Vom ehrlichen Pokémon-Sammler zum eiskalten Turnier-Spieler – ist TCG-Coaching Schummeln?

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Von: Philipp Hansen

Mit Pokémon Sammelkarten spielen auf Events weltweit „Trainer“ um Tausende Euro. Damit ich eine Chance habe, hat ein Profi mir TCG-Nachhilfe gegeben.

Die Regionalmeisterschaft in Dortmund stellte ein intensives Pokémon TCG Ereignis dar. Mit einer Konkurrenz, die härter war als ein Kleinstein nach Härtner. Es traten nahezu 2000 internationale Spieler an, um Ruhm, Punkte und ein beträchtliches Preisgeld zu kämpfen. Bekannte Namen wie Tord Reklev, der stärkste Spieler weltweit, oder Robin Schulz, Weltmeister und Gründer von Limitlessstcg, waren Teil des Teilnehmerfeldes. Ein Preisgeld von 10.000 US-Dollar lockte für den ersten Platz, und selbst die Top-Platzierten erhielten noch über 1.000 Euro. Der Druck war immens. Und ich, ein Hobby-Sammler von Pokémon Karten.

Pokémon-TCG-Coaching: Meine Erfahrung mit einem Profi

Mein Trumpf, der Coach: Um mich auf dieses hoch kompetitive Turnier vorzubereiten, suchte ich die professionelle Hilfe von Nico Alabas. Nico ist einer der besten Pokémon TCG-Spieler Deutschlands und hat bereits Special-Events und eine IC gewonnen (nur die Pokémon WM ist prestigeträchtiger).

  • Warum Coach Nico? Er gehört zu den wenigen internationalen Profis, die auf Metafy Pokémon TCG Sessions komplett auf Deutsch anbieten.
  • Metafy, eine Plattform für Gaming-Coaching, regelt dabei alles von der Bezahlung bis zur Terminplanung. Was den Prozess sehr unkompliziert macht.
  • Vorher hatte ich genau 0 Erfahrung mit dem Thema. Ich wusste nur, dass Coaching von Teilen der Community (diplomatisch gesagt) strittig diskutiert wird.

Die entscheidende Wahl: Nico und ich mussten das ideale Deck aus 60 Karten für mich auswählen. Ursprünglich hatte ich vor, Glurak ex zu spielen. Dieser feurige Pokémon-Held der Kindheit ist mächtig, aber durch neue Optionen so komplex, dass man dafür einen IQ wie Simsala benötigt. Nico erklärte mir, warum das vielleicht nicht die klügste Idee ist: Zu viele Optionen, zu viele Denkprozesse. Und nach zehn Stunden Pokémon Karten auf höchstem Niveau spielen? Viel Glück, dabei noch klar zu denken. Stattdessen entschieden wir uns für Raging Bolt (Furienblitz) und Ogerpon Pflanze:

Raging Bolt ex und Ogerpon ex Karten im Pokémon TCG.
Raging Bolt ex und Ogerpon ex Karten im Pokémon TCG. © Pokémon / Nintendo / Gamefreak (Philipp Hansen)

Mein Raging-Bolt-Deck zielt darauf ab, den Gegner direkt zu überrollen. Einfach, aber wirksam – genau das, was ich als weniger erfahrener Turnierspieler benötigte.

Die Auswahl des richtigen Decks vor dem Event und die konsequente Entscheidung, dabei zu bleiben, war eine der wichtigsten Entscheidungen. Hinzu kam, dass ein neues Set von Karten genau rechtzeitig zum Turnierstart legal wurde. Hier war die Weitsicht des Coaches von unschätzbarem Wert. Mit Raging Bolt habe ich die richtige Wahl getroffen. Auch heute noch ist das Deck Meta. Zur Vorbereitung habe ich bei einem anderen Turnier mit einigen Hundert Euro an Preisen den dritten Platz belegt.

Manchmal muss man auch mal Piano machen

Nico Alabas "schimpft“ weil ich mit meinem Aggro-Deck zu aggressiv war.

Hausaufgaben für Pokémon machen

So läuft eine Unterrichtsstunde: Wir starteten immer mit einem Check-in: Was lief gut, was lief schlecht? Habe ich meine Hausaufgaben gemacht (oft habe ich privat weniger gespielt, als ich sollte). Dann entschied ich, ob ich während der Unterrichtsstunde bestimmte Match-Ups üben wollte oder einfach die „leiter“ online unsicher machen wollte.

