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„2G“ für NRW? Städtetag fordert strengere Corona-Regeln für Freizeitbereiche

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Die Fußgängerzone Köln ist voll mit Menschen, die eine Maske tragen.
Dem Städtetag NRW gehören die allermeisten Großstädte des Landes an. (Symbolbild) © Christoph Hardt/Imago

Die Corona-Regeln in NRW sollen verschärft werden – zumindest wenn es nach den meisten Städten im Land geht. Vieles soll nur noch Geimpfte und Genesene offen stehen.

Düsseldorf – Der Städtetag Nordrhein-Westfalen fordert von der NRW-Landesregierung eine Verschärfung der Corona-Regeln: So solle der Freizeitbereich nur noch für Geimpfte und Genesene zugänglich sein (2G) – statt wie bisher auch für Getestete (3G). Pit Clausen (SPD), Vorsitzender des Städtetages und Oberbürgermeister von Bielefeld, sagte der dpa: „Wir brauchen zum Beispiel in Clubs, Diskotheken, Fitnessstudios und für weitere Freizeit-Veranstaltungen eine 2G-Regelung.“

Das ist der Städtetag

Der Städtetag Nordrhein-Westfalen ist ein Landesverband des Deutschen Städtetags. Dem Verband mit Sitz in Köln gehören insgesamt 40 Städte in Nordrhein-Westfalen an (23 kreisfreie und 17 kreisangehörige Städte) an. Diese umfassen mit rund neun Millionen Einwohnern die Hälfte der Bevölkerung des Landes.

Corona in NRW: Städtetag befürchtet Kontrollverlust – vor allem Kinder sollen mit 2G geschützt werden

Clausen betonte: „Wir sehen in unseren Städten, dass Infektionen wieder zunehmen und die Gefahr droht, dass sie teilweise außer Kontrolle geraten.“ Nach einer Sitzung hätten sich die Mitgliedsstädte des Verbands daher für strengere Vorgaben ausgesprochen: „Für Menschen ab 12 Jahren sollte im Freizeitbereich 2G gelten, ein Test allein darf für den Zutritt nicht mehr ausreichend sein“, so Clausen: „Wir sind überzeugt, dass nur dann ein gesellschaftliches Zusammensein weitgehend gesichert möglich ist.“

Der Verbandschef erläuterte: „Mit der neuen Corona-Schutzverordnung hat die Landesregierung strategisch einen richtigen Weg eingeschlagen. Die Regelungen sind deutlich vereinfacht worden. In den Städten machen wir uns allerdings Sorgen, weil die Zahl der Corona-Infektionen wieder dynamisch wächst, vor allem in den jüngeren Altersgruppen.“

Man wolle nicht, dass Schulen und Kitas wieder geschlossen werden. „Und wir müssen die Gesundheit der Kinder, die bisher nicht geimpft werden können, besser schützen“, sagte der Vorsitzende des Städtetags. Clausen ergänzte: „Für den Einkauf, den Einzelhandel und alle weiteren Bereiche des täglichen Lebens sollte der Rahmen von 3G beibehalten werden. Aber das darf nicht überall gelten, wie es die Corona-Schutzverordnung im Moment vorsieht.“

Was bedeutet die „2G“-Regel?

Bei vielen Freizeitaktivitäten würden mit der „2G“-Regel nur Geimpfte oder Genesene Einlass erhalten. Im Gegensatz zu der aktuell geltenden „3G“-Regel würde somit ein negativer Corona-Test nicht mehr ausreichen. Diese würde wohl vor allem für Innenbereiche gelten.

Coronazahlen in NRW steigen trotz neuen Regeln – immer mehr Orte führen 2G ein

Hintergrund: Seit gut einer Woche ist die neue Coronaschutz-Verordnung in Kraft, die ab einer 7-Tage-Inzidenz von 35 – und damit NRW-weit – die 3G-Regel für viele Bereiche vorsieht. Es gibt aber bereits einzelne 2G-Vorstöße: So will der 1. FC Köln nur noch Geimpfte und Genesene ins Stadion lassen. Auch Kölsch-Rocker Peter Brings kündigte an, bei Konzerten von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen – und Ungeimpfte mit Test nicht rein zu lassen.

Hamburg geht in der Corona-Krise bereits ab dem heutigen Samstag einen Sonderweg mit einem „2G-Optionsmodell“. Der rot-grüne Senat der Hansestadt erlaubt Veranstaltungen fast ohne Corona-Auflagen – sofern nur Geimpfte und Genesene sie besuchen. Veranstalter und Wirte können damit entscheiden, ob sie nur Geimpfte und Genesene einlassen und dann weitgehend von den Corona-Einschränkungen befreit sind, oder ob sie weiter das 3G-Modell nutzen wollen – also auch aktuelle Tests akzeptieren.

Kritiker nennen 2G eine Impfpflicht durch die Hintertür. Auch Wuppertals Oberbürgermeister Uwe Schneidewind macht auch keinen Hehl daraus, dass er 2G als geeignetes Druckmittel sieht: Die Impfbereitschaft bei allen, die sich impfen lassen können, müsse „unbedingt erhöht werden“, teilte Schneidewind am Freitag mit. Er erwarte, dass „die Landesregierung mit verschärften Impfanreizen durch eine 2G-Regelung reagiert.“ (dpa/lnw) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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