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Taser bei der Polizei: Elektroschocks gegen Schläger – auch in Köln

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Ein Polizist hält einen Taser in den Händen
In Köln und Düsseldorf sind Polizisten bald mit Tasern ausgestattet (Symbolbild). © Rolf Vennenbernd/Imago

In fünf Städten in NRW wird die Polizei mit Tasern ausgestattet, darunter Köln und Düsseldorf. In den Großstädten hatte es zuletzt Gewalttaten unter Jugendliche gegeben.

Düsseldorf/Köln – Seit Anfang des Jahres sind sie testweise im Einsatz, bald gehören sie zur Grundausstattung von fünf NRW-Polizeibehörden: Taser. Als erstes eingeführt werden die Elektroschocker nach Aussagen von NRW-Innenminister Herbert Reul dort, „wo wir sie am dringendsten brauchen“. Dazu gehört auch Köln, ebenso wie Düsseldorf.

Dort gebe es Brennpunkte wie die Feiermeilen Kölner Ringe oder die Düsseldorfer Altstadt. Auf den Kölner Ringen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Gewaltausbrüchen. Auch im bei Feiernden beliebten Zülpicher Viertel hat die Polizei zu tun. Im August wurde auf der Zülpicher Straße gar ein 18-Jähriger erstochen.

Taser für Köln und Düsseldorf: Gewalt-Brennpunkte

Ebenso dramatisch gestaltete sich die Lage in der Landeshauptstadt. Bei einer Auseinandersetzung in der Düsseldorfer Altstadt wurde ein 19-Jähriger tödlich verletzt. Nur wenige Tage später wurde ein Jugendlicher dort niedergestochen. Er überlebte. Mittlerweile gibt es eine Diskussion über die Einrichtung einer Waffenverbotszone. In Düsseldorf waren die Taser bereits im Testbetrieb.

Die fünf größten Polizeibehörden in NRW werden jetzt mit insgesamt 620 Distanz-Elektroimpulsgeräten, den sogenannten Tasern, ausgestattet. Das Land gibt dafür vier Millionen Euro aus.

In diesen NRW-Städten bekommt die Polizei Taser

Die Entscheidung, den Taser in diesen Polizeibehörden einzuführen, basiere auf den bisherigen Einsatzerfahrungen, teilt das Innenministerium mit. In den Großstädten würden Polizisten besonders oft angegriffen. „Die vergangenen Monate haben gezeigt, dass der Taser auch eine starke präventive und deeskalierende Wirkung hat“, so Innenminister Reul. Oftmals habe schon die Androhung eines Elektroschocks ausgereicht. Die Erfahrungen der Beamten seien überwiegend positiv.

Was ist ein Taser?

Das Distanzelektroimpulsgerät der Firma Axon sendet nach Abschuss zweier Elektroden Stromimpulse aus, die auf das menschliche Nervensystem wirken. Es kommt zu einer neuromuskulären Lähmung, die den Aggressor kurzzeitig handlungsunfähig macht und die Polizistinnen und Polizisten in die Lage versetzt, die Person zu überwältigen, ohne weitere Gewalt anwenden zu müssen.

Quelle: Innenministerium NRW

Polizei in NRW: Gelbe Taser schon von Weitem sichtbar

Die Polizisten werden den Taser offen, das heißt gut sichtbar, tragen. Durch die gelbe Signalfarbe soll es sofort zu erkennen sein. Während der Pilotphase seit Anfang des Jahres kam das Gerät nach Angaben des Innenministeriums insgesamt 140 mal zur Anwendung. In 114 dieser Fälle blieb es bei der Androhung. 26 Mal wurde der Elektroschocker tatsächlich ausgelöst. (sk) Mehr News auf der 24RHEIN-Homepage. Tipp: Täglich informiert, was in NRW passiert – einfach unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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