Darüber hinaus haben wir Grundlagen trainiert, die oft unterschätzt werden: Wie sequenziere ich richtig? In welcher Reihenfolge dünne ich mein Deck aus? Solche Fähigkeiten sind von unschätzbarem Wert und geben mir mehr Sicherheit beim Spielen. So kann man im Turnier mehr auf Autopilot spielen, statt jeden Zug nachzudenken. Sicher, man kann das alles auch kostenlos auf YouTube sehen. Aber so individuell abgestimmt, ist der Lernerfolg locker verdoppelt.

Was kostet Coaching im Pokémon TCG?

Ganz unterschiedlich. Während Megastar Tord Reklev gut 100 Euro für eine Unterrichtsstunde verlangt, kostet eine Session bei meinem Coach zwischen 25 und 20 Euro (je nach Anzahl der gebuchten Stunden). Bei Nico Alabas gibt es auch eine einmalige, komplett kostenlose Beratung.

Hier kommt ihr auf metafy.gg direkt zu Nico Alabas

So lief das Turnier dann: Dortmund stellte eine völlig andere Herausforderung dar. Acht brutale Runden an einem Tag, von früh bis abends. Und die Konzentration? Die verabschiedet sich irgendwann. Kein Coach der Welt kann dich darauf vorbereiten, wie zermürbend das in Wirklichkeit ist. Trotzdem haben Nicos Tipps geholfen – auch als Grundlage für die Zukunft.

Mit nur zwei Niederlagen habe ich es ins obere Drittel geschafft, und das ist bei fast 2000 Teilnehmern schon ein großer Erfolg für mich. Für den prestigeträchtigen „Day 2“ hatte ich leider zu viele Unentschieden gesammelt. Aber hätte ich mehr Hausaufgaben gemacht, wäre da noch mehr drin gewesen. Und Turniererfahrung sammelt man nur auf die harte Tour.

Nico Alabas spielt das Pokémon TCG beim Lille Regional 2024.
Nico Alabas spielt das Pokémon TCG beim Lille Regional 2024. © YouTube / Play Pokémon / Nico Alabas
  • Meine Top 4 Tipps für lange Turniere:
  • Wasser, Wasser und nochmal Wasser: Hydriert euch, Leute
  • Leichte Snacks: Kleinere Stärkungen statt großer Menüs, sonst werdet ihr zum Relaxo
  • Frische Luft: Wenn es die Overtime erlaubt, raus und tief durchatmen.
  • Am Tag vorher ausruhen: Nicht zu lange testen, lieber eine Stunde früher ins Bett

Ist Coaching im Pokémon TCG Betrug?

Meine Meinung zum Streitthema: Die Community ist, was Coaching angeht, gespalten. Manche schreien laut „Pay-to-Win!“ oder dass es dem Pokémon-Hobby den unschuldigen Spaß raubt. Manche kritisieren sogar, dass Coaches ihren Lehrlingen unfaire Taktiken beibringen, nur um durch Grauzonen-Ausnutzung wie Zeitspiel zu siegen.

Aber die Wahrheit, die ich nach einem Monat kennenlernte: Ein Coach macht dich nicht automatisch zum Champion. Du musst immer noch selbst Pokémon Karten spielen, Entscheidungen treffen und deine Nerven behalten. Es ist nicht so, dass der Coach dir im Match selbst hilft (wenn ja, dann ist es wirklich Cheaten). Es ist wie Nachhilfe für Schüler – das ist auch ein Vorteil für Eltern, die das nötige Kleingeld haben.

Coaching ist eine Abkürzung, aber es ersetzt keine harte Arbeit und Turniererfahrung.

Sagt Trainer Philipp Hansen

Fazit: Lohnt sich Coaching? Ja, wenn du wenig Zeit hast und effizient lernen willst. Wer denkt, er kann schon alles, profitiert aber ebenfalls: Ein Profi wie Nico sieht Lücken und Fehler, die ich in 10 Jahren nie bemerkt hätte. Ich habe viel gelernt und würde sicher wieder Coaching in Anspruch nehmen, wenn ich mich weiter verbessern will. Doch eines ist klar: Coaching ersetzt keine harte Arbeit und keine Turniererfahrung. Es ist ein Werkzeug – wie du es einsetzt, liegt an dir.

Ein letzter Hinweis: Aber bevor man Geld in Pokémon Karten investiert, geht man erst mal auf lokale Turniere und spiel locker mit Freunden – die Basics kann man auch ohne Coach lernen. Die Spieler, die ich kennenlernen durfte, waren nett und unterstützen mich als Anfänger aufs herzlichste.

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