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Auszahlung der Energiepauschale: Wann es so weit ist – und wer die 300 Euro bekommt

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Von: Anika Zuschke

Die Netzstecker verschiedener Geräte sind in einem Wohnzimmer in eine Steckdosenleiste gesteckt und eine Hand, die 300 Euro hält.
Die Energiepauschale kommt: Wann die Auszahlung erfolgt und wer die 300 Euro erhält. (kreiszeitung.de-Montage) © Hauke-Christian Dittrich/dpa/Bihlmayerfotografie/Imago

Die Energiepauschale kommt – das ist bei den aktuellen Energiepreisen auch bitter nötig. Wann die 300 Euro ausgezahlt werden und wer den Energiebonus bekommt.

Berlin – In der Ampelkoalition herrscht derzeit Zoff um ein drittes Entlastungspaket – wie viel Geld kann die Regierung für neue finanzielle Hilfe aufbringen und wer soll dann davon profitieren? Dabei steht eine Zahlung aus dem zweiten Entlastungspaket vom Frühjahr sogar noch aus: die Energiepauschale in Höhe von 300 Euro. Doch scheint es in Bezug auf das heiß ersehnte Energiegeld noch Unklarheiten zu geben. Wann die Auszahlung der Energiepreispauschale (EPP) erfolgt und wer das Geld bekommt, weiß kreiszeitung.de.

Auszahlung des Energiebonus: Wer bekommt die 300 Euro Energiepauschale?

Die Energiepreise in Deutschland nehmen derzeit ungeahnte Ausmaße an, die Verbraucher an den Rand der Verzweiflung bringen. Auch wenn die Auszahlung der 300 Euro Energiepauschale bei den explodierenden Kosten aller Voraussicht nach nicht ausreichen wird, stellt diese immerhin einen kleinen Lichtblick dar. Denn Millionen Menschen müssen nun nicht mehr lange auf die finanzielle Unterstützung warten.

Aber wem steht die Energiepauschale überhaupt zu? Anspruch auf die 300 Euro haben ausschließlich sozialversicherungspflichtige Beschäftigte in Deutschland, also Arbeitnehmer in den Lohnsteuerklassen 1 bis 5. Dazu zählen:

Energiepauschale wird 2022 vom Arbeitgeber ausgezahlt: Wann bekommt man die 300 Euro Einmalzahlung?

Wer die Energiepauschale bekommt, steht also fest – doch wann werden die 300 Euro endlich ausgezahlt? Beschäftigte erhalten das Geld vom Arbeitgeber mit der Gehaltsabrechnung im September. Dafür ist kein Antrag notwendig, die Auszahlung erfolgt also automatisch.

Bei Selbstständigen wird hingegen die Steuervorauszahlung vom 10. September gesenkt, das Finanzamt kürzt diese also für den Monat um 300 Euro. Alle anderen Bürger, die einer Beschäftigung nachgehen – aber auch wer Anfang des Jahres 2022 noch beschäftigt war und im September arbeitslos ist – bekommt das Geld ohne gesonderten Antrag über die Einkommenssteuererklärung für das Jahr 2022. In dem Fall kommt den Betroffenen das Geld laut der Tagesschau jedoch erst im ersten Halbjahr 2023 oder noch später zugute.

300 Euro Energiepauschale bei Elternzeit: Wie verhält sich die Auszahlung bei Elterngeld-Beziehern?

Derzeit steht für viele Mütter und Väter auch die Frage im Raum, wie sich die Auszahlung der Energiepauschale verhält, wenn sie sich in Elternzeit befinden. Diese haben ebenfalls Anspruch auf die 300 Euro und sollen dem Finanzministerium zufolge das Geld vom Arbeitgeber erhalten. Dafür müssen die betroffenen Eltern ihrem Arbeitgeber aber auch nachweisen können, dass sie Elterngeld bezogen haben.

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Mütter und Väter in Elternzeit, bei denen das Arbeitsverhältnis im September 2022 ruht, können die 300 Euro Energiepauschale ebenfalls über die Steuererklärung im kommenden Jahr geltend machen. Sie erhalten das Geld also in dem Fall nicht über den Arbeitgeber, wie die Südwest-Presse berichtet.

Energiepauschale 2022 für Rentner und Studenten – mit Minijob kriegen sie die 300 Euro

Mit Blick auf die Liste der Begünstigten wird deutlich, dass viele Menschen in Deutschland von der Energiepreispauschale im September profitieren werden. Doch gehen trotzdem auch einige Personengruppen leer aus. Dazu zählen alle Menschen, die keine steuerpflichtigen Einkünfte haben, also insbesondere Rentner und Studenten – sofern diese keinem Minijob nachgehen.

Doch gibt es für Rentner einen legalen Trick, wie auch sie an die 300 Euro Energiepauschale kommen können. Demnach dürfen Personen im Ruhestand den Energiezuschuss beanspruchen, wenn sie beispielsweise auch als Minijobber nur einen Tag im Jahr 2022 arbeiten. Anschließend zählen sie automatisch zu den Begünstigten der Energiepreispauschale (EPP). Voraussetzung für die Auszahlung der Pauschale sei aber, dass so ein Dienstverhältnis „ernsthaft vereinbart und entsprechend der Vereinbarung tatsächlich durchgeführt wird“, heißt es laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Energiezuschuss ist steuerpflichtig: Wie viel bleibt von der Energiepauschale versteuert übrig – und für wen ist sie steuerfrei?

Bei der großzügig erscheinenden Energiepauschale gibt es aber noch einen gewaltigen Haken: Diese muss von den meisten Begünstigten versteuert werden. Zwar werden die 300 Euro brutto ausgezahlt, doch werden anschließend die Lohn- und Einkommensteuer abgezogen. Im Durchschnitt bleiben danach laut dem Finanzministerium 193 Euro von dem Energiebonus übrig.

Nur Arbeitnehmer, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen unter dem Grundfreibetrag von rund 10.000 Euro bleiben, dürfen die vollen 300 Euro behalten. Da 193 Euro pro Person mit Blick auf die explodierenden Energiepreise kaum ausreichen werden, überschlägt sich die Politik derzeit mit Ideen, was im 3. Entlastungspaket kommen könnte – und wer davon profitieren soll.

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