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Rasen und Falschparken wird ab heute richtig teuer - der neue Bußgeldkatalog im Überblick

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Seit dem 9. November gilt der neue Bußgeldkatalog. Raser und Falschparker müssen nun deutlich höhere Strafen bezahlen. Ein Überblick.

Berlin - Wer zu schnell fährt oder falsch parkt, muss ab dem 9. November tiefer in die Tasche greifen. Die Bundesregierung hat einen neuen Bußgeldkatalog* beschlossen. Ziel der erst nach langem Ringen verabschiedeten neuen Regeln ist es, unter anderem mehr Sicherheit für den Rad- und Fußverkehr zu gewährleisten. Wer bei Vergehen ertappt wird, muss deutlich höhere Bußgelder zahlen.

Neuer Bußgeldkatalog seit 9. November: Teures Falschparken

Wenn Autofahrerinnen und Autofahrer unerlaubt Fahrrad- oder auch Gehwege blockieren, kommt sie dies künftig teurer als bislang zu stehen. Für das verbotswidrige Parken werden ebenso wie für das unerlaubte Abstellen des Fahrzeugs auf Schutzstreifen oder in zweiter Reihe Geldbußen von bis zu 110 Euro fällig - bislang waren es 15 Euro.

Wer sein Auto unberechtigt auf einen Schwerbehinderten-Parkplatz stellt, muss statt 35 künftig 55 Euro zahlen. Ebenso hoch ist das Bußgeld beim unerlaubten Parken auf Plätzen, die speziell für Elektroautos oder Carsharingfahrzeuge reserviert sind. Bei Parkverstößen in Feuerwehrzufahrten oder mit Behinderung von Rettungsfahrzeugen gibt es nach Angaben des Verkehrsministeriums eine Erhöhung des Bußgeldes auf bis zu 100 Euro.

Neuer Bußgeldkatalog ab 9. November: Kann Falschparken zu Punkten führen?

Ja, bei schwereren Verstößen werden auch Punkte in Flensburg eingetragen. Dies ist etwa dann der Fall, wenn durch das verbotswidrige Parken oder Halten in zweiter Reihe und auf Fahrradstreifen oder Parken auf Geh- und Radwegen andere Verkehrsteilnehmer behindert oder gefährdet werden. Auch im Fall einer Sachbeschädigung droht ein Punkt. Wer sein Fahrzeug länger als eine Stunde auf dem Geh- oder Radweg parkt, bekommt ebenfalls einen Eintrag.

Neuer Bußgeldkatalog seit 9. November: Rettungsgasse und Notfallspur

Wenn unerlaubt die eigentlich für Einsatzkräfte reservierte Rettungsgasse genutzt oder keine Notfallspur gebildet wird, gibt es künftig Bußgelder zwischen 200 und 320 Euro und außerdem einen Monat Fahrverbot. Hintergrund ist, dass es in der Vergangenheit immer wieder Fälle gegeben hatte, in denen für die Helfer nach Unfällen wertvolle Zeit verloren ging, weil Autofahrer die Rettungsgasse blockierten.

Radarfalle in Stuttgart
Raser und Falschparker müssen vom 9. November an tiefer in die Tasche greifen. © Marijan Murat/dpa

Neuer Bußgeldkatalog: So werden Tempoverstöße geahndet

In der ursprünglichen Fassung zur Änderung des Bußgeldkatalogs, deren Vollzug wegen eines Formfehlers im vergangenen Jahr aber ausgesetzt wurde, waren ab einer Geschwindigkeitsüberschreitung von 21 km/h innerorts und 31 km/h außerorts noch Fahrverbote vorgesehen. Diese gibt es nun nicht - stattdessen werden die Bußgelder erhöht.

innerortsinnerortsaußerortsaußerorts
ÜberschreitungStrafe (alt) in EuroStrafe (neu) in EuroStrafe (alt) in EuroStrafe (neu) in Euro
bis 10 km/h15301020
11 bis 15 km/h25502040
16 bis 20 km/h35703060
21 bis 25 km/h8011570100
26 bis 30 km/h10018080150
31 bis 40 km/h160 + 1 Monat Fahrverbot260 + 1 Monat Fahrverbot120200
41 bis 50 km/h200 + 1 Monat Fahrverbot400 + 1 Monat Fahrverbot160 + 1 Monat Fahrverbot320 + 1 Monat Fahrverbot
51 bis 60 km/h280 + 2 Monate Fahrverbot560 + 2 Monate Fahrverbot240 + 1 Monat Fahrverbot480 + 1 Monat Fahrverbot
61 bis 70 km/h480 + 3 Monate Fahrverbot700 + 3 Monate Fahrverbot440 + 2 Monate Fahrverbot600 + 2 Monate Fahrverbot
über 70 km/h680 + 3 Monate Fahrverbot800 + 3 Monate Fahrverbot600 + 3 Monate Fahrverbot700 + 3 Monate Fahrverbot

Innerorts gilt künftig für Pkw, dass bei Geschwindigkeitsüberschreitungen ab 21 km/h bis 25 km/h 115 Euro statt wie bislang 80 Euro fällig werden; bei 16 bis 20 km/h sind es 70 statt 35 Euro, bei 11 bis 15 km/h 50 statt 25 Euro und bei bis zu 10 km/h 30 Euro statt wie bislang 15.

Außerorts werden die Bußgelder bei Geschwindigkeitsüberschreitungen von 21 bis 25 km/h von 70 auf 100 Euro erhöht. Bei 16 bis 20 km/h zu viel auf dem Tacho sind es 60 statt 30 Euro; wer mit bis zu 15 km/h beziehungsweise bis zu 10 km/h zu schnell unterwegs ist, muss mit Bußgeldern von 40 beziehungsweise 20 Euro rechnen, bislang sind es 20 und 10 Euro. (AFP/dpa/fmü) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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