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Corona-Impfung für Kinder: NRW-Minister Laumann will an strengen Regeln festhalten

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Karl-Josef Laumann
NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann verteidigt die Einschätzung der Ständigen Impfkommission. © Jonas Güttler/dpa

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann möchte an der Stiko-Empfehlung zur Corona-Impfung für Kinder festhalten. Vielmehr appelliert er an die Erwachsenen.

Düsseldorf – NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat die wegen ihrer Haltung zur Corona-Impfung von Kindern und Jugendlichen unter Druck geratene Ständige Impfkommission verteidigt. Man solle die Unabhängigkeit der Stiko akzeptieren, er habe Vertrauen in das wissenschaftliche Gremium, sagte der CDU-Politiker am Dienstag auf WDR 5 im „Morgenecho“. Nordrhein-Westfalen werde die Stiko-Empfehlung zur Corona-Schutzimpfung von Heranwachsenden ab 12 Jahren weiter einhalten.

Corona-Impfung für Kinder in allen Impfzentren möglich – NRW mit besonderem Vorgehen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten am Montag einstimmig beschlossen, die Impfungen für 12- bis 17-Jährige in allen Ländern auch in regionalen Impfzentren anzubieten – so wie es in Arztpraxen bereits möglich ist. NRW mache dieses Angebot Kindern ab 12 Jahren bereits seit rund zwei Wochen in Praxen und Impfzentren, schilderte Laumann.

Dabei gebe es die „strenge Vorgabe“, dass vor einer Impfung individuell beraten werden müsse. In NRW gehe man hier „sehr sorgsam“ vor. In den Impfzentren des Landes würden bestimmte Zeiten angeboten, in denen speziell Eltern mit ihren Kindern kommen könnten und die Impfungen von Kindern- und Jugendärzten vorgenommen würden.

Corona-Impfung für Kinder: Laumann sieht Erwachsene in der Pflicht – bald Impfangebote in Schulen?

Laumann appellierte an Eltern, Großeltern, Personal in Kitas und Schulen oder Jugendvereinen, sich impfen zu lassen. Denn das erhöhe auch den Schutz für die Kinder. Vor allem vom Pflege- und Lehrpersonal erwartet Laumann sogar eine Impfung, wie er vergangene Woche bereits erklärt hatte. Das gehöre für ihn zur „Ethik“ der Berufe dazu.

Das Gesundheitsministerium prüft laut Rheinischer Post am Mittwoch zudem weitere Impfangebote an Schulen und plant auch eine Impfaktion für Berufskollegs. „Neben Angeboten in den Impfzentren werden auch Impfaktionen an oder in Berufskollegs ermöglicht“, zitierte das Blatt eine Sprecherin. Ob weitere besondere Impfaktionen erforderlich seien, werde fortlaufend geprüft.

Corona-Impfung für Kinder und Jugendliche: Stiko äußert Zweifel – rund jeder Fünfte hat Erstimpfung

In Deutschland empfiehlt die Stiko Impfungen von Kindern nicht allgemein, sondern nur bei höherem Risiko für schwerere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes. Die Datenlage reiche nicht, um mögliche Folgeschäden auszuschließen. Kritik kam etwa von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach oder auch dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.

Nach Angaben des Düsseldorfer Gesundheitsministeriums vom Montag sind in NRW bereits rund 22 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal geimpft. (dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Text wurde am 3. August um 13:27 Uhr inhaltlich aktualisiert. Neuerung: Pläne des Gesundheitministeriums zu Impfaktionen.

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