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RKI meldet so viele Corona-Tote wie seit Februar nicht mehr

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Erstmals seit Februar verzeichnet das RKI mehr als 500 Corona-Tote in 24 Stunden. Die Inzidenz ist weiter leicht gesunken. News-Ticker zur Corona-Pandemie in Deutschland.

Update vom 8. Dezember, 6.01 Uhr: Es ist der höchste Wert seit Februar - 527 Menschen starben laut RKI in den vergangenen 24 Stunden mit oder an Corona. Über 500 Todesfälle wurden zuletzt im Februar verzeichnet. Seit Beginn der Corona-Pandemie sind 104.047 Todesfälle in Deutschland verzeichnet worden.

69.601 Corona-Neuinfektionen wurden von den Gesundheitsämtern an das RKI gemeldet. Vor genau einer Woche waren es 67. 186 Ansteckungen. 

Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell bei 427 (Vortag: 432,2). Zwei Bundesländer weisen weiterhin eine Inzidenz über der 1000er-Marke auf: Sachsen (1.125,0) und Thüringen (1.028,0). Allerdings gab es bei den Übermittlungen der Corona-Zahlen aus Sachsen offenbar technische Schwierigkeiten. Auch gibt es in einigen Regionen derzeit nach Ansicht von Experten eine deutliche Untererfassung. Die Gesundheitsämter kommen einfach nicht mehr hinterher.

Särge mit Aufschrift „SARS-CoV-2 positiv - Corona2 mit Verstorbenen stehen in der Kühlkammer im Krematorium von Giesen in Sachsen.
Erstmals seit Februar starben in Deutschland an nur einem Tag mehr als 500 Menschen mit oder an Corona. © Julian Stratenschulte/dpa

Corona in Deutschland: Ausbruch in Pflegeheim: 27 Tote - Lauterbach spricht von „völliger Unvernunft“

Update vom 7. Dezember, 14 Uhr: Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist am Dienstag, 7. Dezember, leicht gefallen. Und auch die Zahlen in Sachsen sind im Vergleich zur Vorwoche stark abgesackt (siehe Update vom 7. Dezember, 11,23 Uhr). Das RKI gab die Inzidenz für Deutschland am Dienstagmorgen mit 432,2 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 441,9, gelegen. Aus Sachsen waren im Laufe des Montags auffallend wenige Infektionen gemeldet worden, nun scheint der Grund für die niedrigen Werte bekannt. Laut sächsischem Sozialministerium gab es Probleme bei der Datenübermittlung. Der niedrige Sachsen-Wert dürfte also die vom RKI veröffentlichten gesamtdeutschen Zahlen verzerren.

Update vom 7. Dezember, 13.30 Uhr: Die Zahl der Corona-Todesopfer in einem Pflegeheim in Rudolstadt in Thüringen erhöht sich weiter. Wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolstadt am Dienstag mitteilt, sind bislang 27 Heimbewohner nach einer Infektion mit dem Coronavirus verstorben. In dem Heim mit ehemals 141 Bewohnern gebe es aktuell zudem noch bei sechs Bewohnern positive Corona-Tests. Die Zahl der Todesopfer hatte sich in den letzten Tagen stetig erhöht.

So hatte das Landratsamt am Freitag erst 18 Todesfälle gemeldet. Insgesamt sei rund ein Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner nicht geimpft, hatte die Behörde vergangene Woche mitgeteilt. Von den 18 gemeldeten Todesopfern vom Freitag habe bei 14 kein vollständiger Impfschutz bestanden. Bei den neu dazugekommenen Fällen konnte ein Sprecher am Dienstag keine Aussagen über den Impfstatus treffen.

Der Fall hatte am Wochenende bundesweit für Reaktionen gesorgt. Der designierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach hatte entsetzt reagiert und von „völliger Unvernunft“ gesprochen. Nach Angaben des Thüringer Gesundheitsministeriums hatte es ausreichend Impfangebote in dem Heim gegeben. Die tragischen Ereignisse hätten ihren Ursprung in der bewussten Ablehnung der Impfung durch Bewohner und deren Angehörigen, hatte eine Sprecherin mitgeteilt.

