangen werde, dass sich aus einem Leopardenbiss eine Pocken-Pandemie entwickeln könnte, sagte Lauterbach. In der Simulation treffe die Pocken-Pandemie vor allem junge Leute. Tierpocken, die sich auf Menschen übertragen, seien „keine reine Theorie“, sagte Lauterbach und verwies auf mehrere Fälle von Affenpocken, die in den vergangenen Tagen in Großbritannien, Spanien und Portugal registriert wurden.

Affenpocken: Virus in Afrika keine Seltenheit, sorgten jedoch „kaum für Aufsehen“

Affenpocken-Infektionen seien in Afrika keine Seltenheit und kommen laut Angaben der WHO seit Jahrzehnten in mehreren Ländern vor. Besonders in den letzten Jahren sei das Virus vermehrt aufgetreten, berichtete nun die Gesundheitsorganisation der Afrikanischen Union (Africa CDC). „Während der (Corona-)Pandemie hatten wir mehrere Ausbrüche von Affenpocken-Infektionen“, sagte Ahmed Ogwell, der amtierende Leiter der Africa CDC, am Donnerstag. In der Zeit hätten sie jedoch „kaum für Aufsehen gesorgt und seien zudem unter Kontrolle.“

„In Afrika trat es vor allem bei Gemeinden auf, die an den Rändern von Waldgegenden existieren“, sagte Ogwell. Besorgniserregend sei nun aber die Frage, wie sich die Krankheit von solchen entlegenen Regionen verbreiten konnte. Die afrikanische Gesundheitsorganisation stehe in Kontakt mit ihren europäischen Partnern und habe Unterstützung angeboten.

Wie können Affenpocken übertragen werden? Gesundheitsbehörde klärt auf

+++ 12.30 Uhr: Das Robert Koch-Institut (RKI) hat wegen mehrerer Fälle von Affenpocken in Europa zur Wachsamkeit aufgerufen, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtet. Reiserückkehrer aus Westafrika sowie Männer, die Sex mit Männern haben, sollten bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“, heißt es vonseiten des RKI. Erst am Mittwoch (18. Mai) meldeten die Behörden in Spanien und Portugal rund 40 neue Verdachtsfälle.

Auch die USA haben bei einem kürzlich aus Kanada zurückgekehrten Erwachsenen Affenpocken festgestellt. Die US-Gesundheitsbehörde CDC sagte, dass „jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, die Affenpocken verbreiten kann“. Die meisten Menschen erholen sich innerhalb mehrerer Wochen von der Krankheit. Üblicherweise wird die Krankheit durch engen Kontakt mit infizierten Tieren wie Nagetieren und Affen übertragen und ist vor allem in Zentral- und Westafrika verbreitet.

Affenpocken in Europa und den USA: WHO mit dringendem Appell

+++ 11.45 Uhr: Nach dem Auftauchen von Affenpocken bei Menschen in Europa und den USA hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu einer rigorosen Verfolgung aller Kontakte der Betroffenen aufgerufen. Kliniken und Bevölkerung müssten dafür sensibilisiert werden, einen ungewöhnlichen Hautausschlag von Fachpersonal begutachten zu lassen, teilte die WHO am Mittwochabend mit.

Affenpocken in Europa und den USA: Mehrere Fälle in Portugal und Spanien nachgewiesen

Update vom Donnerstag, 19. Mai, 10.30 Uhr: Die Affenpocken breiten sich derzeit rasant auf der Welt aus. Nach Großbritannien wurde das Virus nun auch in Spanien, Portugal und den USA nachgewiesen. Betroffen sei eine Person aus dem Bundesstaat Massachusetts im Nordosten des Landes, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch (18. Mai) mit. Wie die Gesundheitsbehörde von Madrid berichtet, seien in Spanien „23 mögliche Fälle von Affenpocken“ festgestellt worden. Einem Bericht des Guardian zufolge wurde dort jetzt ein landesweiter Alarm ausgelöst „um eine rasche, koordinierte und rechtzeitige Reaktion zu gewährleisten“.

In Großbritannien kamen zwei weitere Fälle dazu, wie die Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency mitteilte. Somit steigt die Zahl der Infektionen dort auf neun. Bei den beiden jüngsten Fällen in London und Südostengland gebe es allerdings keine Verbindung zu Reisen in Länder, in denen die Krankheit endemisch sei. Es sei daher möglich, dass die Ansteckungen durch eine Verbreitung von Mensch zu Mensch in Großbritannien stattgefunden hätten, hieß es in der Mitteilung vom Mittwochabend.

In Portugal berichtet die Zeitung Público von etwa 20 Infizierten. Laut kanadischen Medien untersuchen die Behörden in der Metropole Montréal ebenfalls mehr als ein Dutzend Verdachtsfälle von Affenpocken. Diese seien von Kliniken gemeldet worden, die auf sexuell übertragbare Infektionen spezialisiert sind.

