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Nach Schießerei in Saarbrücken: 67-jähriger Schütze offenbar kein Reichsbürger

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Von: Patrick Huljina

In Saarbrücken läuft ein Großeinsatz der Polizei: Ein Mann schießt aus seinem Wohnungsfenster.
In Saarbrücken läuft ein Großeinsatz der Polizei: Ein Mann schießt aus seinem Wohnungsfenster. © IMAGO/BeckerBredel

Nachdem es am Freitagmorgen in Saarbrücken zu einem Schusswechsel zwischen einem 67-Jährigen und der Polizei kam, wurde gegen Mittag der Tod des Schützen gemeldet. Dass er den „Reichsbürgern“ angehörte, wird derzeit ausgeschlossen.

Update vom 3. Juni, 19.30 Uhr: Mehrere Stunden sind seit den schockierenden Geschehnissen in Saarbrücken vergangen. Der Schock über die Schusswechsel zwischen dem 67-Jährigen und der Polizei sitzt tief. Nachdem die Saarländer Polizei nachmittags den Tod des Schützen meldete, der leblos in seiner Wohnung aufgefunden wurde, veröffentlichte sie nun eine weitere entwarnende Mitteilung auf der Kurznachrichtenplattform Twitter. Denn es soll derzeit ausgeschlossen werden, dass der Täter der Reichsbürgerbewegung angehört haben könnte.

Als Reichsbürger gelten vor allem Personen, die die deutsche Rechtsordnung ablehnen. Mitglieder dieser Gruppe weisen die modernen Gesellschaftsstrukturen ab und weigern sich beispielsweise auch, Steuern zu zahlen. In Deutschland sollen schätzungsweise 20.000 Menschen unter den Begriff „Reichsbürger“ fallen.

Update vom 3. Juni, 14.50 Uhr: Nach den tragischen Ereignissen, die sich am Freitagmorgen in Saarbrücken abspielten, meldete die Polizei nun den Tod des mutmaßlichen Schützen. Berichten zufolge soll der 67-Jährige tot in seiner Wohnung aufgefunden worden sein, in der er sich stundenlang verschanzt hatte. „Es besteht keine Gefahr mehr“, liest sich die Entwarnung, die die Polizei anschließend auf Twitter teilte.

Update vom 3. Juni, 13.40 Uhr: Rund fünf Stunden nach den ersten Schüssen auf einen Polizisten ist der Großeinsatz in Saarbrücken weiterhin nicht beendet. Das berichtet die Saarbrücker Zeitung. Demnach haben die SEK-Beamten am Einsatzort noch keinen Durchbruch erzielen können. Der mutmaßliche Täter befinde sich weiterhin im Haus, das von den Polizisten umzingelt wird.

Gegen den 67-Jährigen liegen neben Verstößen gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz auch Gewalt- und Bedrohungsdelikte vor, sagte ein Sprecher des Verwaltungsgerichts des Saarlandes. Der Mann sei bereits „polizeirechtlich und waffenrechtlich in Erscheinung getreten.“

Polizist angeschossen: Lage in Saarbrücken „derzeit statisch“ – Polizei strebt friedliches Ende an

Update vom 3. Juni, 12.35 Uhr: Der Polizist, der am Freitagvormittag von einem Mann angeschossen wurde, wird derzeit im Krankenhaus behandelt. Er befindet sich aber nicht in Lebensgefahr, teilte ein Sprecher der Polizei in Saarbrücken mit. Der mutmaßliche Schütze habe sich nach der Schussabgabe in seiner Wohnung verbarrikadiert und anschließend gezielt auf die Absperrung und Fahrzeuge der Polizei geschossen, die am Vormittag zum Großeinsatz eintrafen.

