Auf dem Laufsteg: die Tiere und Pflanzen des Jahres 2026

Ob Vogel, Schmetterling, Baum oder Mikrobe: Jedes Jahr werden die Tiere und Pflanzen des Jahres gekürt. Ein Best-of mit Geweih, Flügeln und Fühlern.
Bonn (KNA) Schon mal was von der Hain-Schnirkelschnecke gehört? Oder über das Leben des Olivbraunen Höhlenspanners nachgedacht? Auf Gottes schöner Erde kreuchen und fleuchen so viele coole Kreaturen und Pflanzen, die Beachtung verdienen.
Allein in Deutschland sind nach Angaben des Bundesamtes für Naturschutz rund 71.500 Arten beschrieben - Tiere, Pflanzen und Pilze; davon rund 48.000 Tierarten. Vollständig ist diese Inventur nicht. Und viele von ihnen sind bedroht
Einzeller und Weichtiere des Jahres
Wissenschafts- und Naturschutzorganisationen wollen dem etwas entgegensetzen: Seit Jahren küren sie das Wildtier und das Insekt und die Wasserpflanze des Jahres. Auch der Einzeller und das Weichtier des Jahres werden ins Rampenlicht gestellt. Was dem Fußballer des Jahres (Ousmane Dembélé von Paris Saint-Germain) recht ist, soll auch der bedrohten Natur nutzen.
Die meisten Jahresaktionen widmen sich Tieren. Es gibt aber auch den Baum, die Wasserpflanze, die Mikrobe und die Flechte des Jahres. Das Ziel: auf unbekannte, bedrohte und nützliche Arten aufmerksam zu machen. Zum Beispiel, weil ihr Lebensraum zunehmend verschmutzt oder zerstört wird. Oder weil sie durch den Einsatz von Pestiziden sterben.
Laufsteg für coole Tier- und Pflanzenarten
Schön, selten, bedroht, nützlich oder besonders skurril: Insgesamt mehr als dreißig Arten des Jahres werden mittlerweile jedes Jahr ausgewählt. Man könnte sich einen Laufsteg vorstellen, auf dem die coolsten Exemplare eines Jahres vorbeidefilieren. Frei nach dem Motto: „Helft mir - Ich bin ein Star“.
Das allererste Jahreswesen war 1971 der Wanderfalke. Die Idee hatte der „Bund für Vogelschutz“, der heute Naturschutzbund Deutschland (NABU) heißt. Seit einigen Jahren entscheidet eine Internet-Abstimmung beim NABU über den jeweiligen Titelträger aus dem Reich der Vögel. Das Rebhuhn übernimmt ab Januar 2026 das Amt des aktuellen Jahresvogels, des Hausrotschwanzes. Der Hausrotschwanz war als Botschafter für vogelfreundliche Gärten gedacht. Mit dem Rebhuhn rückt ein stark gefährdeter Agrarvogel ins Rampenlicht.
Die meiste Aufmerksamkeit gilt wohl dem Wildtier des Jahres, das seit 2017 von der Deutschen Wildtierstiftung ernannt und von deren Spendern ausgewählt wird. Zum Jahreswechsel muss der Alpenschneehase diesen Titel abgeben - und zwar an den Rothirsch. Eine fürstliche Wahl, denn der Cervus elaphus gilt als König der Wälder.
Artikel der KNA
Dieser Beitrag stammt von der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA)
Vom Warzenbeißer bis zur Blattschneiderbiene
Darüber hinaus hat es 2025 eine ziemlich bunte Truppe in die Auswahl geschafft - auch wenn das nicht immer Schlagzeilen auslöst. Immerhin hat es der Warzenbeißer als Insekt des Jahres 2026 bis in die Tagesschau gebracht. Die bullige Heuschreckenart stehe exemplarisch für die bedrohte Insektenvielfalt in halbtrockenen Wiesenlandschaften, begründete die Senckenberg-Gesellschaft für Naturforschung in Frankfurt am Main ihre Auswahl. 2025 war die Holzwespen-Schlupfwespe, der Star der so vielfältigen, aber leicht zu übersehenden Szene.
Mittlerweile fächert sich das Schaulaufen der Insekten immer weiter auf: So wurde der „Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling“ zum Schmetterling des Jahres 2026 befördert. Die „Gemeine Winterlibelle“ trägt den Titel der Libelle des Jahres und die „Garten-Blattschneiderbiene“ beansprucht Aufmerksamkeit als Wildbiene des Jahres 2025. Ihr Nachfolger muss noch gewählt werden. Als Mikrobe des Jahres 2026 wurde am Mittwoch der Schimmelpilz Penicillium gekürt. Ein sehr verdienstvolles, winziges Lebewesen: Bekannt ist der Schimmelpilz vor allem durch das Penicillin – das Antibiotikum, das schon Millionen Menschen das Leben gerettet hat.
Ob es der Amerikanischen Roteiche nutzt, dass in den kommenden zwölf Monaten als Baum des Jahres gilt? „Viele Städte und Grünämter werden durch die Wahl dazu angeregt, bei Neupflanzungen insbesondere diese gewählten Bäume zu verwenden“, erklärt die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, die jedes Jahr auch den Tag des Baumes durchführt.
Allee der Bäume des Jahres
Für öffentliche Aufmerksamkeit sorgt bei dieser Aktion auch die Allee „Baum des Jahres“ an der Autobahn 4 zwischen Köln und Aachen. Mehr als 250 Bäume säumen den schnurgeraden Autobahnabschnitt am Braunkohleabbaugebiet. Die Bäume des Jahres von 1989 bis 2018 werden täglich von mehreren Tausend Autofahrern wahrgenommen. Allerdings: Abgase, gepaart mit Staub aus dem Braunkohlerevier und immer häufiger auftretende Trockenphasen lassen manche Bäume des Jahres ziemlich traurig aussehen.