Affenpocken breiten sich aus: Fälle in Europa und Nordamerika

Bei der Mehrheit der bisher bekanntgewordenen Fälle sind Männer betroffen, die Sexualkontakte zu anderen Männern hatten. Die US-Gesundheitsbehörde CDC betonte jedoch, dass „jeder Mensch, unabhängig von seiner sexuellen Orientierung, die Affenpocken verbreiten kann“. Das RKI hatte zuletzt bereits Ärzte in Deutschland für die Virusinfektion sensibilisiert, und ruft zur Wachsamkeit auf. Reiserückkehrer aus Westafrika sollten bei ungewöhnlichen Hautveränderungen „unverzüglich eine medizinische Versorgung aufsuchen“, teilte das RKI am Mittwoch mit. Darüber hinaus können Affenpocken weitere Symptome wie Fieber oder Schüttelfrost hervorrufen (s. Erstmeldung).

Affenpocken in Europa: Mehrere Menschen in Großbritannien erkrankt

Update vom Mittwoch, 18. Mai, 10.30 Uhr: Nach mehreren Fällen von Affenpocken bei Menschen in Großbritannien warnt das Robert Koch-Institut (RKI) auch in Deutschland vor der Virusinfektion. Das berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa). Vonseiten des RKI heißt es, dass angesichts der Fälle von Affenpocken in Großbritannien dieses Virus als mögliche Ursache für pockenähnliche Hautveränderungen in Betracht gezogen werden sollten, auch wenn die betroffene Person nicht in bestimmte Gebiete gereist ist. Insbesondere Männer, die Geschlechtsverkehr mit Männern hatten, sollten bei Hautveränderungen sofort zum Arzt gehen, so das RKI.

Die Zahl der erfassten Fälle in Großbritannien hat sich laut Angaben der britischen Gesundheitsbehörde UK Health Security Agency (UKHSA) auf sieben erhöht. Verbindungen zwischen Betroffenen seien nur teilweise bekannt. Es sei unklar, wo sich Betroffene angesteckt haben könnten. Bei vier jüngst gemeldeten Fällen handele es sich um Männer, die sexuellen Kontakt mit anderen Männern hatten. Sie sollen sich in London angesteckt haben.

Die erste Infektion, die Anfang Mai in Großbritannien bekannt geworden war, soll hingegen auf eine Ansteckung in Nigeria zurückgehen. Daraufhin hatten britische Experten betont, dass die Affenpocken nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragen würden und dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung sehr gering sei.

Virus aus Nigeria in Europa: Mann an Affenpocken erkrankt – Wie gefährlich ist der Erreger?

Erstmeldung vom Montag, 09. Mai, 15.00 Uhr: London – Nachdem auch Corona mutmaßlich von Tieren auf den Menschen übergesprungen ist, können Meldungen über unbekannte Viren Beunruhigung auslösen. Doch im Fall einer neuen Affenpocken-Infektion in England besteht den Gesundheitsbehörden zufolge kein Grund zur Sorge.

Der mit dem seltenen Virus Infizierte habe sich mutmaßlich in Nigeria damit angesteckt und sei dann nach Großbritannien gereist, wie die britische Gesundheitsbehörde am Wochenende erklärte. Der Mann werde in London im Krankenhaus von Spezialisten behandelt und seine Kontaktpersonen würden als Vorsichtsmaßnahme kontaktiert. 

Nach Coronavirus: Droht eine weitere Pandemie?

„Es ist wichtig, zu betonen, dass Affenpocken sich nicht leicht von Mensch zu Mensch verbreiten können und das Risiko für die Öffentlichkeit sehr gering ist“, sagte Colin Brown von der UK Health Security Agency einer Mitteilung zufolge. Möglich sei eine Übertragung zwischen Menschen nur bei engem Körperkontakt. Eine Ausbreitung der Affenpocken nach zwei Jahren Corona-Pandemie sei also unwahrscheinlich.

Typische Symptome bei dem Virus seien etwa Fieber, Kopfschmerzen, geschwollene Lymphknoten sowie ein Ausschlag, der oft im Gesicht beginnt und sich dann auf andere Körperteile ausbreitet. Nach etwa einer Woche klingen die Beschwerden bei milden Verläufen üblicherweise ab. Vereinzelt seien aber auch schwere Fälle möglich. Bei Kindern unter 16 Jahren liege die Letalität bei zentralafrikanischen Virusvarianten bei bis zu 11 Prozent. 

Robert-Koch-Institut: Erster Fall von Affenpocken-Virus beim Menschen schon 1970

Laut Robert Koch Institut (RKI) seien die Affenpocken 1970 in der Demokratischen Republik Kongo erstmals beim Menschen nachgewiesen worden – bei einem 9 Jahre alten Jungen. Anschließend habe es laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) Fälle in mehr als zehn Ländern des Kontinents gegeben. Vereinzelt hätten Reisende die Erreger nach etwa Israel, in die USA oder wie schon 2018 und jetzt erneut nach Großbritannien gebracht.

Die Erreger können von verschiedenen Tierarten übertragen werden und gehören damit wie auch das Coronavirus zu den Zoonosen. Laut RKI seien besonders Nager betroffen. Die Pocken des Menschen, die laut RKI schwerere Erkrankungen auslösen als die Affenpocken, gelten seit 1980 nach einer großen Impfkampagne weltweit als ausgerottet. Die Impfung schütze vor beiden Pockenarten, ist aufgrund der Nebenwirkung allerdings gegenwärtig nicht indiziert. (tk mit dpa)

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