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Bundestagswahl 2021: CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen bleibt draußen

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Von: Thomas Kemmerer

Hans-Georg Maaßen bei wahlarena freies wort
Hans-Georg Maaßen wollte über den Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg in den Bundestag einziehen. © Martin Schutt / dpa

Bundestagswahl: Der umstrittene CDU-Politiker Hans-Georg Maaßen ist im Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg krachend gescheitert. Das dürfte das Aus seiner politischen Karriere sein – zumindest bei der CDU.

Berlin – Das haben sich die verzweifelten CDU-Kreisverbände Suhl, Schmalkalden-Meiningen, Hildburghausen und Sonneberg wohl anders vorgestellt: Weil ihnen der bei der Bundestagswahl 2017 siegreiche Kandidat Mark Hauptmann im Sumpf von Masken-Affäre und Aserbaidschan-Lobbyismus abhanden kam, stellten sie den umstrittenen CDU-Rechtsaußen Hans-Georg Maaßen aus Mönchengladbach auf. Mit ihm, so der Gedanke, könne man gegen die AfD den Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg (Ergebnisse) im konservativen Thüringen gewinnen. Doch der Schuss ging wohl nach hinten los. Denn die SPD war der lachende Dritte: Sie stellte mit dem Ex-Biathlon-Bundestrainer Frank Ullrich einen äußerst beliebten Mann aus der Region als Direktkandidaten auf. Und gewann deutlich den Wahlkreis 196 im Westen von Thüringen mit 33,6 % Prozent der Erststimmen im Wahlkreis 196. Übrigens genau das Ergebnis, mit dem 2017 Mark Hauptmann (mittlerweile aus der CDU ausgetreten) für die Union in den Bundestag zog.

Bundestagswahl 2021: Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg (Erststimme)

KandidatVorl. Endergebnis nach 418 von 418 Wahlbezirken
Frank Ullrich (SPD)33,6 %
Hans-Georg Maaßen (CDU)22,3 %
Jürgen Treutler (AfD)21,2 %
Sandro Witt (Die Linke)8,4 %
Gerald Ullrich (FDP)6,3 %

Niederlage für Hans-Georg Maaßen: Das Aus bei der CDU?

Für Hans-Georg Maaßen, der von 2012 bis 2018 das Bundesamt für Verfassungsschutz mit Hauptsitz in Köln leiten durfte, ist es das politische Aus – zumindest bei der CDU. Denn der gelernte Jurist ist in weiten Kreisen der CDU äußerst umstrittenen. Hintergrund seiner „Versetzung in den einstweiligen Ruhestand“ beim Verfassungsschutz war unter anderem, dass er bei rechten Ausschreitungen in Chemnitz keine „Hetzjagden“ gegen Ausländer feststellen konnte und sie als Falschmeldungen von Politikern und Medien darstellte. Dafür kam er weniger Beifall aus seiner eigenen Partei, sondern eher von der rechten AfD.

Viele in der CDU sahen daher in Maaßen als Bundestagskandidat ein Risiko, weil er Wählerinnen und Wähler aus der Mitte der Gesellschaft abschrecke. Und sie behielten recht. Für Hans-Georg Maaßen und seine Anhänger ist das Ergebnis im Wahlkreis 196 Suhl – Schmalkalden-Meiningen – Hildburghausen – Sonneberg eine traurige Nachricht. Da er das Direktmandat im Wettbewerb mit Frank Ullrich (SPD) und Afd-Mann Jürgen Treutler nicht erreichte, zieht er nicht in den Deutschen Bundestag ein. Einen Platz für den Mann aus Mönchengladbach war auf der Landesliste der CDU in Thüringen nicht vorgesehen. (IDZRW)

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