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NRW: Gebauer will nur noch Corona-positive Schüler in Quarantäne schicken

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Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP)
NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer will eine einheitliche Quarantäne-Regelung für alle deutschen Schulen. © Roberto Pfeil/dpa

Im Zuge der zunehmenden Kritik an den Quarantäne-Regeln in NRW-Schulen hat Schulministerin Yvonne Gebauer angekündigt, diese lockern zu wollen – am besten bundesweit.

Düsseldorf – Nordrhein-Westfalens Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) hat gefordert, dass künftig nur noch nachweislich mit Corona infizierte Schülerinnen und Schüler in häusliche Quarantäne gehen sollten. Die Gesundheitsminister der Länder würden bis kommenden Montag Vorschläge für bundesweit möglichst einheitliche Quarantäne-Regelungen unterbreiten, sagte Gebauer am Mittwoch im Schulausschuss des NRW-Landtags.

Quarantäne-Regeln in NRW: Alle Sitznachbarn bei Corona-Fall betroffen

Derzeit sollen laut Verordnung in NRW bei einem Corona-Fall „enge Kontaktpersonen“ in häusliche Quarantäne geschickt werden. Das sind Schüler, die vor, hinter, rechts oder links vom Infizierten gesessen haben. Oft wird aber von den Behörden eine 14-tägige Quarantäne für ganze Gruppen oder Klassen angeordnet.

Die Stadt Köln hat bereits einen Modellversuch angekündigt, bei dem nur noch positiv getestete Schüler in Quarantäne geschickt werden sollen.

Aktuelle Quarantäne-Regelung für Schulen

Yvonne Gebauer hatte vor dem neuen Schuljahr angekündigt, dass bei einem Corona-Fall nicht mehr zwangsläufig die ganze Klasse in Quarantäne muss. Als „enge Kontaktpersonen“ gelten nach dem entsprechenden Erlass des Gesundheitsministeriums jetzt nur noch Schüler, die vor, hinter, rechts oder links vom Infizierten gesessen haben. Gleiches gilt für Lehrer und weiteres Schulpersonal, wenn sie engen Kontakt zum betroffenen Schüler hatten. Geimpfte ohne Symptome sind von der Quarantäne ausgenommen.

Corona an NRW-Schulen: Laumann relativiert die steigenden Zahlen

Zuvor hatte Gebauer bereits angekündigt, die Corona-Maßnahmen an NRW-Schulen nicht verschärfen zu wollen. Und das trotz steigender Neuinfektionen sowie Quarantäne-Fälle bei Kinder und Jugendlichen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) relativierte die Zahlen bei Schulkindern im Anschluss. So hätten sich bei den festgestellten Corona-Infektionen in den ersten eineinhalb Wochen nach dem Schulstart die betroffenen Kinder noch außerhalb der Schulen angesteckt, sagte Laumann im Gesundheitsausschuss des Landtags. Inzwischen gingen die Zahlen im geregelten Schulbetrieb wieder nach unten.

Auch er wolle den Schul- und Kitabetrieb sicherstellen, sagte Laumann. Es sei immer eine Abwägung zwischen sozialen Bildungsproblemen und der Frage der Sicherheit, dass nicht eine schnelle „Durchseuchung“ passiere. Wenn die Infektionszahlen weiter sänken, hoffe er, dass das Ministerium kommende Woche die Quarantäne in NRW „neu justieren“ könne. Er wünsche sich, dass sich die Bundesländer dabei absprächen.

Die Grünen-Bildungsexpertin Sigrid Beer nannte die Lage an den Schulen dramatisch. Gebauer ignoriere mit ihrem Quarantäne-Vorschlag nur für infizierte Kinder Fakten, dass Kinder nicht den ganzen Schultag auf ihrem Stuhl säßen, sondern zur Mensa gingen oder in wechselnden Lerngruppen arbeiteten. Nur tägliches Testen in Kombination mit schnellem Freitesten durch einen PCR-Test nach fünf Tagen könne Abhilfe schaffen. (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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