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Stubenarrest: Deutsche Stadt erlässt Ausgehverbot für Katzen

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Von: Mick Oberbusch

Traurige Katze schaut durchs Fenster, im Vordergrund freigestellt eine Haubenlerche (Montage).
In Walldorf dürfen Katzen nicht mehr vor die Tür – weil die Stadt die Haubenlerche schützen will (IDZRW-Montage). © Bihlmayerfotografie/Imago & blickwinkel/Imago

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche dürfen Katzen in der Stadt Walldorf (Baden-Württemberg) nicht mehr vor die Tür – sonst droht unter Umständen eine fette Strafe.

Walldorf – Dass sich Katzen nicht immer zwingend an Wohnungsbegrenzungen durch Eingangstüren oder Fenster halten, ist weitreichend bekannt – zu gerne tigern die Vierbeiner auch durch die Nachbarschaft oder ins Freie. Im baden-württembergischen Walldorf, rund 250 Kilometer von NRW entfernt, ist dies nun nicht mehr so leicht möglich, zumindest nicht in Walldorf-Süd. Denn dort hat der Rhein-Neckar-Kreis zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche eine „Ausgangssperre“ für die Haustiere verhängt.

Haubenlerche
VogelartLerche
Bestandin Westeuropa hochgradig gefährdet
Wissenschaftlicher NameGalerida cristata
Gewicht43 Gramm

Im Jahr 2021 lebten übrigens 16,7 Millionen Katzen in Deutschland. Leider häufiger wieder werden Katzen zudem auch ausgesetzt und zurückgelassen. Auch, wenn die Katze eigentlich ein Geschenk sein soll.

Walldorf (Baden): Katzen müssen zu Hause bleiben – bis zu 50.000 Euro Strafe

Heißt im Klartext: Weil das Überleben der kleinen Vogelart nicht gesichert ist, müssen Katzen dort künftig zwingend zu Hause bleiben. Entwischt eine, muss der Halter sie zwingend wieder einfangen, sonst droht ein Bußgeld von 500 Euro. Noch schlimmer: Tötet die Katze sogar einen dieser seltenen Vögel, werden bis zu 50.000 Euro fällig. Und das kommt nicht allzu selten vor: Weil diese auf dem Boden brüten, fallen sie Katzen häufig zum Opfer. Auch der Aufenthalt in Gärten ist für Katzen in Walldorf-Süd tabu.

Walldorf (Rhein-Neckar-Kreis): Haubenlerche hochgradig bedroht

Wie die Rhein-Neckar-Zeitung berichtet, gebe es in Walldorf inzwischen lediglich noch drei Brutpaare. Auch deshalb käme es aktuell auf das Überleben jedes einzelnen Jungvogels an. Natürlich gebe es bei der Umsetzung dieses Vorhabens noch offene Fragen, etwa, wie man bei einer frei laufenden Katze die Besitzerin oder den Besitzer ermitteln könne. Diesen Katzen-“Arrest“ zu starten, sei laut Walldorfs Bürgermeister Matthias Renschler (FDP) dennoch eine sinnvolle Idee.

Walldorf liegt im Norden von Baden-Württemberg

Der 15.000-Einwohner-Ort zählt zu den reichsten Städten Deutschlands

Das verdankt Walldorf vor allem dem Software-Konzern SAP, der hier seinen Hauptsitz hat

Geld ist in Walldorf also genug vorhanden und wird mit Bedacht zum Wohle der Bevölkerung ausgegeben

So ist in Walldorf u.a. seit Jahresbeginn die Nutzung des ÖPNV kostenfrei

Ausgangssperre für Katzen in Walldorf – Gefahr

Auch wenn Katzen-Halterinnen und -Halter dies durchaus anders sehen dürften. Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Tiere ist es jedoch ratsam, die eigenen Haustiere im Zaum zu halten. Damit es mit der „Ausgangssperre“ vielleicht schon bald eine Ende haben kann. (mo) Fair und unabhängig informiert, was in NRW, Deutschland & der Welt passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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