Werden ängstliche Menschen eher von Hunden gebissen?
Dass ein Hund beißt, sollte vermieden werden – zumal das schnell tödlich endet. Forscher fanden raus, dass zwei Gruppen besonders häufig zu Opfern werden.
Kassel – Der beste Freund des Menschen – mit diesem Titel schmückt sich der von vielen geliebte Hund. Dennoch darf man bei all der Freundschaft nicht vergessen, dass es sich immer noch um ein Tier handelt, welches hin und wieder seinen natürlichen Instinkten folgt. Jährlich werden laut dem Deutschen Ärzteblatt rund 30.000 – 50.000 Menschen von ihren eigenen oder fremden Hunden gebissen. Erst Anfang Juli biss ein Hund einen Familienvater und seine zwei kleinen Kinder.

Doch wen greifen die Hunde an und stimmt die gängige Meinung, dass Hunde unsere Angst riechen können und dann aggressiver sind? Forscher des Instituts für Epidemiologie in Liverpool gingen dieser Frage auf den Grund. Hierzu befragten sie knapp 700 Engländer. Das Ergebnis: Vor allem ängstliche Persönlichkeiten und Männer sind oft Opfer von Bissattacken. Zudem zeigte sich, dass Menschen, die emotional stabil sind, seltener von Hunden angegriffen werden.
Mit diesen Verhaltensweisen kann man sich vor einem Hundebiss schützen
Auch wenn es nur ein schwacher Trost ist, aber kein Hund beißt ohne Grund. Meist handelt es sich nur um ein Missverständnis. Doch auch schlechte Erziehung, Angst oder Unsicherheit können Auslöser sein. Wer einem Hundebiss vorbeugen möchte, sollte folgendes beachten:
- Den Hund erst schnuppern lassen, bevor man ihn streichelt.
- Warnsignale wahrnehmen: Zähne fletschen, Knurren, Ohren anlegen, gesträubtes Fell, aufgerichtete oder eingeklemmte Rute
- Keinen Lärm machen, nicht schreien. Stattdessen sollte man mit tiefer Stimme „Nein“ sagen.
- Hektische Bewegungen erschrecken den Hund unnötig.
- Direkten Augenkontakt vermeiden. Hunde können sich dadurch provoziert fühlen. Dies fördert die Aggressivität des Hundes.
- Verhält sich ein Hund aggressiv, entfernen Sie sich langsam und ruhig. Schnelles Weglaufen steigert nur den Jagdinstinkt. Am besten man steht seitwärts zum Tier.
- Sollte es doch zu einem Angriff kommen, helfen eine Tasche oder ein anderer Gegenstand dabei, den Hund fernzuhalten.
Allerdings sind Hunde tatsächlich in der Lage, feinste Veränderungen in unserer Körpersprache und sogar in unserem Geruch wahrzunehmen. Menschen, die Angst haben, atmen oft schneller, schwitzen stärker und bewegen sich verkrampft. Diese unbewussten Signale können Hunde irritieren, oder sie können diese sogar als Bedrohung deuten. Daher entsteht häufig der Eindruck, Hunde könnten „Angst riechen“. Im Grunde reagieren sie jedoch auf eine Mischung aus Körperhaltung, Mimik und Geruchsveränderungen.
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Darüber hinaus spielt auch die Lernerfahrung des Hundes eine Rolle. Tiere, die in der Vergangenheit schlechte Erfahrungen mit unsicheren oder hektischen Menschen gemacht haben, können auf diese schneller aggressiv reagieren. Ein gut sozialisierter Hund bleibt hingegen meist gelassen, selbst wenn jemand Angst zeigt. Deshalb betonen Experten, wie wichtig eine konsequente Erziehung, ausreichend Bewegung und soziale Kontakte für Hunde sind, denn all das trägt entscheidend dazu bei, dass Begegnungen zwischen Mensch und Hund friedlich verlaufen.
(Autor: Welt der Wunder Redaktion)