1. 24RHEIN
  2. Welt
  3. Politik

Omikron-Welle droht: Lauterbach denkt über Änderung der Quarantäne-Dauer nach

Erstellt: Aktualisiert:

Karl Lauterbach, Gesundheitsexperte der SPD, spricht bei einer Pressekonferenz
Großbritannien, Spanien und die USA haben die Quarantäne-Dauer für Infizierte ohne Symptome geändert. Karl Lauterbach denkt darüber nach, ob dies auch für Deutschland sinnvoll wäre. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Coronavirus: In einigen Ländern wurde angesichts der drohenden fünften Welle die Quarantäne-Dauer für Infizierte ohne Symptome verkürzt. Zieht Deutschland bald nach?

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach denkt angesichts der bevorstehenden fünften Welle darüber nach, die Quarantäne-Dauer zu ändern. Einige Länder haben den Zeitraum dafür bereits geändert, darunter unter anderem die USA. Es gäbe nun „eine etwas andere Situation als wir vor einer Woche gehabt haben“, so Lauterbach am Mittwochabend in den ARD-Tagesthemen. Man müsse nun überlegen, „was bedeutet das für die Quarantäne-Dauer, was bedeutet das für die Kontaktreduzierungen?“

Corona: Wird die Quarantäne-Dauer geändert?

Laut Karl Lauterbach gibt es aber derzeit nur Schätzwerte zur Corona-Lage, weil die Neuinfektionen über die Feiertage nur unzureichend erfasst würden: weil weniger getestet werde, weil die Tests dann auch verspätet an die Gesundheitsämter gemeldet würden und weil die Ämter selbst die Daten auch später weiterleiteten. Die Gesundheitsämter hätten viel zu wenig Personal, sagte Lauterbach. Er wolle dies ändern. „Das ist eine Priorität, die ich habe.“ Die Schätzwerte seien aber „gut genug, um zu sehen, was sich in Deutschland abspielt.“

Mehrere Länder wie etwa die USA und Großbritannien haben angesichts der anrollenden Welle mit der noch ansteckenderen Virusvariante Omikron die Quarantäne-Dauer für Infizierte ohne Symptome bereits verkürzt, um einem akuten Personalmangel in Einrichtungen und Branchen vorzubeugen, die für die Grundversorgung und Sicherheit nötig sind. Spanien verkürzte die Quarantäne-Dauer für symptomlose Infizierte am Mittwoch von zehn auf sieben Tage.

Coronavirus: Omikron-Welle droht – so viele Infizierte gibt es aktuell in NRW

Die Virusvariante Omikron wurde von der WHO als „besorgniserregend“ eingestuft. Das Robert Koch-Institut (RKI) ordnete am Mittwoch, 29. Dezember, bereits fast 5000 Fälle in NRW der neuen Corona-Variante zu. In ganz Deutschland stieg die Zahl nun auf insgesamt 16.748 nachgewiesene Omikron-Fälle (30. Dezember).

Karl Lauterbach sagte zuletzt, er würde ab Januar 2022 eine große Omikron-Welle erwarten. Er gehe davon aus, dass auch eine vierte Corona-Impfung notwendig wird, so Lauterbach.

Coronavirus: Lauterbach denkt über neue Quarantäne-Dauer nach – auch Holetschek ist dafür

Der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dringt nun auf eine Regelung auch für Deutschland. „Wir müssen jetzt die Weichen stellen, um gut vorbereitet zu sein - auch und gerade mit Blick auf die kritische Infrastruktur“, sagte er dem Nachrichtenportal Watson. „Denkbar wäre aus meiner Sicht beispielsweise eine Befreiung von der Quarantäne für geboosterte Kontaktpersonen.“ In der Sendung RTL Direkt sagte er, nötig sei eine Stellungnahme des Robert Koch-Instituts oder des Expertenrats der Bundesregierung noch vor der kommenden Ministerpräsidentenkonferenz am 7. Januar. (nb mit dpa) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

Auch interessant