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Weltärztechef fürchtet „das Tückische“ an Delta-Variante - Erste Clubs dürfen für Partys wieder öffnen

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Das RKI registriert weniger Corona-Ansteckungen in Deutschland. Der Anteil der Delta-Variante steigt jedoch. Doch erste Clubs dürfen für Partys wieder öffnen. Der News-Ticker.

Update vom 18. Juni, 21.12 Uhr: „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen“, so die eindringliche Warnung des Charité-Virologen Christian Drosten. Es geht um die Ausbreitung der Delta-Variante in Deutschland*. Bei einem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Freitag warnte er eindringlich, die Gefahr nicht zu unterschätzen.

Der Anteil der Delta-Variante in Deutschland hat sich innerhalb von nur einer Woche fast verdoppelt. Nach einer Analyse des RKI für die erste Juniwoche liegt er inzwischen bei sechs Prozent. In den Wochen zuvor stagnierte die Delta-Variante bundesweit eher um die zwei Prozent. Drosten sagte, die Situation erinnere ihn an die Ausbreitung der Corona-Mutation B.1.1.7, die zur dritten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland geführt hat.

Corona in Deutschland: Clubs in Berlin dürfen wieder öffnen

Update vom 18. Juni, 15.50 Uhr: Die Berliner Clubs kommen nach der langen Corona-Zwangspause wieder auf Touren: Es darf dort seit Freitag draußen wieder getanzt werden. 250 Besucherinnen und Besucher sind möglich, Voraussetzung ist ein negativer Corona-Test. „Der Sommer in Berlin ist natürlich etwas ganz Besonderes, auch für die Clubs“, sagte Lutz Leichsenring von der Clubcommission, der Dachorganisation der Szene. Die Stimmung sei optimistisch. Mit Blick auf den Herbst sind demnach Pilotveranstaltungen mit wissenschaftlicher Begleitung in den Innenbereichen angedacht, so es die Entwicklung der Pandemie
zulässt.

Der Berliner Senat hatte am Dienstag deutlich höhere Obergrenzen für Veranstaltungen beschlossen. Dass das Nachtleben nun gleich wieder so exzessiv wird wie früher, ist unwahrscheinlich: Der Tourismus läuft in Berlin gerade erst wieder an, und es gibt einige Corona-Auflagen beim Club-Besuch. Gefeiert wird zum Beispiel bei Birgit & Bier, im Ritter Butzke oder im Salon Zur Wilden Renate.

Corona in Deutschland: Bundesregierung streicht einzelne Urlaubsländer von Risikoliste

Update vom 18. Juni, 13.47 Uhr: Wegen sinkender Corona-Infektionszahlen streicht die Bundesregierung am Sonntag Griechenland, fast ganz Frankreich, die Schweiz und Belgien von der Liste der Risikogebiete. Das teilte das Robert Koch-Institut am Freitag mit. Wer von dort auf dem Landweg nach Deutschland kommt, muss künftig keinerlei Einreisebeschränkungen wegen Corona mehr beachten.

Update vom 18. Juni, 10 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn informiert gemeinsam mit RKI-Chef Lothar Wieler über die aktuelle Impfkampagne. Spahn verdeutlicht, wie rasch sich aktuell die Delta-Variante vor allem in Großbritannien ausbreite. Dort seien überwiegend ungeimpfte Personen und Personen, welche die zweite Impfung noch nicht erhalten hätten, betroffen. „Es kann ein guter Sommer werden, wir haben Anlass zur Zuversicht. Aber nur dann, wenn wir auch vorsichtig bleiben“, so Spahn weiter.

Deshalb sei es wichtig, dass zum Beispiel Masken auch in Innenräumen und im öffentlichen Nahverkehr auch weiterhin getragen werden. Auch das Testen sei über den Sommer wichtig. Bundesgesundheitsminister Spahn erinnert bei der Pressekonferenz auch an den vergangenen Sommer, als noch keine Schnelltests möglich waren. Damals seien vor allem Labore stark belastet gewesen. Das Testen sei wichtig um unerkannte Infektionen nach dem Urlaub feststellen zu können.

Corona in Deutschland: Bundesgesundheitsminister Spahn und RKI-Chef Wieler informieren bei PK

Auch RKI-Chef Wieler warnt, dass die Zahlen in Großbritannien seit Anfang Juni wieder stark ansteigen würden. Die meisten Neuinfektionen würden Menschen unter 50 Jahren betreffen, überwiegend sei dafür die Delta-Variante verantwortlich. Die in Indien zuerst festgestellte Mutation sei noch einmal viel ansteckender als die ohnehin schon als ansteckend geltende Alpha-Variante. In Großbritannien habe sich die Inzidenz bereits auf einen Wert von etwa 70 wieder hochgeschraubt. Wie RKI-Chef Wieler weiter erklärt, müsse dies für die weitere Entwicklung in Deutschland beobachtet werden.

