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Unmut wächst: Impfgegnern „wird zu viel Verständnis entgegengebracht“

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Von: Michael Hirz

Pressekonferenz anlaesslich der Vorstellung des Ernaehrungsreports mit Manfred Güllerner (Forsa)
Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner © Reiner Zensen / Imago

Eine Mehrheit der Deutschen befürwortet eine allgemeine Impfpflicht – und der Unmut darüber steigt, dass Minderheiten wie den Impfgegenern zu viel Verständnis entgegen gebracht wird.

Köln - Corona ist wieder das alles beherrschende Thema, nicht nur in Köln* anlässlich des Karnevalstrubels am 11.11.*. Das zeigen die Umfragezahlen des Meinungsforschungsinstituts Forsa. Inzwischen befürwortet eine Mehrheit der Befragten sogar eine allgemeine Impfpflicht. Interessant ist eine Aufschlüsselung dieses Ergebnisses nach Parteipräferenz:

Zu viel Verständnis für Minderheiten wie den Impfgegnern?

Für Forsa-Chef Prof. Manfred Güllner enthält dieses Stimmungsbild den klaren Auftrag an die Politik, „die Erwartungen der übergroßen Mehrheit der Menschen nach einer konsequenten Bekämpfung der Pandemie auch zu erfüllen.“ Dabei steige „der Unmut darüber, dass Minoritäten wie den Impfgegnern immer noch von Teilen der Politik, der Wissenschaft und der Medien zu viel Verständnis entgegengebracht wird.“ Die Tatsache, dass in Krankenhäusern wie der Berliner Charité alle planbaren Operationen abgesagt ist ein zusätzlicher Weckruf. Mal sehen, ob er wirkt.

Ein Weckruf für die ehemaligen Volksparteien könnten auch andere Zahlen von Forsa sein. So ist beim Vertrauen von Wählern und Anhängern der Union in die beiden aussichtsreichsten Aspiranten für den Vorsitz, also zu Friedrich Merz und Norbert Röttgen, deutlich Luft nach oben: Nur schlappe 17 Prozent aller Wahlberechtigten und auch nur wenig beeindruckende 29 Prozent (Merz) und 19 Prozent (Röttgen) der Unionsanhänger halten die beiden für am besten geeignet. Nicht alle Probleme beginnen am Kopf, aber manche eben doch.

Unser Gastautor Michael Hirz

Der Publizist Michael Hirz war bis vor kurzem Programm-Geschäftsführer des Politik-Senders Phoenix und hat u. a. den „Internationalen Frühschoppen“ moderiert. Jetzt ist Michael Hirz freier Journalist, Kommunikationsberater und sitzt im Vorstand des Kölner Presseclub. Dieser Beitrag stammt aus dem Newsletter des Kölner Presseclub.

Saskia Esken: Lebt da jemand in seiner eigenen Blase?

Doch die Welt ist relativ. Schaut man auf die SPD und die Erklärung von Saskia Esken, wieder als Vorsitzende zu kandidieren, sieht es ganz finster aus. Nur vier (!) Prozent der Wahlberechtigten und selbst nur vier Prozent der SPD-Anhänger halten Saskia Esken für geeignet. Da kann man nur sagen: Hut ab vor so viel Selbstvertrauen. Oder lebt da jemand in seiner ganz eigenen Blase? Zumindest kann man den Sozialdemokraten Mut zur Originalität nicht absprechen, wenn sie Esken als Vorsitzende wählen, aber ihr die nötige Fähigkeit für den Job nicht zutrauen. (mh/IDRZW) *24RHEIN ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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