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Energiekonzerne in Not: Steht die nächste Verstaatlichung direkt bevor?

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Von: Sandra Kathe

Der Lieferstopp von russischem Gas hat viele Unternehmen in Schieflage gebracht.
Der Lieferstopp von russischem Gas hat viele Unternehmen in Schieflage gebracht. (Symbolfoto) © Sina Schuldt/dpa

Medienberichten zufolge soll neben dem Gas-Importeur Uniper nun auch die Gazprom-Tochter Sefe verstaatlicht werden.

Berlin – Nach der Übernahme des Gas-Importeurs Uniper durch den Bund soll nun wohl auch die Verstaatlichung der Berliner Gazprom-Tochter Securing Energy for Europe (Sefe) bevorstehen. Das berichtet der Spiegel unter Berufung auf eine unbekannte Quelle. Die frühere Gazprom Germania steht bereits seit Anfang April unter der Treuhandverwaltung des Bunds, die jedoch laut Informationen der Nachrichtenagentur AFP Ende September auslaufen soll.

Wie der Spiegel berichtet, hänge die geplante Verstaatlichung von Sefe vor allem mit den Rettungsmaßnahmen für die in Schieflage geratene EnBW-Tochter VNG mit Sitz in Leipzig zusammen. Das Unternehmen hatte sich Anfang September auf das Energiesicherungsgesetz berufen und staatliche Hilfen beantragt. Hintergrund sind die in Folge des Ukraine-Kriegs explodierenden Gaspreise, die Gasimporteuren seit Monaten große Verluste bringen.

Nach Verstaatlichung von Uniper: Habeck sagt Gasimporteuren Unterstützung zu

Die Nachricht kommt nur wenige Stunden nach der Bestätigung, dass auch der Gasimporteur Uniper mit Sitz in Düsseldorf fast komplett vom Bund übernommen wird. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur ist für Uniper eine Kapitalerhöhung im Wert von etwa acht Milliarden Euro sowie für weitere 480 Millionen Euro der Kauf aller Aktien des finnischen Energieunternehmens Fortum durch den Bund geplant, sodass Deutschland knapp 99 Prozent der Aktien des Unternehmens halten wird.

Zur Übernahme des Bundes zähle auch die Ablösung einer Kreditlinie von Fortum. Diese besteht aus einem Gesellschafterdarlehen in Höhe von vier Milliarden Euro sowie einer sogenannten Garantielinie in Höhe von ebenfalls vier Milliarden Euro. Bereits im Kontext der Uniper-Übernahme hatte Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) auch den anderen großen Gasimporteuren Unterstützung im Bedarfsfall zugesagt und betont, dass der Staat „alles Nötige“ tun würde, „um die Unternehmen immer stabil am Markt zu halten“: Das gelte neben Uniper auch „für die anderen großen systemrelevanten Unternehmen in Deutschland.“

Geplante Sefe-Übernahme: Ministerium bestätigt Gespräche über die Zukunft von Sefe

Auf AFP-Anfrage zur angeblich geplanten Übernahme von Sefe sagte eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums, dass es innerhalb der Bundesregierung Gespräche über die Zukunft von Sefe gebe. Nähere Details könne sie aktuell nicht nennen. (ska mit dpa/AFP)

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