Corona in Deutschland: Ermittlungen gegen Polizeikommissarin wegen mutmaßlich gefälschter Impfpässe

Update vom 7. Dezember, 12.15 Uhr: Wegen mutmaßlich gefälschter Impfpässe hat die Staatsanwaltschaft Saarbrücken Ermittlungen gegen eine Polizeikommissarin aufgenommen. Die 32-Jährige Polizistin aus Neunkirchen soll die Pässe gefälscht und an Dritte weitergegeben haben, wie die Landespolizei des Saarlands am Montagabend mitteilte. Demnach wurde die Polizistin bereits am Freitag vom Dienst suspendiert. Weitere Schritte würden geprüft.

Auch gegen einen Polizeioberkommissar aus Merzig würden „beamten- und disziplinarrechtliche Maßnahmen“ geprüft, hieß es. Der 52-Jährige soll im November in Uniform eine Bäckerei betreten haben, ohne einen Mundschutz zu tragen. Auf Nachfrage habe er angegeben, dass er sich getestet habe und deshalb keine Maske tragen müsse. Gegen ihn wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Er wurde für die Dauer der Prüfung des Vorfalls in den Innendienst versetzt.

Corona in Deutschland: Inzidenz sackt in Sachsen ab

Update vom 7. Dezember, 11.23 Uhr: In Sachsen ist die Corona-Inzidenz an diesem Dienstag nach unten gesackt - auf 1082,1. Am Montag hatte der Wert noch bei 1234,4 gelegen. Allerdings gibt es starke Zweifel an den Zahlen, weil offensichtlich nicht alle Daten aus dem Freistaat an das RKI übermittelt werden konnten. Wo die Ursache für den Fehler liegt, ist zunächst noch unklar. Das Sozialministerium in Dresden teilte auf Anfrage mit. Bei der Übertragung habe es keine Fehlermeldung gegeben. Die Daten seien am Dienstagfrüh noch einmal per Mail an das RKI geschickt worden. 

„Letzte Schulungen dafür laufen“ - Deutsche Bahn (DB) rüstet sich für 3G-Regel-Kontrollen

Update vom 7. Dezember, 10.30 Uhr: Das Zugpersonal in den Nahverkehrszügen der Deutschen Bahn (DB) wird ab Mittwoch stichprobenartig die Einhaltung der 3G-Regel kontrollieren. „Letzte Schulungen dafür laufen“, erklärte die DB am Dienstag auf Anfrage. Die 3G-Regel im Nah- und Fernverkehr gilt bereits seit zwei Wochen, zuvor wurde im Regionalverkehr mit Ansagen auf die Regelung hingewiesen, das DB-Sicherheitspersonal kontrollierte zudem bereits stichprobenartig.

Der Konzern rechnet offensichtlich nicht damit, dass alle Fahrgäste widerspruchslos ihren 3G-Nachweis vorzeigen. In der Dienstanweisung an das Zugpersonal steht laut RND ausdrücklich, dass der Eigenschutz „immer Vorrang“ habe. Kontrolliert werden soll demnach nur in Begleitung von Sicherheitspersonal oder zu zweit. „Sofern sich Reisende bei Aufforderung zur 3G-Kontrolle aggressiv und unkooperativ verhalten, ziehen Sie sich zurück und fordern polizeiliche Hilfe zur Durchsetzung der 3G-Pflicht beziehungsweise eines Beförderungsausschlusses an“, heißt es demnach weiter in der Anweisung.

Wirkt ein Fahrgast oder eine Gruppe bereits vor der Kontrolle aggressiv, dürfen Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter laut RND auch auf die Überprüfung verzichten.

Corona-Lage in Deutschland: RKI meldet 36.059 Corona-Neuinfektionen

Update vom 7. Dezember, 7.42 Uhr: Bei der Einordnung der Zahlen weist das RKI auch auf eine mögliche Untererfassung hin: Binnen 24 Stunden wurden hierzulande 36.059 Neuansteckungen registriert (vor einer Woche: 45.753). Die 7-Tage-Inzidenz sinkt erneut leicht auf 432,2 (Vorwoche: 452,2). 399 neue Covid-Todesfälle kamen hinzu. Vor einer Woche waren es an einem Tag 388.

Allerdings kommen Gesundheitsämter und Kliniken laut Experten aktuell mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Corona-Proteste in Sachsen: Polizei greift offenbar härter durch

Update vom 6. Dezember, 21.01 Uhr: In sozialen Medien wurde für Montagabend zu Corona-Protesten in mehreren Städten Sachsens aufgerufen worden. Anders als in der Vergangenheit will die sächsische Polizei stärker durchgreifen. Die Corona-Notfallverordnung erlaubt in Sachsen derzeit nur ortsfeste Kundgebungen mit maximal zehn Teilnehmern.

