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Nach Skandal um Schlesinger: Neue Interims-Intendantin beim RBB bekannt gegeben

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Von: Alina Schröder

WDR-Managerin Katrin Vernau übernimmt den Interims-Posten als Intendantin beim RBB.
WDR-Managerin Katrin Vernau übernimmt den Interims-Posten als Intendantin beim RBB. © Christophe Gateau/dpa

Nachdem Patricia Schlesinger als RBB-Intendantin entlassen wurde, hat der ARD-Sender eine Nachfolgerin gefunden.

Potsdam – Die WDR-Managerin Katrin Vernau soll als Interims-Chefin den krisengeschüttelten ARD-Tochtersender Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in den nächsten Monaten führen. Das unabhängige Kontrollgremium RBB-Rundfunkrat wählte am Mittwoch in Potsdam nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) die Verwaltungsdirektorin des Westdeutschen Rundfunks (WDR) zur Interims-Intendantin.

Damit wurde eine Lösung innerhalb der ARD und des öffentlich-rechtlichen Rundfunksystems gefunden. Ihr Chef und WDR-Intendant Tom Buhrow hatte es vor Tagen im Landtag Sachsen-Anhalt salopp als einen „Feuerwehreinsatz“ bezeichnet, was einen Interims-Chef beim RBB erwarte.

Den RBB „wieder aufs Gleis setzen“: Neue Intendantin gefunden

Vorwürfe des Filzes und der Vetternwirtschaft gegen die fristlos entlassene Intendantin Patricia Schlesinger und den zurückgetretenen Chefkontrolleur Wolf-Dieter Wolf haben den öffentlich-rechtlichen Sender schwer beschädigt – und damit auch das gesamte System. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin ermittelt und durchsuchte die Intendanz. Es läuft zudem eine externe Untersuchung einer Anwaltskanzlei. Schlesinger und Wolf wiesen Vorwürfe zurück. Bis zur Aufklärung der Vorwürfe gilt die Unschuldsvermutung.

Vernau steuert bislang eine der größten Organisationen im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Im Mai 2019 wurde sie mit großer Mehrheit in ihrem Amt als Verwaltungsdirektorin wiedergewählt. Sie hat den Posten seit 2015 inne. Ihre aktuelle Amtszeit läuft bis Ende Februar 2025.

RBB-Verwaltungsratsvorsitzende Dorette König hatte am Mittwoch (7. September) im Medienausschuss im Berliner Abgeordnetenhaus gesagt, dass sie zunächst auch einen Kandidaten außerhalb der ARD für das Amt hatte. Mit Blick auf die Aufgaben der neuen Interims-Chefin ergänzte König: Es gelte, das Haus wieder zu einen und eine Grundlage dafür zu schaffen, dass „der RBB wieder aufs Gleis gesetzt wird“. (asc/dpa)

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