Exoplaneten-Schauspiel: Künstler zeigt Vielfalt des Universums

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Von: Paul Luka Schneider

In der Galaxie schlummern unzählige Welten und Planetensysteme. Ein Astronomie-Künstler hat sich an die Visualisierung des Exoplaneten-Schauspiels gewagt.

München – Nach der ersten Entdeckung eines Exoplaneten – eines Planeten, der einen anderen Stern als unsere Sonne umkreist – im Jahr 1995, weiß die Menschheit bis heute von mehr als 5000 Exoplaneten und mehr als 4000 Planetensystemen. Der slowakische Astronomie-Enthusiast Martin Vargic (26) hat nun zwei Info-Grafiken erstellt, die über 1600 verschiedene Exoplaneten vergleichbar visualisieren.

„Eisige und felsige Welten“: Bewohnbare und selbstzerstörerische Exoplaneten?

Dabei sind sie in der Grafik von links nach rechts mit steigender Temperatur angeordnet. „Sie sind aufgeführt nach der Wärmemenge, die sie von ihren Sternen erhalten. Durch die Darstellung kann man leicht, ihre relative Größe vergleichen und bekommt überdies einen Eindruck davon vermittelt, wie sie aussehen könnten“, erklärt Vargic auf seiner Webseite, wo die Poster auch zu erwerben sind.

Das Erste macht seinem Titel „Icy and Rocky Worlds“, übersetzt „eisige und felsige Welten“, dabei alle Ehre. Es zeigt mehr als 900 Planeten, die teilweise so groß wie die Erde oder deutlich monströser sind. „Die meisten bekannten Planeten haben ein Vielfaches an Masse als die Erde“, unterstreicht Vargic.

Darunter ist Proxima Centauri B, der etwas größer als die Erde ist und in einer bewohnbaren Zone des Sterns liegt, der unserem Sonnensystem am nächsten ist. „In Zukunft wird er wahrscheinlich der erste Exoplanet sein, zu dem wir eine Sonde schicken“, meint Vargic. Oder auch Kepler-70b. Dessen Oberfläche ist heißer ist als die der Sonne. „Er wird irgendwann durch die Hitze seines Sterns vollständig verdampft sein“, blickt Vargic voraus.

Die Exoplaneten-Grafik „Icy and Rocky Worlds“ von Astronomie-Enthusiast Martin Vargic offenbart über 900 Planeten, die teilweise so groß wie die Erde oder deutlich monströser sind.
Die Grafik „Icy and Rocky Worlds“ von Martin Vargic offenbart über 900 Planeten, die teilweise so groß wie die Erde oder deutlich monströser sind. © Grafik/Martin Vargic

Uralt, rot glühend und pechschwarz: „Wir haben exotische Exoplaneten entdeckt“

Die Grafik „The Exoplanet Zoo“, übersetzt der „Zoo der Exoplaneten“, konzentriert sich dagegen auch auf größere Gas- und Eisriesen. Allerdings ähneln auch hier nicht alle von ihnen den Planeten in unserem eigenen Sonnensystem: „Wir haben viele exotische Exoplaneten entdeckt“, lässt Vargic wissen.

So ist unter anderem PSR-1620-26b zu sehen – einer der ältesten bekannten Exoplaneten. Er soll rund 12,7 Milliarden Jahre alt sein. TrES-2b ist derweil der dunkelste bekannte Exoplanet. Er reflektiert weniger als ein Prozent des Lichts seines Sterns und ist damit dunkler als Kohle. Demgegenüber steht der rot-orangene KELT-9b, der heißeste Exoplanet. Auf seiner Tagseite herrscht eine Temperatur von fast 4320 Grad Celsius vor.

Die Info-Grafik „The Exoplanet Zoo“ vom slowakischen Astronomie-Kenner Martin Vargic zeigt die Vielzahl von Exoplaneten.
Die Info-Grafik „The Exoplanet Zoo“ vom slowakischen Astronomie-Kenner Martin Vargic zeigt die Vielzahl von Exoplaneten. © Grafik/Martin Vargic

An beiden Projekten hat Vargic über ein halbes Jahr gleichzeitig gearbeitet, wie er Universe Today sagt. Die Daten zur realitätsnahen Darstellung bezog er dabei aus drei öffentlichen Exoplaneten-Datenbanken: Einer Enzyklopädie, dem Exoplaneten-Archiv der Nasa und einer japanischen Exoplaneten-Datenbank. Er betont aber, dass alle Visualisierungen und dargestellten Größen nur künstlerische Näherungen sein können.

„Unsere Teleskope sind noch nicht leistungsfähig und fortschrittlich genug, um die Oberflächendetails von kleinen Exoplaneten direkt abzubilden“, schreibt Vargic. Vieles rund um die Exoplaneten ist noch unergründet. Ein Zustand, der Vargic augenscheinlich eher fasziniert und inspiriert, als dass er ihn abschreckt, wie die Gestaltung der Poster zeigt. (pls)

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