In Bautzen seien rund 350 Menschen in Richtung Innenstadt unterwegs gewesen, teilte die Polizei mit. Sie seien gestoppt worden. Auch in Freiberg sei ein unzulässiger Aufzug gestoppt worden, so die Polizei. Nach Schätzungen eines dpa-Fotografen bewegte sich die Teilnehmerzahl im vierstelligen Bereich. In Chemnitz sind nach dpa-Informationen einige Hundert Protestierende nur ein paar Hundert Meter weit gekommen. Dann kesselten die Einsatzkräfte sie ein. Die Polizei teilte mit, sie werde Identitäten feststellen und Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen fertigen.

Polizisten haben eine Personengruppe umschlossen. Von den Teilnehmern einer Protesversammlungen gegen die Coronamaßnahmen werden die Personalien ermittelt.
Polizisten haben eine Personengruppe in Freiberg umschlossen. Von den Teilnehmern einer Protestversammlung gegen die Coronamaßnahmen werden die Personalien ermittelt. © Sebastian Willnow/dpa

Corona in Deutschland: 2G-Plus-Ausnahme nach der Booster-Impfung?

Update vom 6. Dezember, 19.07 Uhr: Verfällt nach der Booster-Impfung die Testpflicht? In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg müssen Booster-Geimpfte sich nicht mehr auf Corona testen lassen. Auch dann nicht, wenn eigentlich die 2G-Plus-Regel gilt, also geimpft oder genesen plus aktueller Corona-Test. Das könnte bald auch in weiteren Bundesländern gelten.

Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek (CSU) kündigte nach einer Konferenz der Gesundheitsminister am Montag an, dass der Freistaat diese Möglichkeit prüfen werde. Auch der designierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) habe bei der Konferenz einen entsprechenden Hinweis gegeben. In Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg gilt eine entsprechende Regelung bereits seit Samstag. Mecklenburg-Vorpommern prüft ebenfalls. Lauterbach nahm erstmals an der Sitzung teil, der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zum letzten Mal. 

2G-Plus-Regel: Wer geboostert ist, könnte bald auf einen Test verzichten können.
2G-Plus-Regel: Wer geboostert ist, könnte bald auf einen Test verzichten können. © Sina Schuldt/dpa

Update vom 6. Dezember, 17.08 Uhr: Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt Arthritis-Mittel gegen Covid*. Das Medikament RoActemra des Schweizer Pharmaunternehmens Roche soll bei schwerkranken Covid-19-Patienten eingesetzt werden.

Sachsen: Landtag stellt epidemische Notlage fest

Update vom 6. Dezember, 16 Uhr: Sachsens Landtag stellt die epidemische Notlage fest. Damit schaffte das Parlament die Voraussetzung für weitere eigene Corona-Schutzmaßnahmen. Allerdings braucht es dafür auch die Mitarbeit des Bundes. In Deutschland war die „epidemische Notlage von nationaler Tragweite“ am 25. November ausgelaufen. Für bereits bestehendes Landesrecht gilt eine Übergangsfrist bis zum 15. Dezember. Die aktuelle Corona-Verordnung in Sachsen ist bis zum 12. Dezember gültig. In Sachsen liegt die 7-Tage-Inzidenz derzeit bei 1.234,4, wie das Robert-Koch-Institut mitteilt.

Corona-Hotspots in Deutschland laut RKI (Stand: 06.12.2021)

Falsche Zahlen vom RKI? Experten befürchten unsichtbare Welle

Update vom 6. Dezember, 15.47 Uhr: Ist die vierte Welle eigentlich viel größer? Experten befürchten unsichtbare Welle. Bestimmte Faktoren können die RKI-Zahlen verfälschen.

Deutscher Wortschatz 2021 mit Begriffe rund um Corona gewachsen

Update vom 6. Dezember, 14.02 Uhr: Die Corona-Pandemie hat den deutschen Wortschatz 2021 durch Neuschöpfungen deutlich erweitert. Das Spektrum rund um Corona ist nach Experten des Leibniz-Instituts für Deutsche Sprache (IDS) groß - vom „Abflachen der Kurve“ bis zum „Zweitimpfling“. Dabei dominierten parallel zur Impfkampagne Begriffe zum Thema Impfen, wie Impfneid, Impfdrängler und Boosterimpfung.