Auch mehrere Stunden nach dem Beginn des Einsatzes gab es noch keine Entwarnung. Der Sprecher der Polizei sagte gegen Mittag: „Derzeit ist die Lage statisch. Wir bereiten jetzt weitere Maßnahmen vor, um die Lage friedlich zu beenden.“

Saarbrücken: Mann (67) liefert sich Schusswechsel mit Polizei – ehemaliger Jäger

Update vom 3. Juni, 12.18 Uhr: Der Einsatz in Saarbrücken, bei dem ein Mann aus seinem Fenster auf Polizisten schießt, ist offenbar noch nicht beendet. Wie die Saarbrücker Zeitung berichtet, sind im Haus des mutmaßlichen Täters innerhalb der letzten Stunde immer wieder Schüsse gefallen. Einsatzkräfte haben demnach das Gebäude umzingelt.

Bei dem 67-jährigen mutmaßlichen Täter soll es sich um einen ehemaligen Jäger handeln. Der Mann sei der Polizei bereits mehrfach negativ aufgefallen, berichtete Richter Christoph Schmit, Pressesprecher am Verwaltungsgericht in Saarlouis, der Saarbrücker Zeitung. Ihm wird demnach ein Verstoß gegen das Waffen- sowie Kriegswaffengesetz vorgeworfen. Die Waffenbehörde Saarbrücken habe ihm seine Waffenbesitzkarte „sofort vollziehbar“ entzogen. Die Mitarbeiter der Waffenbehörde seien bei ihm erschienen, weil er zu erkennen gegeben habe, dass er nicht bereit sei, die Waffen freiwillig zurückzugeben.

Mann (67) liefert sich in Saarbrücken Schusswechsel mit Polizei – „Gezielte Schüsse“

Update vom 3. Juni, 11.15 Uhr: Die Gefahr in Saarbrücken ist weiterhin nicht gebannt. „Aktuell fallen erneut gezielte Schüsse auf die Polizeiabsperrung und die Polizeifahrzeuge“, teilte die Polizei Saarland via Twitter mit. Die Einsatzkräfte wiederholten zudem den Appell, den Bereich zu meiden. Bilder vom Einsatzort zeigen schwer bewaffnete Polizisten.

In Saarbrücken-Klarenthal gibt es derzeit einen Schusswechsel zwischen einem Mann und der Polizei.
In Saarbrücken-Klarenthal gibt es einen Schusswechsel zwischen einem Mann und der Polizei. © IMAGO/BeckerBredel

Großeinsatz in Saarbrücken: Schusswechsel zwischen Mann (67) und Polizei

Erstmeldung vom 3. Juni: Saarbrücken - Bei einem Einsatz in Saarbrücken-Klarenthal ist am Freitag (3. Juni) ein Polizist angeschossen und verletzt worden. Eine Person schieße aus dem Fenster im Bereich der Wilhelmstraße, teilte die Polizei über Twitter mit. Anwohner wurden dazu aufgerufen, in ihren Häusern zu bleiben und den Einsatzbereich zu meiden.

Aktuell gebe es einen Schusswechsel zwischen der Polizei und dem Täter, schreiben die Einsatzkräfte via Twitter. „Die Polizei bittet alle Anwohner in ihren Häusern zu bleiben und sich von den Fenstern entfernt zu halten, da der Täter mit einer Waffe aus einem Wohnungsfenster schießt“, heißt es in einer Pressemitteilung. Der Bereich ist weiträumig abgesperrt. „Noch gibt es keine Entwarnung“, sagte eine Polizeisprecherin.

Saarbrücken: Mann (67) liefert sich Schusswechsel mit Polizei – Beamte verletzt

Nach Angaben der Polizei waren die Beamten vor Ort, um die Waffenbehörde der Stadt Saarbrücken im Rahmen der Amts- und Vollzugshilfe zu unterstützen. Als die Polizisten und die Mitarbeiter der Stadt bei dem 67-Jährigen eintrafen, um dessen Wohnung zu durchsuchen, habe er auf den Polizisten geschossen. Eine weitere Polizistin sei durch umherfliegende Glassplitter verletzt worden.

Über die Schwere der Verletzung bei dem Polizisten war zunächst nichts bekannt. Er werde ärztlich behandelt, hieß es. Der 67-Jährige hat sich laut Polizei nach der Schussabgabe in seiner Wohnung verbarrikadiert. Die Waffenbehörde war am Morgen mit eines Durchsuchungsbeschlusses des Verwaltungsgerichts Saarland angerückt. (ph mit dpa)

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