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9-Euro-Ticket: Was jetzt wichtig wird – und in S-Bahn, RB und RE gilt

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Von: Benjamin Stroka

Mit dem 9-Euro-Ticket kann ab 1. Juni jeder bundesweit mit Bus und Bahn fahren. In RE, RB und S-Bahn kann es aber auch einige Probleme geben.

Köln – Bahnfahren wird in diesem Sommer so günstig wie noch nie. Mit dem geplanten 9-Euro-Ticket sollen Fahrten mit Bus und Bahn bundesweit ab 1. Juni drei Monate lang für nur 9 Euro monatlich möglich sein. Dann kann sich jeder ein solches günstiges Monatsticket kaufen und mit Bussen, S-Bahnen, RE- oder RB-Zügen theoretisch durch ganz Deutschland fahren. Allerdings drohen auch einige Probleme, wie bereits auch Experten zu Bedenken geben. Was müssen Fahrgäste beachten?

9-Euro-Ticket: Was erlaubt ist – und was nicht

9-Euro-Ticket
Ab wann kann das Ticket gekauft werden?Voraussichtlich ab 23. Mai 2022 (Deutsche Bahn)
In welchem Zeitraum kann man das Ticket nutzen?1. Juni 2022 bis 31. August 2022

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass der Verkauf der Tickets ab dem 23. Mai 2022 geplant sei. Auch NRW-Nahverkehrsverbünde planen laut der Deutschen Presse-Agentur mit diesem Datum. Voraussetzung ist, dass Bundesrat und Bundestag dem Vorhaben zwischenzeitlich zustimmen.

Wichtig vorweg: Das 9-Euro-Ticket gilt nur für den Nahverkehr und den Regionalverkehr. Das heißt: Städtische Busse, Straßenbahnen oder U-Bahnen können bundesweit genauso genutzt werden, wie S-Bahnen, RE- oder RB-Züge. Der Fernverkehr ist beim 9-Euro-Ticket nicht dabei. Reisende können mit dem 9-Euro-Ticket also nicht den ICE oder IC der Deutschen Bahn nutzen. Auch die Züge von Flixtrain sind im 9-Euro-Ticket nicht mit inbegriffen. Zudem ist die 1. Klasse in den Regio-Zügen, ohne entsprechendes Zusatzticket, mit dem 9-Euro-Ticket tabu. Das 9-Euro-Ticket gilt nur für die 2. Klasse.

Durch den Zeitraum, für viele Bundesländer mitten in den Sommerferien, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für Fahrgäste. Mit Regionalzügen sind sogar beliebte Urlaubsziele, wie die Inseln Sylt und Rügen, oder der Bodensee erreichbar. Auch beliebte Strecken, wie Köln – Hamburg oder Berlin – München sind durch das 9-Euro-Ticket mit etwas Geduld und mehreren Umstiegen zu schaffen. Doch so attraktiv das Angebot auch klingt, es drohen auch einige Probleme und vor allem unerfahrenere Bahnreisende könnten negativ überrascht werden.

9-Euro-Ticket: Es drohen überfüllte Züge bei RE, RB und S-Bahn

Viele Experten rechnen mit einem riesigen Ansturm an den Bahnhöfen – und entsprechend vollen oder sogar überfüllten Zügen. Gerade Strecken, die vor allem für Tagestrips beliebt sind, könnten davon extrem betroffen sein. „Es könnte ein erhöhtes Sicherheitsrisiko werden, wenn erhöhtes Reisendenaufkommen auf Probleme bei Ressourcen trifft“, sagt auch Gerd Galdirs, Betriebsratschef bei der DB Sicherheit.