Corona in Deutschland: Zahl der Intensivpatienten steigt

Update vom 6. Dezember, 13.38 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland steigt. 4.882 Corona-Patienten liegen derzeit in einem Intensivbett. Davon müssen 2.649 künstlich beatmet werden. Das geht aus den Daten des DIVI-Intensivregisters am Montag hervor.

Update vom 6. Dezember, 12.57 Uhr: In Italien verschärft ab Montag (6. Dezember) seine Corona-Regeln*. 2G wird unter anderem auf Restaurants ausgeweitet - das trifft auch Skiurlauber.

2G-plus: Saarland prüft Aufhebung Testpflicht für Geboosterte

Update vom 6. Dezember, 11.45 Uhr: Das Saarland prüft bei der 2G-Regel eine Aufhebung der Testpflicht für geboosterte Menschen. Es sei nach Ansicht der Landesregierung „der richtige Weg, dass Menschen mit Auffrischungsimpfungen künftig bei 2G-plus-Regelungen von der Testpflicht ausgenommen werden“, teilte Regierungssprecher Alexander Zeyer am Montag in Saarbrücken mit, wie die Nachrichtenagentur dpa berichtet. „Wir werden mit den Experten im Ministerrat darüber beraten, wann der richtige Zeitpunkt für eine solche Regelung gekommen ist.“ Die 2G-plus-Regelung in vielen Innenbereichen sieht vor, dass es nicht mehr reicht, geimpft oder genesen (2G) zu sein.

In Rheinland-Pfalz sind Personen mit einer Booster-Impfung bereits von der Testpflicht bei 2G-plus befreit. Der Status gilt nach Angaben des Ministeriums ab dem Tag der Booster-Impfung. „Die Auffrischungsimpfung erhöht den Impfschutz enorm“, teilte die Landesregierung in Mainz mit.

Corona: Fast 14 Millionen Menschen geboostert

Update vom 6. Dezember, 11.15 Uhr: Bei den Booster-Impfungen geht‘s voran: 13,9 Millionen Geimpfte haben inzwischen eine zusätzliche Auffrischungsdosis bekommen. Das entspricht 16,7 Prozent der Bevölkerung, wie aus Daten des Bundesgesundheitsministeriums von Montag hervorgeht. Insgesamt wurden am Wochenende rund 942.000 Impfungen vorgenommen, 738.000 am Samstag und 204.000 am Sonntag. Bislang gelten 69 Prozent der Bevölkerung als „vollständig geimpft“. Mindestens eine erste Impfung haben 59,9 Millionen Menschen oder 72,0 Prozent aller Einwohner erhalten.

Virologe: „Jetzt impfen und boostern“

Update vom 6. Dezember, 10.14 Uhr: Virologe Martin Stürmer warnt davor, auf einen neuen angepassten Impfstoff gegen Omikron-Variante zu warten. „Auf gar keinen Fall - das gleiche, wie das Warten auf den Tot-Impfstoff. Wenn ich jetzt gar nichts tue, setze ich mich einem hohen Risiko aus, egal, mit welcher Variante mich anzustecken“, sagte Stürmer im ARD-Morgenmagazin. Es lohne sich nicht zu warten, auch eine Infektion mit der Delta-Variante sei kein Zuckerschlecken.

„Wir müssen jetzt impfen und boostern, weil der Schutz wird auch da sein. Vielleicht nicht im gleichen Maße wie in Delta, aber nicht so wenig, dass es sich nicht lohnt.“ Zukünftig geht Virologe Stürmer davon aus, dass es wahrscheinlich jährlich eine angepasste Corona-Impfung wie bei der Influenza-Impfung geben werde. Bei der Grippeschutz-Impfung würden auch gegen mehrere Virusstämme geimpft.

