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Rewe beendet Zusammenarbeit mit DFB: Unterstützung kommt vom 1. FC Köln

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Von: Jonah Reule

Nach dem Verbot der One Love-Binde beendete Rewe den Vertrag mit dem DFB vorzeitig. In seiner Haltung erhält Rewe nun Unterstützung vom 1. FC Köln.

Köln – Die Diskussionen um die One Love-Kapitänsbinde und den damit verbundenen Kampf für Menschenrechte reißen weiterhin nicht ab. Erst am Dienstag beendete der langjährige Sponsor und Supermarktriese Rewe die Zusammenarbeit mit dem DFB. Im Fokus steht dabei das Verbot der Binde durch den Weltverband FIFA und die daraus resultierende Abkehr von One Love seitens des DFB. Rewe erklärte nun seinen vorzeitigen Schlussstrich.

One Love-Binde verboten: Rewe setzt nach DFB-Rückzieher unmittelbar ein Zeichen

„Fußball ist für uns unter anderem Fair Play, Toleranz und Zusammenhalt – diese Werte halten auch wir hoch“

Lionel Souque, CEO REWE Group

Das ganze Thema nahm jüngst am Montagvormittag an Fahrt auf, als die FIFA den Unterstützern der One Love-Binde unmissverständlich mitteilte, dass das Tragen der Kapitänsbinde direkte Konsequenzen für die Teams haben werde. Als Reaktion auf die Drohung des Weltverbands machte auch der DFB einen Rückzieher und verkündete, die Binde im Spiel gegen Japan nicht tragen zu wollen.

Als Reaktion auf das Einknicken des DFB ließ die in Köln ansässige Supermarktkette Rewe Taten folgen. Das Unternehmen teilte in einem Statement am Dienstagvormittag mit, die Partnerschaft mit dem Deutschen Fußball Bund mit sofortiger Wirkung ruhen zu lassen. Man stehe für Diversität und Vielfalt, sagte das Unternehmen. „Fußball ist für uns unter anderem Fair Play, Toleranz und Zusammenhalt – diese Werte halten auch wir hoch“, erklärt Rewe-CEO Lionel Souque.

Rewe Supermärkte verschenken ab sofort das erhältliche DFB-Sammelalbum an Kunden.

„Wir stehen ein für Diversität – und auch Fußball ist Diversität. Diese Haltung leben wir und diese Haltung verteidigen wir – auch gegen mögliche Widerstände. Die skandalöse Haltung der FIFA ist für mich als CEO eines vielfältigen Unternehmens und als Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“

Lionel Souque, CEO REWE Group

Vertrag mit dem DFB wäre zu Jahresende ausgelaufen

Erst im Oktober hatten Rewe bekannt gegeben, die seit 2008 bestehende Partnerschaft mit dem DFB nicht mehr über das Ende des bestehenden Vertrages weiterführen zu wollen. Diese Entscheidung habe damals in keinem Zusammenhang mit der Weltmeisterschaft in Katar gestanden, teilte REWE mit. Der Vertrag wäre im Dezember ausgelaufen. Damit hat der vorzeitige Schlussstrich vor allem eine symbolische Wirkung.

1. FC Köln unterstützt die Entscheidung von Rewe - „Lebe wie du bist“ ist unverhandelbar

Namentliche Unterstützung erfährt die Supermarktkette vom 1. FC Köln. Der FC sei „stolz“ auf die Entscheidung und das starke Statement seines Hauptsponsors. Man unterstütze diese Haltung zu 100 Prozent. „Unser Hauptpartner Rewe steht wie wir für Diversität.“ Rewe ist seit 2007 Hauptsponsor des Effzeh.

Darüber hinaus untermauerte der FC nochmals seine eigene Haltung zum Thema Diversität und Menschenrechte in einem eigenen Statement auf Facebook. „Wir würden das Tragen der One-Love-Binde unterstützen und jede Sanktion gegenüber unseres Verbandes mittragen“, sagte FC-Präsident Werner Wolf. Für den FC steht Haltung über jeder Regel. Deshalb sei das Motto „Lebe wie du bist“ für den FC nicht verhandelbar, wird der Präsident weiter zitiert.

Außerdem würdigte Wolf das Statement der iranischen Nationalmannschaft, die während der Nationalhymne im Spiel gegen England aus Protest gegen die eigene Regierung schwieg.

Weitere DFB-Sponsoren halten an Zusammenarbeit fest – einige kündigen Gespräche an

Auch weitere Sponsoren des DFB reagierten auf die One Love-Thematik. Im Gegensatz zu Rewe wandten sich Adidas, Volkswagen, Coca-Cola und die Telekom jedoch nicht von ihrem Partner ab. Einige von ihnen kündigten jedoch zeitnahe Gespräche mit dem DFB an. Adidas forderte, die Diskussionen müssen weitergeführt werden und bekräftigte seine Unterstützung für die Sportler. Der Sportartikelhersteller zählt außerdem zu den Hauptsponsoren der WM.

Diese Sponsoren arbeiten weiterhin mit dem DFB zusammen:

DFB prüft mögliche Klage vor dem CAS

Der DFB erwägt derweil wegen des Verbots der Binde eine mögliche Klage gegen die FIFA vor dem internationalen Sportgerichtshof CAS. „Der DFB prüft, ob dieses Vorgehen der FIFA rechtmäßig war“, sagte DFB-Mediendirektor Steffen Simon. Ob dies Aussichten auf Erfolg hätte, bleibt abzuwarten. (jr mit dpa) Fair und unabhängig informiert, was in NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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