9-Euro-Ticket: Fehlende Sitzplatzreservierung

Gerade, wenn die Züge sehr voll werden, wird das Reisen ohne Sitzplatz besonders auf längeren Strecken zu einer echten Strapaze. Anders als im Fernverkehr, gehört die Möglichkeit zur Sitzplatzreservierung im Regionalverkehr, aber nicht zum Standardangebot. Nur auf vereinzelten Regio-Linien in Bayern, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein ist es überhaupt möglich, gegen einen Aufpreis, einen Sitzplatz im Regionalzug zu reservieren

9-Euro-Ticket: Mögliche Ausfälle und Verspätungen bei RE, RB und S-Bahn

Die meisten Bahnfahrer werden es wissen – Pünktlichkeit ist bei weitem keine Garantie im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr. Züge verspäten sich, müssen Umleitungen fahren oder fallen im schlimmsten Fall sogar ganz aus. Wer mit dem 9-Euro-Ticket eine Reise quer durch Deutschland mit mehreren Umstiegen plant, könnte mit etwas Pech daher den ein oder anderen Anschlusszug verpassen

9-Euro-Ticket: Zum Teil fehlen Toiletten

Mittlerweile haben die meisten RE- und RB-Züge Toiletten an Bord. Bei vielen S-Bahnen ist das aber weiterhin nicht der Fall. Zudem dürften hier überfüllte Züge ebenfalls zum Problem werden. Wer in einer vollen Bahn mal dringend muss, könnte sich in einer längeren Schlange vor den Toiletten wiederfinden

9-Euro-Ticket: Hitze in den Sommerferien – nicht überall Klimaanlagen

Die meisten hoffen auf Sonne und hohe Temperaturen in den Sommerferien. In der Bahn kann die Hitze ohne Klimaanlage besonders in einem vollen Zug aber schon mal sehr unangenehm werden. Im ICE gibt es das Problem normalerweise nicht, alle ICE-Züge sind mit Klimaanlagen ausgestattet. Im Regionalverkehr, also auch mit dem 9-Euro-Ticket, gilt das laut Angaben der Deutschen Bahn aber nur für rund 80 Prozent der Züge. Es werden zwar Stück für Stück ältere Modelle durch neue Züge mit Klimaanlagen ausgetauscht, garantiert ist die klimatisierte Fahrt aber nicht

9-Euro-Ticket: Keine kostenlose Fahrradmitnahme

Wer mit dem 9-Euro-Ticket unterwegs ist, darf sein Fahrrad voraussichtlich nicht kostenlos mitnehmen. Dann wäre also trotz des Monatstickets ein zusätzliches Fahrradticket nötig. Vielleicht fällt die Fahrrad-Option aber sogar auf einigen Linien noch ganz weg. Um möglichen überfüllten Zügen vorzubeugen, steht auch der Vorschlag im Raum, die Fahrradmitnahme für die Zeit des 9-Euro-Tickets auf besonders stark befahrenen Linien komplett zu verbieten

9-Euro-Ticket: Nur selten WLAN in RE, RB und S-Bahn

Was im Fernverkehr mittlerweile als selbstverständlich gilt, steckt im Regionalverkehr noch in den Kinderschuhen: der WLAN-Ausbau in den Zügen. Mit Stand Dezember 2021 hatten nur rund 34 Prozent aller DB Regio-Strecken in Deutschland kostenloses WLAN für die Fahrgäste im Angebot. Reisende mit dem 9-Euro-Ticket müssen in vielen Fällen also, falls vorhanden, auf mobiles Internet zurückgreifen

9-Euro-Ticket soll Menschen vom Auto auf die Schiene bringen

Das 9-Euro-Ticket soll nach aktuellem Plan vom 1. Juni bis zum 31. August 2022 gültig sein. In diesem Zeitraum soll für nur 9 Euro pro Monat der Nah- und Regionalverkehr in Deutschland genutzt werden können. Die Bundesregierung hat das 9-Euro-Ticket als Teil eines großen Entlastungspakets geplant. Die Bürger sollen dadurch aber nicht nur entlastet werden, Bus und Bahn fahren soll damit auch als attraktive Alternative zum Auto nähergebracht werden. So sind auch viele Urlaubsreisen möglich. Allerdings sehen das nicht alle positiv. Die Urlaubsinsel Sylt befürchtet beispielsweise einen Ansturm von Touristen. Im Netz sorgt die Angst auf Sylt aber eher für Belustigung, wie 24hamburg berichtet. (bs) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Unabhängig informiert, was in Deutschland & NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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