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NRW: Corona-Verschärfung für Großveranstaltungen ab Samstag – Obergrenze 15.000

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Von: Nina Büchs

Köln, Deutschland, 1. Fussball Bundesliga 13.Spieltag 1.FC Köln : Borussia Mönchengladbach
Bei Fußballspielen, Festivals oder auch manchen Konzerten kommen meist tausende Menschen zusammen. (Symbolbild) © Norbert Schmidt / Imago

In Nordrhein-Westfalen steigen die Corona-Zahlen. Schon ab dem 4. Dezember werden deshalb die Zuschauerzahlen bei Großveranstaltungen, wie Fußballspielen, reduziert.

Köln – Angesichts der angespannten Corona-Lage kommen nun schärfere Corona-Regeln auf die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen zu. Auf der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) am Donnerstag (2. Dezember) wurden allgemeingültige Verschärfungen für Großveranstaltungen beschlossen. Demnach dürfen zukünftig maximal 30 bis 50 Prozent der Kapazitäten genutzt werden. In Innenräumen ist die Höchstzahl auf 5000 Personen und im Außenbereich auf 15.000 Personen begrenzt. Da dies als „Mindeststandard“ gilt, könnte es in einigen Städten und Kreisen unter Umständen auch noch strengere Regeln geben.

Corona: Strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen in NRW – weniger Zuschauer dürfen ins Stadion

CDU-Landtagsfraktionschef Bodo Löttgen hatte bereits am Mittwoch in einer Sondersitzung des Düsseldorfer Landtags zur Corona-Krise angekündigt, dass es ab Samstag (4. Dezember) eine deutliche Beschränkung der Zuschauerzahlen bei Großveranstaltungen wie Fußballspielen geben soll. Die neue Corona-Schutzverordnung, die nun am 3. Dezember veröffentlicht wurde, bestätigt die bisherigen Vermutungen.

Zuletzt sorgten Fotos von etwa 50.000 Fans im RheinEnergie-Stadion für Aufruhr, die dort das Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach verfolgten und zum Teil auch keine Maske trugen.

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) sagte RTL/ntv: „Wir haben uns in der Regierung darauf verständigt, dass wir jetzt erst einmal die Kapazität der Stadien auf ein Drittel beschränken werden. Keine Stehplätze mehr, alles auf Sitzplätze und dann halten wir das für vertretbar.“

Strengere Corona-Regeln – Kapazität bei Großveranstaltungen soll nur zu einem Drittel ausgelastet werden

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hatte zuvor weitere geplante Einschränkungen angekündigt – unter anderem die Schließung von Clubs und Diskotheken. Auch die Maskenpflicht im Schulunterricht wird wieder eingeführt.

Was gilt aktuell in NRW bei Großveranstaltungen? (ab 4. Dezember)

„Bei Veranstaltungen mit mehr als 1000 Zuschauenden (Sportveranstaltungen, Konzerten, Musikfestivals und ähnlichem) darf die Auslastung bei höchstens 50 % der gesamten regulären Höchstkapazität oder oberhalb einer absoluten Zahl von 1000 Zuschauenden die zusätzliche Auslastung bei höchstens 30 Prozent der über 1000 Personen hinausgehenden regulären Höchstkapazität liegen; insgesamt sind aber höchstens 5000 Zuschauende in Innenräumen und 15000 Zuschauende im Freien zulässig. Stehplätze dürfen nicht besetzt werden“, heißt es in der aktuellen Corona-Schutzverordnung NRW.

Helge Braun, geschäftsführender Kanzleramtschef, sagte zuletzt, dass Großveranstaltungen, zum Beispiel Bundesligaspiele, wieder ohne Besucher stattfinden sollten. NRW-Ministerpräsident Wüst hatte in der Sendung „Maischberger. Die Woche“ jedoch skeptisch auf sogenannte Geisterspiele in den Stadien reagiert. „Ich glaube nicht, dass wir damit besser fahren, denn die Leute werden ihre Spiele gucken. Und dann gehen die in die Kneipen, gehen die in die Kellerbars“, sagte Wüst. Er glaube, dass es an der frischen Luft ausreichend Sicherheit gebe, sofern strenge Auflagen wie eine deutliche Reduzierung der Zuschauerzahl eingehalten würden.

Coronavirus NRW: 2G und 2G+ bei Veranstaltungen – das gilt aktuell

Laut der aktuellen Coronaschutzverordnung NRW gilt für Veranstaltungen im Kultur- und Freizeitbereich derzeit eine 2G-Regel. Das betrifft zum Beispiel Konzerte, Theater, Kinos, Restaurants, Tierparks, Freizeitparks und Weihnachtsmärkte. Auch bei Sportveranstaltungen müssen sich Zuschauer nach der 2G-Regel richten. Bei Tanzveranstaltungen oder Karnevalsveranstaltungen müssen Geimpfte und Genesene sogar zusätzlich einen negativen Test vorzeigen (2G+). Ab dem 4. Dezember gilt zudem 2G im Einzelhandel. Clubs und Diskotheken müssen dann sogar komplett schließen.

Coronavirus NRW: 50.000 Fans im RheinEnergie-Stadion, tausende Jecken beim Kölner Karneval

Fakt ist: Wo viele Menschen aufeinander treffen, ist auch das Infektionsrisiko besonders hoch. Beim Kölner Karneval feierten am 11.11. tausende Jecken dicht an dicht auf den Straßen – wenn auch unter 2G-Bedingungen. Trotzdem ist die Inzidenz seitdem stark angestiegen und liegt in Köln aktuell sogar bei über 450 (Stand: 3. Dezember; Quelle: RKI).

Am vergangenen Samstag schauten wieder viele Menschen ungläubig nach Köln, als über 50.000 Fans das Rhein-Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach live im Rheinenergie-Stadion verfolgten. Der FC stellte vorab einen Antrag dafür, der auch genehmigt wurde. Virologen kritisierten, dass dies in der derzeitigen Situation noch möglich ist. Sie fordern sogenannte&nbsp;<strong>Geisterspiele</strong>. In Baden-Württemberg oder Sachsen wurde dies bereits umgesetzt. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Dieser Artikel wurde am 3. Dezember aktualisiert. Neuerung: Inhaltlich anhand der neuen Corona-Schutzverordnung aktualisiert.

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