Demnach sei etwa die Hälfte der Menschen in Deutschland bislang noch nicht geimpft worden, doch auch geimpfte könnten das Virus in seltenen Fällen weitergeben oder gar selbst erkranken. Aus diesem Grund sei es wichtig, sich auch weiterhin an die Corona-Regeln zu halten, so Wieler weiter. Das RKI empfiehlt aus diesem Grund erst einmal die Maßnahmen bis mindestens zum Herbst aufrechtzuerhalten. Dann müsse die Lage neu bewertet werden. Im Freien könnte aus Masken verzichtet werden, wenn ausreichend Abstand gehalten werden kann. Wichtig sei es auch, dass die sehr wichtige zweite Impfung eingehalten werde, lediglich eine Erstimpfung reiche nicht, so der RKI-Chef weiter.

Corona in Deutschland: Hitze macht Impfzentrum zu schaffen - und zieht Feuerwehreinsatz nach sich

Update vom 18. Juni, 9.45 Uhr: Die aktuellen Temperaturen bringen Menschen vielerorts in Deutschland zum Schwitzen, ganz besonders warm wurde es nun in einem Impfzentrum in Fritzlar im Schwalm-Eder-Kreis. Eine ausgefallene Klimaanlage hatte sogar einen Feuerwehreinsatz nach sich gezogen.

Das in einem Zelt untergebrachte Zentrum habe sich in kurzer Zeit auf etwa 38 Grad aufgeheizt, schrieb die Freiwillige Feuerwehr
Fritzlar auf Facebook. Von einer Drehleiter aus sei das Dach am Donnerstagmittag bewässert worden. Mit einem Belüfter sei zudem die warme Luft aus dem Zelt gepustet worden. Helfer des Deutschen Roten Kreuzes, das das Impfzentrum betreibt, hätten zur Unterstützung „ganz viel Eis gebracht“, schrieb die Feuerwehr.

Update vom 18. Juni, 9.30 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich weiter, ab 10 Uhr informieren unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler zu den Themen Betriebsärzte und zur aktuellen Impfkampagne.

Lockerungen zu schnell? Weltärztechef warnt vor Delta-Mutante und fürchtet „das Tückische“ der Variante

Ursprungsmeldung: Berlin - Ein erfreulicher Trend: Nur noch bei 10,3 liegt aktuell die bundesweite 7-Inzidenz bei den Corona-Infektionen. Vor einer Woche lag sie noch bei 18,6. Das RKI meldete am Freitagmorgen 1076 registrierte Neuansteckungen sowie 91 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es noch 2440 Neuansteckungen und 102 neue Todesfälle.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnt indes vor zu raschen Lockerungsschritten in Deutschland. Grund ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Erregers. Es sei zu erwarten, dass sie sich hierzulande noch schneller ausbreite als die anderen bisherigen Formen des Virus, sagte Montgomery den Funke-Zeitungen vom Freitag.

Solange noch nicht genügend Menschen eine Impfung* erhalten hätten, müssten die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden.

Corona in Deutschland: Weltärztechef plädiert für längere Maskenpflicht

FFP2-Masken* sollten Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen unbedingt weiterhin getragen werden, sagte der Präsident des Weltärtzebundes. Die Bundesländer sollten jetzt prüfen, ob die von ihnen angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. Sie sollten „die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten“.

Montgomery verwies auf das Beispiel Großbritannien, wo die Regierung wegen der Delta-Ausbreitung geplante letzte Lockerungen um vier Wochen verschoben hat. Trotz der Impffortschritte in dem Land lässt die Mutante derzeit die Infektionszahlen wieder hochschießen. Am Donnerstag verzeichneten die dortigen Behörden erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 Fälle an einem Tag.

Weltärztechef warnt vor Delta-Mutante – deutsche Amtsärzte fordern mehr Personal

Montgomery bezeichnete es als „das Tückische“ der zuerst in Indien entdeckten Delta-Mutante, „dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit Andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben“.

Die deutschen Amtsärzte mahnten angesichts der Delta-Variante mehr Tempo beim Ausbau der Gesundheitsämter an. „Wir müssen den Anteil der Delta-Variante an den Neuinfektionen sehr gut beobachten“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, den Funke-Zeitungen. Dazu sei unter anderem mehr Personal in den Gesundheitsämtern notwendig.

RKI-Zahlen zur Delta-Mutante in Deutschland: Anteil von mehr als sechs Prozent

Teichert verwies darauf, dass im Pakt für den öffentlichen Gesundheitsdienst vereinbart worden sei, bis Jahresende in den Gesundheitsämtern 1500 neue Stellen für medizinisches Fachpersonal zu schaffen. Ein Großteil dieser Stellen sei aber noch nicht besetzt.

Nach den jüngsten RKI-Daten lag der Anteil der Delta-Variante an allen genauer untersuchten Corona-Infektionen in Deutschland in der 22. Kalenderwoche bei 6,2 Prozent. In der Vorwoche waren es lediglich 3,7 Prozent gewesen. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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