Virologe Dr. Martin Stürmer, Leiter eines Medizinlabors und Lehrbeauftragter für Virologie an der Universität Frankfurt.
Virologe Dr. Martin Stürmer, Leiter eines Medizinlabors und Lehrbeauftragter für Virologie an der Universität Frankfurt in einer Talkshow. © teutopress/imago

Corona in Deutschland: Ärztevertreter fordern mehr Impfangebote an Wochenenden

Update vom 6. Dezember, 8.40 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund fordert mehr Corona-Impfangebote an den Wochenenden. „Die Menschen haben am Samstag und Sonntag Zeit und würden sich auch in viel größerer Zahl boostern lassen, wenn sie dafür nicht stundenlang in der Kälte anstehen müssten“, sagte die Gewerkschaftsvorsitzende Susanne Johna den Zeitungen der Funke Mediengruppe. „Man darf jetzt keine Kosten und Mühen scheuen, die Impfkampagne voranzubringen.“

Zuschauer stehen vor den Impfkabinen beim Viertelfinale der Fernsehshow „The Voice of Germany“ an.
Der Marburger Bund fordert mehr Impfangebote – auch an Wochenenden. © Britta Pedersen/dpa

Das von der Politik ausgegebene Ziel, bis Jahresende 30 Millionen weitere Impfungen zu verabreichen, könne nur erreicht werden, wenn die Verteilung des Impfstoffs besser funktioniere, weitere Impfzentren reaktiviert würden und „wir auch am Wochenende impfen, was das Zeug hält“, so Johna. Viele Arztpraxen sind derzeit an den Wochenenden geschlossen.

Johna rief dazu auf, sich solidarisch mit dem stark belasteten Klinikpersonal zu zeigen: „So schwer es jetzt in der Vorweihnachtszeit fällt - wir müssen unsere Kontakte reduzieren.“ Die Mitarbeiter in den Krankenhäusern seien „mit einer echten Notlage konfrontiert“. Die Situation auf den Intensivstationen sei vielerorts „untragbar“ geworden. „Die Krankmeldungen nehmen zu, es droht noch mehr Personal auszufallen, wenn die Überlastung weiter anhält.“ Dadurch leide auch die Versorgung von Patienten, die wegen anderer Erkrankungen im Krankenhaus behandelt werden müssten. „Wir haben eine handfeste Gesundheitskrise in diesem Land“, erklärte die Vorsitzende des Marburger Bunds.

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz leicht gestiegen

Erstmeldung vom 6. Dezember: Berlin – Corona in Deutschland: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist leicht gestiegen. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montagmorgen mit 441,9 an. Am Vortag hatte der Wert bei 439,2 gelegen, vor einer Woche bei 452,4 (Vormonat: 183,7). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 27.836 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 4.24 Uhr wiedergeben. Vor genau einer Woche waren es 29.364 Ansteckungen.

Bei der Bewertung des Infektionsgeschehens ist zu bedenken, dass Experten derzeit von einer merklichen Untererfassung ausgehen. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher. Auch dem RKI fällt die Beurteilung der Lage schwer.

Der gebremste Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz könne „einerseits ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der deutlich intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein“, hatte es im RKI-Wochenbericht von Donnerstagabend geheißen. Allerdings könnte die Entwicklung „regional auch auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein“.

Die Corona-Lage in Deutschland bleibt angespannt.
Die Corona-Lage in Deutschland bleibt angespannt. ©  Manngold/imago

Corona in Deutschland: Mehrheit begrüßt beschlossene Kontaktbeschränkungen

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 81 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 73 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 6.185.961 nachgewiesene Infektionen. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Montag mit 5.120.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2* gestorben sind, stieg auf 103.121.

Drei von vier Deutschen begrüßen einer Umfrage zufolge die jüngst beschlossenen Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte in der Corona-Pandemie. In der repräsentativen Befragung des Instituts Civey für die Augsburger Allgemeine (Montag) gaben 74 Prozent an, sie hielten die Kontaktbeschränkungen für richtig. 23 Prozent lehnten die Maßnahmen ab. 3 Prozent der Befragten zeigten sich unentschieden.

Bund und Länder hatten am 2. Dezember beschlossen, dass Treffen, an denen ein Ungeimpfter oder nicht Genesener beteiligt ist, auf den eigenen Haushalt und maximal zwei Personen eines anderen Haushalts beschränkt werden. Hinter der neuen Regelung stehen laut Umfrage die Anhänger fast aller größeren deutschen Parteien. Nur die Wähler der AfD sprechen sich mit 77 Prozent mehrheitlich gegen die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte aus. Am größten ist die Zustimmung für die Maßnahme bei denen, die den Grünen (90 Prozent), der SPD (89 Prozent) und der Union (87 Prozent) nahestehen. (dpa/aka) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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