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Real-Filialen: Jetzt schließen drei weitere Standorte

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Von: Benjamin Stroka

Ein Schild bei Real mit dem Hinweis „Wie schließen“ und eine Real-Filiale von außen (Montage).
Drei Real-Filialen werden jetzt doch geschlossen, obwohl ihre Zukunft eigentlich gesichert schien (Symbolbilder/Montage). © Arnulf Hettrich/Imago & Michael Gstettenbauer/Imago

Wende bei Real-Zerschlagung: Drei Real-Filialen, die eigentlich erhalten bleiben sollten, werden jetzt doch geschlossen. Zwei Städte in NRW sind betroffen.

Düsseldorf – Nächster Paukenschlag bei der Real-Zerschlagung*: Es stehen drei weitere Real*-Filialen fest, die endgültig geschlossen werden. Die besondere Überraschung: Die betroffenen Filialen haben eigentlich zu den rund 60 Standorten gezählt, die trotz Zerschlagung der SB-Warenhauskette erhalten bleiben sollten.

Real
Umsatz:7,4 Milliarden EUR (2017–2018)
Gründung:1992, Deutschland
Anzahl der Beschäftigten:36.000 (2019)

Real-Zerschlagung: Filialen sollten erst Real bleiben und machen jetzt doch dicht

Schon seit 2020 ist die Real-Zerschlagung eines der bestimmenden Themen im deutschen Einzelhandel. Der Großteil der ehemals rund 270 Real-Filialen in Deutschland verschwindet. Viele werden von anderen Supermärkten, wie Kaufland*, Edeka*, Globus* oder Rewe* übernommen, andere Real-Standorte werden endgültig dicht gemacht.

Experten-Interview zur Real-Zerschlagung:

24RHEIN* hat mir Supermarkt-Experte Professor Peter Kenning aus Düsseldorf gesprochen. Im Interview erklärt Kenning, wie Real in Schieflage geraten konnte und ob noch Hoffnung für die restlichen Filialen besteht.

Im Januar 2022 dann die überraschende Wende: Rund 60 Real-Filialen in Deutschland sollen trotz Zerschlagung als Real erhalten bleiben. 57 solcher Real-Märkte standen bereits fest*, wurden auf der offiziellen Real-Standortabgabenliste mit der Info „Verbleib bei Real“ als solche Filialen gekennzeichnet. Doch aus diesen 57 sind nach aktuellem Stand (30. März 2022) jetzt nur noch 54 geworden.

Erst Verbleib, jetzt Schließung: Diese Real-Filialen werden doch geschlossen

Denn drei der einst 57 Real-Märkte sollen nach jetzigen Informationen doch nicht erhalten bleiben, sondern endgültig geschlossen werden. Dabei handelt es sich um die Real-Märkte in Espelkamp und Hemer in NRW* sowie den Real in Wolfenbüttel in Niedersachsen. Die Real-Filialen, die jetzt doch schließen müssen, im Überblick:

Wochenlang war geplant, dass die Real-Filialen in Espelkamp, Hemer und Wolfenbüttel nach der Real-Zerschlagung unter dem alten Namen weitergeführt werden. Jetzt die traurige Gewissheit für die Angestellten und Kunden: Alle drei Märkte werden am 30. Juni 2022 geschlossen. Für die Anwohner in Espelkamp, Hemer und Wolfenbüttel bedeutet das gleichzeitig, dass Real dort komplett verschwindet. Weitere Filialen der SB-Warenhauskette gibt es in den Städten nicht.

Real-Filialen müssen doch schließen – was sind die Gründe?

Real-Zerschlagung: Warum einige Real-Filialen doch erhalten bleiben

Lange Zeit sah es bei Real-Zerschlagung so aus, als würden zum geplanten Ende im Sommer 2022 auch wirklich alle Real-Filialen vom deutschen Markt verschwinden. Das änderte sich im Januar 2022, als bekannt wurde, dass der Unternehmer Sven Tischendorf mit seinem Family Office die Real GmbH vom russischen Investor SCP kaufen wird*. Tischendorf möchte die übrigen Real-Häuser danach modernisieren und neu ausrichten. Nach aktuellem Stand soll er zum 1. Juli 2022 die Geschäftsführung von Real antreten. Dennoch werden auch 2022 zahlreiche Real-Filialen schließen.

Warum die Real-Filialen jetzt doch geschlossen werden müssen, kann mehrere Gründe haben. In Hemer konnte sich Real laut eigener Aussage nicht mit dem Vermieter des Grundstücks an der Urbecker Straße einigen. „Leider ist es uns trotz mehrfacher Anläufe nicht gelungen, einen direkten Mietvertrag zwischen Real und der Vermieterin, der WSN Grundbesitz GmbH mit Sitz in Münster, zu verhandeln, da sich diese einer solchen Lösung verweigert“, erklärte ein Real-Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage. Daher beabsichtige Real, „den Geschäftsbetrieb des Standortes in Hemer, Urbecker Str. 127 zum 30.06.2022 einzustellen“, heißt es weiter.

Im Hinblick auf die Real-Filialen in Espelkamp und Wolfenbüttel teilte ein Real-Sprecher auf 24RHEIN-Anfrage mit, dass man sich „trotz intensiver und konstruktiver Gespräche mit dem aktuellen Eigentümer“ nicht auf eine Fortsetzung des Betriebs durch Real an den Standorten einigen konnte. Für beide Standorte gebe es bereits mögliche Nachmieter. Wer das sein wird, ist noch nicht bekannt, es seien aber ebenfalls Handelsunternehmen.

Real-Zerschlagung: Aktuell sollen noch 54 Real-Märkte erhalten bleiben

Wann mögliche Nachmieter einziehen, ist noch offen. „Die Standorte sollen zunächst umfassend renoviert werden“, erklärt der Real-Sprecher. Diese Renovierungen sollen so umfangreich sein, dass Real den Betrieb an den Standorten auch nicht bis zur Übernahme durch jeweilige Nachmieter fortsetzen kann. Daher kommt es am 30. Juni 2022 zur Schließung.

Besonders hart trifft das vor allem die Beschäftigten in der Real-Filiale, die dank des geplanten Verbleibs erst wieder Hoffnung hatten und sich nun doch plötzlich mit der Schließung ihres Arbeitsplatzes konfrontiert sehen. Damit gibt es aktuell noch 54 Real-Filialen, die erhalten bleiben sollen. Die Zukunft aller diese Märkte scheint nach den aktuellen Entwicklungen aber keineswegs so sicher zu sein, wie zunächst gedacht. (bs) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Hinweis: Dieser Artikel wurde zuletzt am 31. März 2022 aktualisiert. Neuerung: Informationen über die Gründe der Real-Schließungen in Espelkamp und Wolfenbüttel ergänzt.

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