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NRW-Wahl: Volt will in den Landtag – doch nennenswerte Erfolge bleiben aus

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Von: Fabian Hartmann

Kleinparteien wie Volt kämpften bei der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen um den Einzug ins Parlament. Für die Partei hat es bei der Wahl 2022 jedoch nicht gereicht.

Update vom 16. Mai 2022, 09:25 Uhr: Das vorläufige Endergebnis zur Landtagswahl in NRW steht fest. Die Partei Volt erreichte dabei landesweit 0, 6 Prozent an Zweitstimmen. Für eine Kleinpartei gar kein so schlechtes Ergebnis. Zumindest lag Volt damit vor Team Todenhöfer, PdF, LfK, den Hummanisten und zahlreichen weiteren Kleinparteien.  

NRW-Wahl: Volt will in den Landtag – hat die Kleinpartei eine Chance?

Köln – Ihr Programm: betont pro-europäisch. Ihr Ziel: der Landtag von NRW. Die Kleinpartei Volt träumt davon, am Sonntag die 5-Prozent-Hürde zu überspringen. Es wäre der erste Einzug in ein Landesparlament. „Ich bin überzeugt davon, dass unsere europäischen Perspektiven den Debatten im Landtag sehr guttun würden“, sagte Spitzenkandidat Christopher Gudacker der Rheinischen Post. Doch dafür hat es nicht gereicht: Volt hat zu wenige Stimmen bekommen. In den ersten Hochrechnungen lief die Partei unter „Sonstige“ – ein Sammelsurium aus allen Kleinparteien. Selbst in Köln hat die Partei keine nennenswerten Erfolge erzielt.

NRW-Wahl: Volt setzt auf sozialliberale Themen

Im Wahlkampf hat Volt in Nordrhein-Westfalen auf sozialliberale Themen gesetzt: Klimaschutz, Bildungspolitik, Transparenz, soziale Teilhabe – und natürlich das Bekenntnis zu einem vereinten Europa. Volt will das dreigliedrige Schulsystem aufbrechen, die Verwaltung digitalisieren und ein strengeres Lobbyregister einführen. Auf Plakaten und im Internet gibt sich Volt hip und modern. Junge Menschen prägen das Gesicht der Partei – und der jeweiligen Kampagne. Ihr optisches Markenzeichen: lilafarbene Shirts und Hoodies mit dem Parteinamen darauf.

Kundgebung der proeuropäischen „Volt“-Partei in Amsterdam.
Betont pro-europäisch: Volt-Anhänger ziehen bei einer Demo durch Amsterdam. © Fons Janssen/dpa

Volt ist keine etablierte Partei. Im Jahr 2018 wurde sie in Deutschland gegründet. Einen eigenen NRW-Landesverband gibt es erst seit 2020. Rund 1000 Mitglieder hat die Partei im Westen. In Umfragen wird Volt unter „Sonstige“ gezählt – zuletzt wollten sechs Prozent der Wähler in NRW für eine der zahlreichen Kleinparteien stimmen. Hat Volt eine Chance, bei der Landtagswahl in NRW in den Düsseldorfer Landtag einzuziehen?

Landtagswahl in NRW: Volt hat in den großen Städten schon Erfolge erzielt

Zumindest gelang es der Partei schon, bei den NRW-Kommunalwahlen Achtungserfolge zu erzielen. So sitzen Volt-Vertreter in den Stadträten von Düsseldorf, Köln, Bonn, Aachen, Münster, Paderborn und Siegen. So wie Volt-Spitzenkandidat Gudacker. Der 33-Jährige ist sportpolitischer Sprecher der Volt-Stadtratsfraktion von Köln. Den Wahlkampf finanziert er aus eigener Kasse. Gut möglich, dass die Partei am Sonntag in den Groß- und Universitätsstädten Wähler von sich überzeugt. Auf dem flachen Land dürfte sie chancenlos sein.

Die größten inhaltlichen Schnittmengen hat Volt – trotz einiger liberaler Einsprengsel in der Wirtschaftspolitik – mit den Grünen. Doch die Ökopartei befindet sich im Höhenflug. Eine Regierungsbeteiligung ist wahrscheinlich. Selbst wenn Volt ihnen einige Stimmen abjagen sollte, dürften es die Grünen verschmerzen. Denn auch sie wissen: Wer die Grünen in der Regierung sehen will, wird sie wählen. Und nicht Volt. (fh) Fair und unabhängig informiert, was in Köln und NRW passiert – hier unseren kostenlosen 24RHEIN-Newsletter abonnieren.

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