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Er spricht bereits von Konzerten und Fußball im Stadion: Spahn erklärt Corona-Plan für den Sommer

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Von: Katarina Amtmann

Coronavirus - Pressekonferenz Spahn
Jens Spahn erklärte im Interview den Corona-Plan für den Sommer. © Kay Nietfeld/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Wie wird der Sommer 2021? Gesundheitsminister Jens Spahn stellte seinen Corona-Plan vor - was das für Festivals, Fußball und Urlaub bedeutet.

München - Die Corona*-Zahlen sinken, das Leben nimmt langsam wieder Fahrt auf. In München fiel beispielsweise am 11. Mai die nächtliche Ausgangssperre weg, einen Tag später durfte die Außengastronomie wieder öffnen. Doch wie soll es weitergehen, auf was für einen Sommer kann sich Deutschland einstellen? Dazu äußerte sich Gesundheitsminister Jens Spahn.*

Corona in Deutschland: Spahn erklärt Sommer-Plan für Deutschland

Im Interview mit der Bild am Sonntag sagte der CDU*-Politiker, dass die Infektionszahlen „erfreulich stark“ zurückgehen würden. „Wir haben es alle zusammen geschafft, die Welle zu brechen, und haben damit die Chance auf einen richtig guten Sommer.“ Er erklärte weiter, dass man - „bis auf wenige Ausnahmen“ - in zwei oder drei Wochen im ganzen Land keine Ausgangssperren* mehr brauchen würde. „Das Wetter wird besser, die Zahl der Impfungen steigt, die Infektionen sinken, die Beschränkungen werden nach und nach fallen. Nach den langen, dunklen Wintermonaten ist das unglaublich wichtig. Aber für einen unbeschwerten Sommer müssen wir die Inzidenz weiter senken. Im vergangenen Sommer lag sie unter 20. Das sollten wir wieder anstreben“, verdeutlichte Spahn im Interview mit der Bild am Sonntag.

Aus dem vergangenen Sommer habe man gelernt. Damals hätten Auslandsreisen und häufige Verwandtschaftsbesuche in der Türkei und auf dem Balkan phasenweise circa 50 Prozent der Neuinfektionen ausgelöst. „Das müssen wir in diesem Jahr verhindern“, so Spahn weiter. Verwandtschaftsbesuche wolle man nicht verbieten. „Aber: Wir wollen frühzeitig Vereinbarungen etwa mit der Türkei über Tests bei der Ein- und Ausreise abschließen. Und eine Testpflicht müsste wie im letzten Jahr von den Bundesländern an der Grenze kontrolliert werden. In dieser letzten Phase der Pandemie gilt für Auslandsreisende: testen und wachsam sein. Alles andere gefährdet unseren Erfolg“, so der Bundesgesundheitsminister im Bild-Interview weiter.

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Corona in Deutschland: Bundesliga und Open-Air-Festivals - Spahn gibt Ausblick

Einen konkreten Ausblick auf den Sommer gab Spahn auch. Open-Air-Festivals werde es geben. „Aber keine Rock-Festivals, wo sich Zehntausende in den Armen liegen. Konzerte im nicht voll besetzten Olympiastadion oder im Park mit Tests und Abstand sind aus heutiger Perspektive drin.“ Auch zur Bundesliga gab Spahn bei der Bild am Sonntag einen Ausblick. „Die Liga hat ein gutes Schutzkonzept entwickelt. Wenn die Inzidenz weiter sinkt, bin ich sicher, dass Fans im August wieder ins Stadion dürfen.“

Zum Thema Schulen stellte Spahn klar, dass ein Weg zu regulärem Unterricht nach den Sommerferien das Impfen von Jugendlichen ist. „Noch fehlt aber dafür die Zulassung des Biontech-Impfstoffs für die 12- bis 16-Jährigen durch die europäischen Behörden. Aber die soll bald kommen“, ist er sich sicher. Dann sei das Ziel, dass die Bundesländer Schüler:innen bis Ende August ein Impfangebot machen. „Weil für sie wegen der Zulassung nur ein bestimmter Impfstoff* infrage kommt, müssen dafür genügend Biontech*-Dosen reserviert werden“, sagte er im Interview mit der Bild am Sonntag weiter.

Corona in Deutschland - Spahn: „Das Leid der Kinder in der Pandemie beschäftigt mich sehr“

Kinderpsychiater hätten mittlerweile aber Alarm geschlagen. „Das Leid der Kinder in der Pandemie beschäftigt mich sehr“, versicherte Spahn. Zu viele Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen gegen Kinderkrankheiten seien ausgefallen, außerdem kommen noch psychische Belastungen hinzu. „.Ich möchte daher noch vor den Sommerferien mit Kinderärzten, Psychologen, Erziehungswissenschaftlern sprechen, wie wir diese Versäumnisse auffangen können.“

Diese Reaktion komme nicht zu spät, denn das Thema sei immer präsent gewesen. „Aber wir haben uns darauf konzentrieren müssen, das Virus zu bekämpfen. Aber wir sehen: Die Pandemie trifft Kinder besonders hart, vor allem jene, die ohnehin schwierigere Startbedingungen haben. In Deutschland muss der Grundsatz gelten: Jedes Kind hat das Recht auf eine faire Chance im Leben. Diese Chance darf Corona* nicht kaputt machen. Da sind wir als Regierung in der Pflicht“, so Spahn im Bild-Interview. (kam)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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