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Debatte um „2G“-Regel: Laumann und Gastwirte gegen Corona-Verschärfung in NRW

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Karl-Josef Laumann spricht
Karl-Josef Laumann, Gesundheitsminister von NRW, will weiter aufs Testen setzen. © Oliver Berg/dpa

In NRW haben sich 40 Städte für die „2G“-Regel ausgesprochen – doch die Regierung macht nicht mit. Auch die Gastwirte sind dagegen. Ein Trend gibt ihnen womöglich Recht.

Düsseldorf – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat der Forderung nach weiteren Einschränkungen für Ungeimpfte vorerst eine Absage erteilt. Der Städtetag NRW hatte sich für eine Verschärfung ausgesprochen, sodass der Freizeitbereich nur noch für Geimpfte und Genesene (2G) zugänglich sein solle – statt wie bisher auch für Getestete (3G).

Lautstarker Protest gegen diesen Vorschlag kam von der Gastronomie in Nordrhein-Westfalen: 2G sei eine Impfpflicht durch die Hintertür. Dafür wollten sich die Gastwirte nicht instrumentalisieren lassen, sagte der Regionalpräsident der Dehoga, Haakon Herbst, der Rheinischen Post.

Was bedeutet die „2G“-Regel?

Bei vielen Freizeitaktivitäten würden mit der „2G“-Regel nur Geimpfte oder Genesene Einlass erhalten. Im Gegensatz zu der aktuell geltenden „3G“-Regel würde somit ein negativer Corona-Test nicht mehr ausreichen. Diese würde wohl vor allem für Innenbereiche gelten.

Corona in NRW: 40 Städte fordern „2G“-Regeln für Freizeitbereiche – Inzidenz-Anstieg verlangsamt sich

Städtetags-Chef Pit Clausen (SPD) hatte eine 2G-Regelung für Freizeit-Veranstaltungen gefordert. „Wir sehen in unseren Städten, dass Infektionen wieder zunehmen und die Gefahr droht, dass sie teilweise außer Kontrolle geraten“, hatte Clausen argumentiert.

Nach einer Sitzung hätten sich die Mitgliedsstädte des Verbands daher für strengere Vorgaben ausgesprochen: „Für Menschen ab 12 Jahren sollte im Freizeitbereich 2G gelten, ein Test allein darf für den Zutritt nicht mehr ausreichend sein.“ Man wolle nicht, dass Schulen und Kitas wieder geschlossen werden, argumentierte Clausen.

Allerdings gab es am Wochenende erste Anzeichen für eine Verlangsamung bei den Corona-Neuansteckungen: Nach rasantem Anstieg der Zahlen in den vergangenen zwei Monaten wies das Robert Koch-Institut am Samstag erstmals seit Wochen wieder eine leicht sinkende Corona-Inzidenz aus – auch wenn die Zahl mit 124,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen deutlich höher war als eine Woche zuvor (91,8). Am Sonntag legte die Inzidenzzahl wieder leicht auf 125,3 zu, sie lag aber immer noch unter dem Wert vom Freitag.

Corona in NRW: Gesundheitsminister will weiter aufs Testen setzen – Hamburg geht anderen Weg

„Ich möchte zum jetzigen Zeitpunkt nicht 2G. Ich möchte jetzt erst einmal beim Testen bleiben“, sagte Laumann dem WDR bereits am Freitagabend am Rande einer Veranstaltung. „Wir sind erst eine Woche aus den Ferien zurück. Lasst uns doch einfach mal schauen, wie die Inzidenzen sich in den nächsten Wochen entwickeln und vor allen Dingen wie sich die Situation auf unseren Intensivstationen entwickelt“, sagte der Gesundheitsminister. Der Dehoga-Funktionär Herbst forderte, die Verantwortung für die Bereitschaft zu Impfungen dürfe nicht auf Hotellerie und Gastronomie übertragen werden.

Hamburg hatte in der Corona-Krise bereits von Samstag an einen Sonderweg mit einem „2G-Optionsmodell“ beschritten. Der rot-grüne Senat der Hansestadt erlaubt Veranstaltungen fast ohne Corona-Auflagen – sofern nur Geimpfte und Genesene sie besuchen.

Veranstalter und Wirte können damit entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle Tests akzeptieren. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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